Wehrmacht großer Ordens- und Urkundennachlaß aus dem Besitz von Oberst Dr. Lothar Zimmermann, zuletzt Kommandeur der Kampfschule Nisch, Bulgarien

Lothar Zimmermann trat 1914 als Fahnenjunker in das Heer ein, während des 1. Weltkrieges Zug- und Kompanieführer im Inf. Rgt. 114, 1915 Beförderung zum Leutnant. Ab 1934 Wiedereinstellung als Hauptmann im Inf. Rgt. 114, 1937 Beförderung zum Major. 1940 Teilnahme an dem Unternehmen Weserübung - Invasion von Dänemark mit dem Inf. Rgt. 56 . 1.1.1941 Beförderung zum Oberstleutnant. Ab November 1941 Heeresgruppe Süd, Dezember 1941 - 29.9.1942 Inf. Rgt. 420. Nach Verwundung, Lazarettaufenthalt und Führerreserve vom 30.3.1943 bis 29.1.1945 Kommandeur der Kampfschule Nisch, Bulgarien. Nach Auflösung der Kampfschule im September 1944 Kommandeur des Gren. Regt. "Festung Belgrad" mit ca. 1000 Mann. Ab Januar 1945 Kampfkommandant von Fiume. Im Januar 1946 aus dem Lazarett Preco, Kroatien abgeholt, im Summer 1946 in Susak, Kroatien erschossen.

Auszeichnungen:
Wehrmacht Dienstauszeichnung für 4 Jahre, als Einzelbandschnalle. Infanteriesturmabzeichen in Silber, späte Kriegsfertigung aus Feinzink. Deutsches Kreuz in Gold. Schwere Fertigung der Fa. Zimmermann, Pforzheim, innen auf der Nadel mit Hersteller "20" gestempelt, im frühen Verleihungsetui mit schwarzer Samteinlage und weißem Seidenfutter, im Deckel umlaufender goldener Streifen. Medaille Winterschlacht im Osten, am Band. Krimschild, auf feldgrauer Tuchunterlage. Orden vom Stern Rumäniens Kreuz VI. Klasse mit Schwertern. Bulgarien Militärverdienstorden Halskreuz 3. Klasse mit Kriegsdekoration, am Halsband (verliehen 10.6.1942). Infanteristisches Ehrenzeichen der Bulgarischen Infanterie in Silber (verliehen am 2.4.1943). Ehrenzeichen der Bulgarischen Nachrichten- und Pioniereinheiten (verliehen am 15.7.1943). Bulgarien Alexanderorden Komturkreuz mit Kriegsdekoration., Halskreuz am langen Band. Infanteristisches Ehrenzeichen der Bulgarischen Infanterie in Gold (verliehen am 19.7.1943).
Schulterstücke:
2 Einzel Schulterstücke als Oberst Infanterie Regiment 56.
Erkennungsmarke :
Aus Aluminium, mit Markierung "Bb.5. 4". Zustand.

Dokumente und Urkunden :
- Vorläufiges Besitzzeugnis für das Deutsche Kreuz in Gold, als Oberst und Kommandeur des I.R.420, ausgestellt im OKH am 26.8.1942 durch Generalfeldmarschall Keitel
- Besitzzeugnis für das Infanterie-Sturmabzeichen in Silber, ausgestellt am 20.8.1941
- Besitzzeugnis zum Krimschild, ausgestellt am 15.1.1943
- Verleihungsurkunde für das Ehrenkreuz für Frontkämpfer, ausgestellt am 7.2.1935
- Verleihungsurkunde für die Dienstauszeichnung 4. Klasse, als Hauptmann im Stab der 5. Division, ausgestellt am 2.10.1936
- Verleihungsurkunde für die Spange zum Eisernen Kreuz 2. Klasse, als Major und Kommandeur I./I.R.305, ausgestellt am 28.6.1940
- Verleihungsurkunde für die Spange zum Eisernen Kreuz 1. Klasse, als Oberstleutnant, ausgestellt am 30.6.1941, mit Begründung zur Verleihung
- Schreiben zur Verleihung der Ostmedaille vom 5.9.1942
- Vorschlagsliste für die Verleihung des Deutschen Kreuzes in Gold, datiert 8.11.1941
- Mehrere Abschriften zur Begründung der Verleihung - Große Verleihungsurkunde zum Deutschen Kreuz in Gold als Oberst, Kommandeur I.R. 420, ausgestellt Hauptquartier, den 26. August 1942, mit original Unterschrift "Keitel Generalfeldmarschall". Dazu der Einschreiben Übersendungsumschlag.
- Großformatige Beförderungsurkunde zum Major, ausgestellt am 30.9.1937 mit Originalunterschriften von "Adolf Hitler" und "von Brauchitsch" in der originalen Verleihungsmappe
- Besitzzeugnis für den Königlichen Bulgarischen Militärverdienstorden 3. Klasse mit Kriegsdekoration, verliehen am 10.6.1942, ausgestellt am 30.1.1943
- Großformatiges Besitzzeugnis für das Bulgarische Infanterie-Ehrenzeichen in Silber, mit Übersendungsschreiben und Briefumschlag vom 2.4.1943
- Verleihungsurkunde für das Ehrenzeichen der Bulgarischen Pionier- und Nachrichtentruppen, ausgestellt am 15.7.1943
- Großformatiges Besitzzeugnis für das Königlich Bulgarische Infanterie-Ehrenzeichen in Gold, mit Übersendungsschreiben vom 21.7.1943
- Aktenordner gefüllt mit Militärischen Schulungs- und Lehrgangsunterlagen von 1935 – 1943
- Aktenordner gefüllt mit Briefen und Fotos von 1941 – 1944 meist von den rumänischen und bulgarischen Verbündeten und Staatsoberhäuptern in Bezug seiner Tätigkeit in der Ausbildung der Infanterie
- Vereidigung des Inf.Ers.Btl.56 am 1.9.1939 mit Fotos dazu und Rundschreiben als neuer Kommandeur
- Kiste mit diverser Feldpost
- Merkblätter über die Kampfschule Nisch
- Fotoalbum mit Karikaturen zur Erinnerung an den Weihnachtsabend 1937 


