NS.-Reichskriegerbundes - Fahnenspitze der Kriegerkameradschaft "46. Reserve-Division Flensburg"  " 1940 - Symbol wird Waffe "

Kunststoff, komplett mit der Tülle für die Fahnenstange, mit zusätzlicher Gravur "46 Res Div Felsburg", vier Bohrungen zur Befestigung, Gesamthöhe ca.24,5 cm, Zustand 2.

Diese Fahnenspitzen waren der Ersatz für die deutschen Kriegervereine, die ihre Spitzen 1940 als Metallspende für die deutsche Kriegswirtschaft gespendet haben. Die Fahnenspitzen wurden dann durch die Kunststoffspitzen ersetzt "1940 - Symbol wird Waffe".
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NS.-Reichskriegerbundes - Fahnenspitze der Kriegerkameradschaft "46. Reserve-Division Flensburg"  " 1940 - Symbol wird Waffe "

Diese Fahnenspitze des NS-Reichskriegerbundes repräsentiert ein bemerkenswertes Kapitel der deutschen Militärgeschichte während des Zweiten Weltkriegs und dokumentiert die zunehmende Mobilisierung aller verfügbaren Ressourcen für die Kriegswirtschaft des Deutschen Reiches.

Der Reichskriegerbund, offiziell als NS-Reichskriegerbund (Kyffhäuserbund) bezeichnet, entstand 1938 aus der Gleichschaltung des traditionsreichen Kyffhäuserbundes der Deutschen Landeskriegerverbände. Diese Organisation vereinte ehemalige Soldaten und Veteranen unter nationalsozialistischer Führung und diente als wichtiges Instrument zur Aufrechterhaltung des militärischen Geistes in der Zivilbevölkerung.

Die 46. Reserve-Division war eine militärische Formation der deutschen Wehrmacht, und die Kriegerkameradschaft in Flensburg pflegte die Traditionen dieser Einheit. Solche Kameradschaften spielten eine zentrale Rolle bei der Bewahrung militärischer Traditionen und der Förderung der Verbundenheit ehemaliger Soldaten.

Das Jahr 1940 markierte einen entscheidenden Wendepunkt in der deutschen Kriegswirtschaft. Nach den erfolgreichen Feldzügen in Polen und Westeuropa bereitete sich das Deutsche Reich auf einen längeren Konflikt vor, der eine maximale Ausnutzung aller verfügbaren Ressourcen erforderte. In diesem Kontext wurden umfassende Metallsammelaktionen initiiert, die unter dem Motto “Symbol wird Waffe” durchgeführt wurden.

Diese Kampagne war Teil der systematischen Erfassung und Verwertung von Nichteisenmetallen für die Rüstungsindustrie. Die traditionellen Fahnenspitzen der deutschen Kriegervereine, typischerweise aus Bronze, Messing oder anderen Metallen gefertigt, wurden als entbehrlich eingestuft und sollten der Metallspende zugeführt werden. Der propagandistische Slogan “Symbol wird Waffe” sollte diese Maßnahme ideologisch untermauern und den Verzicht auf traditionelle Insignien als patriotischen Beitrag zur Kriegsanstrengung darstellen.

Als Ersatz für die abgegebenen Metallspitzen wurden Fahnenspitzen aus Kunststoff hergestellt. Diese Objekte repräsentieren den zunehmenden Einsatz von Ersatzstoffen (Ersatzmaterialien) in der deutschen Kriegswirtschaft. Die Kunststoffindustrie hatte sich in Deutschland seit den 1930er Jahren stark entwickelt, und Materialien wie Bakelit und andere Kunstharze fanden zunehmend Verwendung in verschiedenen Bereichen, wenn traditionelle Materialien für die Rüstungsproduktion benötigt wurden.

Die vorliegende Fahnenspitze aus Kunststoff zeigt die charakteristischen Merkmale dieser Ersatzproduktion: Sie verfügt über eine Tülle zur Befestigung an der Fahnenstange mit vier Bohrungen für eine sichere Montage. Die zusätzliche Gravur “46 Res Div Flensburg” (wobei “Felsburg” vermutlich eine Schreibvariante oder Lesefehler darstellt) identifiziert die spezifische Kameradschaft.

Die Gesamthöhe von etwa 24,5 cm entspricht den standardisierten Maßen solcher Fahnenspitzen, die eine einheitliche Erscheinung der verschiedenen Kameradschaften gewährleisten sollten. Die Herstellung aus Kunststoff ermöglichte eine kostengünstige Massenproduktion, während gleichzeitig wertvolle Metalle für militärische Zwecke eingespart wurden.

Diese Fahnenspitzen sind heute historisch bedeutsame Zeugnisse der totalen Mobilisierung der deutschen Gesellschaft während des Zweiten Weltkriegs. Sie dokumentieren, wie selbst symbolische und traditionsbehaftete Objekte der kriegswirtschaftlichen Verwertung zugeführt wurden. Die Aktion von 1940 war nur der Beginn einer Serie von Metallsammlungen, die im Verlauf des Krieges immer umfassender wurden und schließlich sogar Kirchenglocken, Denkmäler und private Haushaltsgegenstände einbezogen.

Für Sammler und Historiker stellen diese Kunststoff-Fahnenspitzen wichtige Studienobjekte dar, die Einblicke in die Materialknappheit, die Propagandastrategien und die organisatorische Struktur des NS-Reichskriegerbundes bieten. Sie erinnern an eine Zeit, in der traditionelle Werte und Symbole den vermeintlichen Erfordernissen der Kriegsführung untergeordnet wurden.