Infanteriesturmabzeichen in Silber - Miniatur

16 mm, an Nadel, Zustand 2.
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40,00

Infanteriesturmabzeichen in Silber - Miniatur

Das Infanteriesturmabzeichen in Silber gehört zu den bedeutendsten Kampfauszeichnungen der deutschen Wehrmacht während des Zweiten Weltkriegs. Die hier beschriebene Miniaturausführung mit einer Breite von 16 mm an Nadel stellt eine besondere Variante dieser Auszeichnung dar, die für das Tragen in bestimmten Situationen oder auf Zivilkleidung gedacht war.

Das Infanteriesturmabzeichen wurde durch eine Verordnung vom 20. Dezember 1939 von Generaloberst Walther von Brauchitsch, dem damaligen Oberbefehlshaber des Heeres, gestiftet. Die Auszeichnung sollte die besonderen Leistungen der Infanterie und anderer mit ihr verbundener Truppengattungen während des Angriffs würdigen. Das Abzeichen wurde in drei Stufen verliehen: Bronze (nach drei Sturmangriffstagen), Silber (fünf Sturmangriffstage) und Gold (zehn Sturmangriffstage bei bereits vorhandenem Silbernen Abzeichen).

Die Silberstufe wurde an Angehörige der Infanterie und verwandter Einheiten verliehen, die an mindestens drei bis fünf Angriffen oder Gegenangriffen teilgenommen hatten. Als Sturmangriff galt dabei eine militärische Operation, bei der der Träger feindlichem Feuer ausgesetzt war. Die genauen Kriterien wurden im Laufe des Krieges mehrfach angepasst und erweitert.

Das Design des Abzeichens zeigt ein ovales Eichenlaub-Kranz, in dessen Mitte ein nach links gerichtetes Gewehr mit aufgepflanztem Bajonett und eine Handgranate (Stielhandgranate M24) dargestellt sind. Diese Symbolik repräsentierte die Hauptwaffen des Infanteristen im Nahkampf. Die Silberausführung war in der Regel aus versilbertem Zinkdruckguss gefertigt.

Miniaturausführungen militärischer Auszeichnungen haben eine lange Tradition. Sie dienten mehreren Zwecken: Erstens konnten sie bei gesellschaftlichen Anlässen getragen werden, bei denen das Tragen der vollständigen Ordensspangen unangemessen oder unpraktisch war. Zweitens ermöglichten sie das Tragen auf Zivilkleidung. Drittens wurden sie häufig als persönliche Andenken oder Geschenke für Familienangehörige angefertigt.

Die hier beschriebene Miniatur mit einer Breite von 16 mm ist deutlich kleiner als das reguläre Abzeichen, das etwa 48-50 mm breit war. Die Miniatur wurde an einer Nadel befestigt, im Gegensatz zum normalen Abzeichen, das eine flache Rückseite mit Nadel besaß. Diese Trageweise deutet auf die Verwendung als Anstecknadel für verschiedene Kleidungsstücke hin.

Der angegebene Zustand 2 entspricht in der Bewertungsskala von Militaria (die üblicherweise von 1 für neuwertig bis 6 für stark beschädigt reicht) einem sehr gut erhaltenen Stück mit minimalen Gebrauchsspuren. Dies deutet darauf hin, dass die Miniatur entweder nur selten getragen oder sorgfältig aufbewahrt wurde.

Die Herstellung von Miniaturen wurde sowohl von offiziellen Herstellern als auch von privaten Juwelieren und Goldschmieden durchgeführt. Im Gegensatz zu den regulären Auszeichnungen, deren Herstellung streng reguliert war und die von autorisierten Firmen produziert wurden, unterlagen Miniaturen weniger strengen Kontrollen. Dies führte zu einer größeren Vielfalt in Qualität und Ausführung.

Nach Kriegsende 1945 wurde das Tragen aller nationalsozialistischen Orden und Ehrenzeichen durch die Alliierten verboten. Das Gesetz über Titel, Orden und Ehrenzeichen von 1957 regelte in der Bundesrepublik Deutschland das Tragen von Auszeichnungen aus der Zeit des Nationalsozialismus neu. Dabei wurden Auszeichnungen, die keinen direkten nationalsozialistischen Bezug hatten, in entnazifizierter Form wieder zugelassen. Das Infanteriesturmabzeichen gehörte zu jenen Auszeichnungen, die aufgrund ihrer rein militärischen Natur prinzipiell getragen werden durften.

Aus sammlerhistorischer Perspektive sind Miniaturen heute geschätzte Objekte, die einen Einblick in die materielle Kultur und die Auszeichnungspraxis der Wehrmacht bieten. Sie dokumentieren nicht nur die militärische Ehrung von Leistungen, sondern auch die gesellschaftlichen Konventionen ihrer Zeit. Die kompakte Größe und die sorgfältige Verarbeitung solcher Miniaturen zeugen vom handwerklichen Können der damaligen Produzenten und von der Bedeutung, die militärischen Auszeichnungen in der Gesellschaft beigemessen wurde.