Weitere Artikel von Oberst Dr. Lothar Zimmermann: 331093, 331375
330470

Militärische Laufbahn

Der umfangreiche Ordens- und Urkundennachlass des Oberst Dr. Lothar Zimmermann (20. Januar 1896 Breisach – 31. Juli 1946 Ljubljana) stellt ein bemerkenswertes Zeugnis einer militärischen Laufbahn dar, die sich über beide Weltkriege erstreckte und auf mehreren Kriegsschauplätzen Europas sowie in der engen Zusammenarbeit mit verbündeten Streitkräften ihren Ausdruck fand. Die Sammlung vereint deutsche, bulgarische und rumänische Auszeichnungen, zahlreiche Urkunden mit Originalunterschriften hochrangiger Persönlichkeiten sowie umfangreiches dokumentarisches Material, das die vielfältigen Verwendungen dieses Offiziers beleuchtet.

Zimmermann trat 1914 als Fahnenjunker in das Heer ein und diente während des Ersten Weltkrieges als Zug- und Kompanieführer im Infanterie-Regiment 114, wo er 1915 zum Leutnant befördert wurde. Nach der Zwischenkriegszeit erfolgte 1934 seine Wiedereinstellung als Hauptmann im Infanterie-Regiment 114. Die Beförderung zum Major am 30. September 1937 ist durch eine großformatige Urkunde mit den Originalunterschriften von Adolf Hitler und Generaloberst von Brauchitsch dokumentiert.

Im Jahr 1940 nahm Zimmermann mit dem Infanterie-Regiment 56 am Unternehmen Weserübung, der Invasion Dänemarks, teil. Zum 1. Januar 1941 erfolgte seine Beförderung zum Oberstleutnant. Ab November 1941 diente er bei der Heeresgruppe Süd und übernahm von Dezember 1941 bis zum 29. September 1942 das Kommando über das Infanterie-Regiment 420. Nach Verwundung und Lazarettaufenthalt führte er vom 30. März 1943 bis zum 29. Januar 1945 als Kommandeur die Kampfschule Nisch in Bulgarien. Nach deren Auflösung im September 1944 übernahm er das Kommando über das Grenadier-Regiment “Festung Belgrad” mit etwa 1000 Mann. Ab Januar 1945 fungierte er als Kampfkommandant von Fiume. Im Januar 1946 wurde er aus einem Lazarett in Preco, Kroatien, abgeholt und im Sommer 1946 in Susak, Kroatien, von jugoslawischen Behörden erschossen.

Das Deutsche Kreuz in Gold

Das Herzstück des Nachlasses bildet das Deutsche Kreuz in Gold, das am 28. September 1941 von Adolf Hitler gestiftet wurde. Es rangierte in der Auszeichnungshierarchie zwischen dem Eisernen Kreuz I. Klasse und dem Ritterkreuz und wurde für wiederholte Tapferkeitshandlungen oder herausragende Leistungen im Kampf verliehen, wobei der vorherige Besitz des Eisernen Kreuzes I. Klasse oder des Kriegsverdienstkreuzes I. Klasse mit Schwertern Voraussetzung war. Als Richtwert galten sechs bis acht solcher Handlungen. Insgesamt wurden schätzungsweise 25.964 Verleihungen in Gold vorgenommen; die Verleihungen endeten am 10. März 1945.

