Luftwaffe lange Hose für den Waffenrock für Portepee - Unteroffiziere oder Offiziere 

privat beschafft, lange in Hose in Gabardine, Bundumfang 74 cm, Länge 100 cm, einige Mottenlöcher an den Beinen, leicht fleckig, Zustand 3
























































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































nnen mit grauem Seidenfutter, Schneideretikett in der Innentasche "Otto Hess Gotha", mit Trägername, dieser ist kaum mehr zu erkennen, "……..02.38". Getragen, der Adler ist original, jedoch neu vernäht, Zustand 2-.
482969
400,00

Luftwaffe Langhose zum Waffenrock für Portepee-Unteroffiziere oder Offiziere

Das vorliegende Stück ist eine lange Hose (Langhose) der deutschen Luftwaffe, gefertigt als Teil des Waffenrock-Anzuges für Portepee-Unteroffiziere oder Offiziere. Es handelt sich um ein privat beschafftes Exemplar aus der Schneiderwerkstatt Otto Hess in Gotha, datiert auf Februar 1938 laut dem Schneideretikett in der Innentasche. Dieses Kleidungsstück verkörpert eine wichtige Phase in der Geschichte der deutschen Luftstreitkräfte und bietet dem Sammler einen authentischen Einblick in die Uniformkultur der Vorkriegs-Luftwaffe.

Die Gründung der Luftwaffe und das Waffenrock-System

Die Luftwaffe wurde am 1. März 1935 offiziell als dritte Teilstreitkraft der Wehrmacht gegründet. Mit dieser Gründung wurde auch ein eigenständiges Uniformsystem eingeführt, dessen Grundfarbe das charakteristische Blaugrau war. Die Basisuniform bestand aus einreihigen blaugrauen Röcken, blaugrauen Hosen und den entsprechenden Abzeichen. Das Waffenrock-System für Parade-, Zeremonial- und Ausgehzwecke wurde ebenfalls 1935 eingeführt und stellte die formellste Uniformvariante der Luftwaffe dar.

Der Waffenrock diente als großer Gesellschaftsanzug sowie als Ausgangsanzug und wurde bei feierlichen Anlässen, Paraden und beim Ausgang getragen. Zur vollständigen Ausgehuniform gehörten neben der Waffenrock-Jacke und den Hosen auch Orden und Ehrenzeichen, die Schirmmütze, Handschuhe sowie bei Offizieren und Portepee-Unteroffizieren der Degen. Offiziere trugen zusätzlich die Fangschnur (Aiguillette).

Langhose versus Reithose

Im Uniformsystem der Luftwaffe wurde zwischen zwei Hosenformen unterschieden: Die Langhose, wie das vorliegende Exemplar, wurde beim Ausgang und bei formellen Anlässen zusammen mit Schuhen getragen. Im Gegensatz dazu standen die Reithosen, die mit hohen Stiefeln bei berittenen Einheiten oder bestimmten anderen Verwendungen getragen wurden. Die Langhose war somit das Standardbeinkleid für den gesellschaftlichen und zeremoniellen Dienst.

Private Beschaffung und Qualität

Offiziere und Unteroffiziere mit Portepee – also die Dienstgrade vom Feldwebel aufwärts, einschließlich Oberfeldwebel, Hauptfeldwebel, Stabsfeldwebel und Oberstabsfeldwebel – waren für die Beschaffung ihrer eigenen Uniformen verantwortlich. Sie hatten dabei die Wahl, Uniformen aus den Bekleidungsdepots der Wehrmacht zu beziehen oder Kleidungsstücke höherer Qualität bei zivilen Schneidern privat anfertigen zu lassen.

Das vorliegende Exemplar wurde bei dem Schneider Otto Hess in Gotha in Auftrag gegeben. Die Verwendung von Gabardine – einem hochwertigen Gewebe in Diagonalbindung aus Wolle oder Wollmischgewebe – sowie das graue Seidenfutter zeugen von der gehobenen Qualität, die bei privat beschafften Uniformstücken üblich war. Die Maße mit einem Bundumfang von 74 cm und einer Länge von 100 cm deuten auf einen schlanken Träger hin.

Historischer Kontext: Februar 1938

Die Datierung auf Februar 1938 ordnet dieses Stück in die Vorkriegs-Expansionsphase der Luftwaffe ein. In dieser Zeit war die private Anfertigung von Waffenrock-Uniformen bei Schneidern noch gängige Praxis für Offiziere und Portepee-Unteroffiziere. Die Luftwaffe befand sich in einer Phase des rasanten Wachstums, und solche maßgeschneiderten Uniformstücke waren ein selbstverständlicher Teil des militärischen Lebens.

Das Schneideretikett in der Innentasche trägt neben der Schneiderangabe auch einen Trägernamen, der heute kaum noch zu erkennen ist, sowie die Datierung „...02.38“. Der auf der Hose befindliche Adler wird als original beschrieben, wurde jedoch nachträglich neu vernäht.

Das Ende des Waffenrock-Systems

Die Produktion und Ausgabe des Waffenrocks wurde 1940 aufgrund kriegsbedingter Prioritäten eingestellt. Allerdings blieb das Tragen des Waffenrocks für diejenigen, die bereits einen besaßen, weiterhin genehmigt. Es kam auch vor, dass Waffenröcke aus Regimentsbeständen für besondere Anlässe wie Hochzeiten ausgeliehen wurden. Nach 1945 verschwand der Begriff Waffenrock aus dem Sprachgebrauch der deutschsprachigen Streitkräfte.

Bedeutung für Sammler

Dieses Stück ist ein typisches Beispiel für die privat beschafften Uniformteile der Luftwaffe aus der Vorkriegszeit. Die Kombination aus dem identifizierbaren Schneider in Gotha, der klaren Datierung auf 1938 und der Zuordnung zum Waffenrock-System macht es zu einem interessanten Sammlungsstück. Die Hose dokumentiert die Uniformpraxis der Portepee-Unteroffiziere und Offiziere der Luftwaffe in jener kurzen Zeitspanne zwischen der Gründung der Teilstreitkraft 1935 und der kriegsbedingten Einstellung der Waffenrock-Produktion 1940 – einer Epoche, die nur fünf Jahre umfasste und deren materielle Zeugnisse heute entsprechend geschätzt werden.