Hitler-Jugend ( HJ ) - Siegernadel " 1938 "

der HJ-Reichssportwettkämpfe, Fertigung aus Aluminium, mit Markierung des Herstellers "E. SCH. L.", an Nadel, Zustand 2.
524470
€ 25,00

Hitler-Jugend ( HJ ) - Siegernadel " 1938 "

Die Hitler-Jugend Siegernadel von 1938 der HJ-Reichssportwettkämpfe repräsentiert ein bedeutendes Kapitel in der Geschichte der nationalsozialistischen Jugendorganisation und ihrer systematischen Durchdringung des Alltags deutscher Jugendlicher im Dritten Reich. Diese aus Aluminium gefertigte Auszeichnung wurde speziell für das Jahr 1938 produziert und trägt die Herstellermarkierung E.SCH.L. auf ihrer Rückseite.

Die Nadel zeigt auf ihrer Vorderseite das charakteristische HJ-Rautenemblem mit Hakenkreuz, eingerahmt von Eichenlaub, gekrönt von einem Adler und mit der Jahreszahl 1938 im unteren Bereich. Mit ihren 2,5 cm Durchmesser war sie durch eine Nadel-und-Haken-Konstruktion am Uniformhemd oder der Kleidung zu befestigen.

Der historische Kontext dieser Auszeichnung wurzelt tief in der nationalsozialistischen Sportpolitik. Sport hatte in der frühen Phase des Dritten Reichs eine subversive, unterschwellige Rolle als Form der militärischen Ausbildung, die durch die dem Deutschen Reich durch den Versailler Vertrag auferlegten Beschränkungen notwendig geworden war. Sportveranstaltungen wurden daher von der N.S.D.A.P. sehr hoch eingeschätzt. Selbst nachdem der Vertrag ignoriert und die Wehrpflicht eingeführt wurde, blieben Sportveranstaltungen für die deutsche Jugend als vormilitärische Ausbildung und Abhärtungsübungen hoch angesehen.

Ab Ende 1934 wurden in ganz Deutschland Hitler-Jugend-Sportfeste abgehalten. Ursprünglich als “Sport-” oder “Jugendfest” bezeichnet, wurden sie nach 1937 als “Reichssportwettkampf” bekannt. Von 1934 bis 1936 wurde der Staatsjugendtag am Samstag für Sport eingeführt, an dem HJ-Mitglieder vom Schulunterricht befreit wurden. Seit 1934 führte die HJ zwei Stunden obligatorischen wöchentlichen Schulsport für Jugendliche durch.

Die Siegernadel von 1938 wurde an Hitlerjungen verliehen, die eine Mindestpunktzahl in drei verschiedenen Disziplinen bei den als Reichssportwettkampf bekannten Wettbewerben erreichten. Es gab Laufwettbewerbe, Springen, Stab- oder Ballwerfen und ähnliche Disziplinen. Die Punktwertung der sportlichen Veranstaltungen war nach Alterstabellen organisiert. Jeder Teilnehmer konnte innerhalb seiner Altersgruppe eine dieser Nadeln erhalten, wenn er die erforderliche Gesamtpunktzahl erreichte, und viele Jungen und Mädchen erhielten eine. Hitler-Jugendliche, die in drei Sportwettkämpfen überdurchschnittliche Leistungen erzielt hatten, wurden mit Nadeln zusammen mit Ehrenurkunden ausgezeichnet.

Die Produktion dieser Siegernadeln erfolgte jährlich ab 1935, wobei für jedes Jahr unterschiedliche Designs und Hersteller verwendet wurden. Die Nadel von 1937 wurde von Hillenbrand & Bröer Lüdenscheid hergestellt, die von 1938 durch E.SCH.L., und die von 1939 durch W.Redo Saarlautern. Die Nadeln von 1935 und 1936 bis 1939 wurden aus Aluminium gefertigt, während die von 1940 bis 1942 aus Kunststoff hergestellt wurden.

Die HJ-Reichssportwettkämpfe und die damit verbundenen Siegernadeln wurden bis zum Zweiten Weltkrieg fortgesetzt. Die Wettbewerbe wurden kriegsbedingt eingestellt, kamen aber 1944 wieder zurück, wobei nur Gausieger und Reichssieger von Brehmer produziert wurden. Nach der Niederlage Nazi-Deutschlands im Jahr 1945 wurde die Hitler-Jugend-Organisation aufgelöst, und ihre Abzeichen und Auszeichnungen wurden zu historischen Artefakten und Sammlerstücken.

Die Siegernadel von 1938 steht somit als Zeugnis für ein System, das Sport systematisch als Instrument der ideologischen Indoktrination und vormilitärischen Ertüchtigung einsetzte und dabei Tausende von Jugendlichen in ein totalitäres Wettkampfsystem einband.