Das vorliegende Stück ist eine schwere Fertigung und befindet sich im frühen Verleihungsetui mit schwarzer Samteinlage und weißem Seidenfutter sowie einem umlaufenden goldenen Streifen im Deckel. In seiner physischen Gestaltung zeigt das Deutsche Kreuz in Gold einen achtstrahligen Stern mit goldenem Lorbeerkranz von 39 mm, ein schwarzes Hakenkreuz von 21,5 mm auf einer rot umrandeten silbernen Scheibe sowie eine Rückplatte von 63 mm Durchmesser. Die Jahreszahl “1941” ist am unteren Rand des Kranzes eingeprägt. Zimmermann erhielt diese Auszeichnung am 26. August 1942 als Oberst und Kommandeur des I.R. 420, wie sowohl das vorläufige Besitzzeugnis als auch die große Verleihungsurkunde mit der Originalunterschrift von Generalfeldmarschall Keitel bezeugen.

Krimschild und Ostmedaille

Der Krimschild, am 25. Juli 1942 gestiftet, wurde für den Dienst zwischen dem 21. September 1941 und dem 4. Juli 1942 unter Generalfeldmarschall von Manstein auf der Krim verliehen. Die Voraussetzungen umfassten mindestens 90 Tage Dienstzeit, eine Verwundung oder die Teilnahme an einer größeren Operation. Mit etwa 250.000 Verleihungen war er der am weitesten verbreitete deutsche Kampfschild. Der Schild trägt die Inschrift “KRIM” mit den Jahreszahlen “1941-1942” und befindet sich auf feldgrauer Tuchunterlage. Die zugehörige Besitzurkunde datiert vom 15. Januar 1943.

Die Medaille Winterschlacht im Osten (Ostmedaille) ergänzt als weitere Kampfauszeichnung die Einsätze an der Ostfront.

Infanterie-Sturmabzeichen in Silber

Das Infanterie-Sturmabzeichen in Silber, am 20. Dezember 1939 von Generalfeldmarschall Walther von Brauchitsch gestiftet, wurde für die Teilnahme an mindestens drei Infanterieangriffen, drei bewaffneten Aufklärungsunternehmen, Nahkampfhandlungen oder drei Tage der Wiederherstellung von Kampfstellungen verliehen. Das vorliegende Exemplar ist als späte Kriegsfertigung aus Feinzink beschrieben. Das Besitzzeugnis datiert vom 20. August 1941.

Bulgarische und rumänische Auszeichnungen

Zimmermanns Tätigkeit in der Ausbildung bulgarischer Infanteriekräfte ab 1943 spiegelt sich in einer beeindruckenden Reihe bulgarischer Auszeichnungen wider. Der Königlich Bulgarische Militärverdienstorden 3. Klasse mit Kriegsdekoration, am 19. Mai 1900 von Fürst Ferdinand gestiftet, wurde am 10. Juni 1942 verliehen und richtete sich an Regimentskommandeure im Rang von Obersten und Oberstleutnanten für tadellosen Dienst und besondere Verdienste. Der Alexanderorden, am 25. Dezember 1881 von Fürst Alexander I. gestiftet und seit 1886 auch in einer militärischen Abteilung mit Schwertern geführt, liegt als Komturkreuz mit Kriegsdekoration vor. Hinzu kommen das Bulgarische Infanterie-Ehrenzeichen in Silber (2. April 1943) und in Gold (19. Juli 1943). Nach dem Zusammenbruch des kommunistischen Regimes 1991 wurde das Tragen bulgarischer kaiserlicher Auszeichnungen wieder gestattet, nachdem diese nach 1946 verboten gewesen waren.

Der Orden vom Stern Rumäniens, am 10. Mai 1877 gestiftet und in sechs Graden vom Ritter bis zum Großkreuz geführt, liegt als Kreuz der VI. Klasse mit Schwertern vor – die militärische Abteilung für Kriegsverleihungen. Dieser Orden wurde 1947 abgeschafft und erst 1998 wieder eingeführt.

Dokumentarischer Wert

Der dokumentarische Umfang des Nachlasses ist außergewöhnlich: Von der Beförderungsurkunde zum Major mit Hitlers Unterschrift über die große Verleihungsurkunde zum Deutschen Kreuz in Gold mit Keitels Originalunterschrift bis hin zu Aktenordnern mit militärischen Schulungsunterlagen (1935–1943), Korrespondenz mit rumänischen und bulgarischen Verbündeten und Staatsoberhäuptern sowie Feldpost bietet diese Sammlung einen tiefen Einblick in die Karriere eines Offiziers, dessen Wirken von der Infanterieausbildung über Kampfeinsätze an der Ostfront bis zur alliierten Zusammenarbeit auf dem Balkan reichte. Ergänzt wird der Nachlass durch persönliche Gegenstände wie Schulterklappen des Infanterie-Regiments 56 im Rang eines Oberst und eine Aluminium-Erkennungsmarke.

Nach 1945 wurde das Tragen nationalsozialistischer Auszeichnungen in Deutschland verboten. 1957 genehmigte die Bundesrepublik entnazifizierte Ersatzversionen – beim Deutschen Kreuz wurde das Hakenkreuz durch ein Eisernes-Kreuz-Symbol ersetzt, und auch das Infanterie-Sturmabzeichen erhielt eine Version ohne verbotene Embleme für Veteranen der Bundeswehr.

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