Deutsches Reich 1. Weltkrieg Generalfeldmarschall Paul von Beneckendorff und von Hindenburg große Bronze "Die Hand des Generalfeldmarschall mit Marschallstab".

um 1915. Große naturalistisch dargestellte Hand des Feldmarschalls mit seinem Marschallstab als Generalfeldmarschall im Maßstab 1 : 1. Am Rand des Unterarms die eingravierte Aufschrift "Hand d. G.F.M. von Hindenburgs - Lötzen im Jahr 1915 - St. Cauer'. Gesamthöhe 28 cm. Sehr schöne Patina, Zustand 2.

Am 1. November 1914 war Generaloberst Paul von Hindenburg zum Oberbefehlshaber des Armeeoberkommando Ost ernannt worden. Am 27.11. wurde er zum Generalfeldmarschall befördert. Generalstabschef war Generalleutnant Erich Ludendorff, das Hauptquartier befand sich in Hindenburgs Geburtsstadt Posen. Nach den gewonnenen Schlachten bei Tannenberg (26.–30. August 1914) und an den Masurischen Seen (6.–15. September 1914) war die Kaiserlich Russische Armee weitgehend geschwächt und hatte sich hinter die Grenze zurückgezogen. Doch gab es immer wieder einzelne Vorstöße auf ostpreußisches Territorium. Mit der Winterschlacht in Masuren (7.–22. Februar 1915) gelang es dann, die Russen zunächst massiv zu schlagen.
Bereits Anfang Februar 1915 hatte man das Hauptquartier von Posen nach Insterburg verlegt, nach Beendigung der Kämpfe am 22. Februar nahm es schließlich in Lötzen seinen Sitz, wo es nunmehr acht Monate lang bleiben sollte. Daniel Jacob, Kaufmann, Hoflieferant sowie Mitglied des Lötzener Magistrats, stellte dafür sein Geschäftshaus in der Lycker Straße 4 zur Verfügung. Im Erdgeschoss desselben war die Fernsprech- und Telegraphenzentrale, das große Danziger Zimmer im ersten Stock diente Hindenburg, Ludendorff und den Generalstabsoffizieren als Arbeitsplatz, und im zweiten Stock lagen die Diensträume der Adjutanten. Als Wohnsitz für Hindenburg und Ludendorff überließ Notar Max Hardwig ihnen seine Villa in der Bahnhofstraße. Während der acht Monate kamen zahlreiche prominente Besucher in die Stadt, darunter Angehörige des deutschen Kaiserhauses und des Hochadels. Kaiser Wilhelm II. hatte bereits am 13. Februar 1915 in Begleitung Hindenburgs die Stadt besucht, um sich ein Bild vom Fortschritt der Operationen im Rahmen der Winterschlacht in Masuren zu machen.
Im Januar 1915 kam es zu starken Unstimmigkeiten zwischen Hindenburgs und Kaiser Wilhelm II. hinsichtlich notwendiger Truppenabtretungen an die Ostfront. Kaiserin Auguskte Viktoria schlichtete dann diesen Streit. Diese bronzene Hand wurde im Auftrag der Kaiserin durch den Bildhauer Stanislaus Cauer geschaffen als Zeichen der Versöhnung zwischen Hindenburg und dem Kaiser. Jeweils eine Ausführung waren für den Kaiser und Hindenburg bestimmt, sowie eine kleine Anzahl an beteiligte Offiziere des Generalstabs, darunter auch Ludendorff.

Ein historisch bedeutsames Objekt der Zeitgeschichte.
514470
6.500,00

Deutsches Reich 1. Weltkrieg Generalfeldmarschall Paul von Beneckendorff und von Hindenburg große Bronze "Die Hand des Generalfeldmarschall mit Marschallstab".

Die Bronzehand des Generalfeldmarschalls von Hindenburg: Ein Symbol des Sieges und der Versöhnung

Diese monumentale Bronzeskulptur stellt die Hand des Generalfeldmarschalls Paul von Beneckendorff und von Hindenburg dar, die seinen Marschallstab umfasst. Mit einer Gesamthöhe von 28 cm im Maßstab 1:1 gefertigt, trägt sie die eingravierte Inschrift “Hand d. G.F.M. von Hindenburgs - Lötzen im Jahr 1915 - St. Cauer”. Das Werk wurde vom Bildhauer Stanislaus Cauer geschaffen und ist untrennbar mit einem der bedeutendsten Kapitel der deutschen Militärgeschichte des Ersten Weltkriegs verbunden.

Hindenburg und die Ostfront 1914-1915

Am 1. November 1914 wurde Generaloberst Paul von Hindenburg zum Oberbefehlshaber des Armeeoberkommandos Ost ernannt. Nur wenige Wochen später, am 27. November 1914, erfolgte seine Beförderung zum Generalfeldmarschall, der höchsten militärischen Rangstellung der preußisch-deutschen Armee. An seiner Seite diente Generalleutnant Erich Ludendorff als Generalstabschef, eine Partnerschaft, die zur Legende werden sollte.

Hindenburg hatte sich bereits durch die spektakulären Siege bei Tannenberg (26.-30. August 1914) und an den Masurischen Seen (6.-15. September 1914) einen Namen gemacht. Diese Schlachten hatten die kaiserlich-russische Armee entscheidend geschwächt und Ostpreußen vor der Invasion bewahrt. Die Winterschlacht in Masuren (7.-22. Februar 1915) stellte einen weiteren bedeutenden Erfolg dar und führte zum endgültigen Rückzug der russischen Streitkräfte aus deutschem Territorium.

Das Hauptquartier in Lötzen

Nach der Winterschlacht verlegte das Armeeoberkommando Ost sein Hauptquartier am 22. Februar 1915 nach Lötzen (heute Giżycko, Polen), wo es acht Monate lang bleiben sollte. Der Kaufmann und Hoflieferant Daniel Jacob, Mitglied des Lötzener Magistrats, stellte sein Geschäftshaus in der Lycker Straße 4 zur Verfügung. Im Erdgeschoss befand sich die Fernsprech- und Telegraphenzentrale, während das große Danziger Zimmer im ersten Stock als Arbeitsraum für Hindenburg, Ludendorff und die Generalstabsoffiziere diente.

Lötzen wurde während dieser Monate zu einem Zentrum militärischer und politischer Macht. Zahlreiche prominente Besucher kamen in die ostpreußische Stadt, darunter Angehörige des deutschen Kaiserhauses und des Hochadels. Kaiser Wilhelm II. selbst besuchte die Stadt bereits am 13. Februar 1915 in Begleitung Hindenburgs, um sich über den Fortgang der militärischen Operationen zu informieren.

Der Konflikt und die Versöhnung

Im Januar 1915 kam es zu erheblichen Spannungen zwischen Hindenburg und Kaiser Wilhelm II. bezüglich der Truppenverteilung zwischen Ost- und Westfront. Hindenburg forderte vehement zusätzliche Truppen für die Ostfront, während der Kaiser andere strategische Prioritäten setzte. Die Unstimmigkeiten drohten zu einer ernsthaften Krise zu eskalieren.

In dieser angespannten Situation übernahm Kaiserin Auguste Viktoria eine vermittelnde Rolle. Sie beauftragte den renommierten Bildhauer Stanislaus Cauer, diese Bronzehand als Symbol der Versöhnung zwischen dem Kaiser und seinem erfolgreichsten Feldherrn zu schaffen. Die Hand, die den Marschallstab umfasst, sollte Hindenburgs Autorität und Führungsstärke repräsentieren und gleichzeitig die Loyalität zum Kaiserhaus demonstrieren.

Der Künstler Stanislaus Cauer

Stanislaus Cauer (1867-1943) entstammte einer bedeutenden Bildhauerdynastie und war für seine naturalistischen Darstellungen bekannt. Seine Arbeiten zeichneten sich durch technische Perfektion und anatomische Genauigkeit aus. Die Hand des Feldmarschalls wurde in mehreren Exemplaren gegossen: eines für den Kaiser, eines für Hindenburg selbst und eine kleine Anzahl für beteiligte Offiziere des Generalstabs, darunter Ludendorff.

Symbolik und Bedeutung

Der Marschallstab, den die bronzene Hand umfasst, war seit dem 18. Jahrhundert das traditionelle Würdezeichen des Generalfeldmarschalls. Er symbolisierte höchste militärische Autorität und wurde nur an die erfolgreichsten Heerführer verliehen. Die naturalistische Darstellung im Maßstab 1:1 verleiht dem Objekt eine unmittelbare, fast körperliche Präsenz und macht es zu mehr als nur einem Portrait – sie wird zum Symbol der militärischen Macht des Deutschen Reiches im Ersten Weltkrieg.

Die Entstehung dieser Skulptur in Lötzen 1915, während des Höhepunkts von Hindenburgs militärischem Erfolg, macht sie zu einem bemerkenswerten Zeitdokument. Sie steht für die Verehrung, die dem Feldmarschall entgegengebracht wurde, und für die komplexen Beziehungen zwischen militärischer und politischer Führung im kaiserlichen Deutschland.

Historische Einordnung

Diese Bronzehand ist ein außergewöhnliches Beispiel für die Personalisierung militärischer Erfolge und die Kultivierung von Führerpersönlichkeiten im Ersten Weltkrieg. Sie dokumentiert nicht nur künstlerisches Können, sondern auch die politischen Spannungen und Versöhnungsbemühungen an der Spitze des Deutschen Reiches während des Krieges. Als eines der wenigen erhaltenen Exemplare dieser speziellen Auftragsserie stellt sie ein historisch bedeutsames Objekt der Zeitgeschichte dar.