Deutscher Schützenbund ( DSB ) - Abzeichen " Kreis-Meister "

Buntmetall bronziert, an Nadel, Zustand 2.
319771
€ 100,00

Deutscher Schützenbund ( DSB ) - Abzeichen " Kreis-Meister "

Deutscher Schützenbund (DSB) - Abzeichen "Kreis-Meister"

Das vorliegende Abzeichen des Deutschen Schützenbundes (DSB) mit der Bezeichnung "Kreis-Meister" repräsentiert eine bedeutende Tradition des deutschen Schützenwesens, die bis ins Mittelalter zurückreicht. Das aus bronziertem Buntmetall gefertigte Abzeichen mit Nadelhalterung dokumentiert die sportliche Leistung eines Schützen auf Kreisebene und steht in einer langen Tradition der Auszeichnung herausragender Schießleistungen.

Der Deutsche Schützenbund wurde in seiner modernen Form am 11. Juli 1861 in Gotha gegründet und entwickelte sich zur Dachorganisation der deutschen Schützenvereine. Nach der Auflösung während der Zeit des Nationalsozialismus und dem Zweiten Weltkrieg erfolgte 1951 die Neugründung des DSB in der Bundesrepublik Deutschland. Der Verband organisierte und standardisierte das sportliche Schießwesen und führte ein gestaffeltes System von Wettkämpfen und Meisterschaften ein.

Die Hierarchie der Meisterschaften im DSB gliederte sich in verschiedene Ebenen: Vereinsmeisterschaften bildeten die Basis, gefolgt von Kreismeisterschaften, Bezirks- oder Gaumeisterschaften, Landesmeisterschaften bis hin zu den Deutschen Meisterschaften. Das Kreis-Meister-Abzeichen dokumentiert somit einen wichtigen Erfolg auf regionaler Ebene und war für viele Schützen ein erstrebenswertes Ziel sowie oft eine Durchgangsstation zu höheren Weihen.

Die Gestaltung solcher Abzeichen folgte bestimmten Konventionen: Häufig zeigten sie Schützensymbole wie gekreuzte Gewehre, Zielscheiben, Eichenlaubkränze oder den charakteristischen Schützenadler. Die Materialwahl von bronziertem Buntmetall war typisch für Sportabzeichen dieser Art - sie bot einen würdigen Eindruck bei gleichzeitig wirtschaftlicher Herstellung. Die Befestigung mittels Nadel ermöglichte das Tragen an Vereinskleidung, Schützenjacken oder bei festlichen Anlässen an der Zivilkleidung.

Das Schützenwesen in Deutschland hatte stets eine besondere gesellschaftliche Bedeutung. Die Schützenvereine waren nicht nur Sportorganisationen, sondern wichtige soziale Treffpunkte, die das Gemeinschaftsleben besonders in ländlichen Regionen prägten. Die jährlichen Schützenfeste mit ihren Wettkämpfen und die damit verbundenen Traditionen bildeten Höhepunkte des lokalen Kulturlebens.

Die Vergabe von Meisterabzeichen war an strenge Regelungen gebunden. In den Wettkampfordnungen des DSB waren die erforderlichen Ringzahlen und Bedingungen genau festgelegt. Je nach Disziplin - sei es Kleinkaliber, Luftgewehr, Luftpistole oder andere Waffengattungen - galten unterschiedliche Anforderungen. Die Kreis-Meisterschaften fanden typischerweise einmal jährlich statt und brachten die besten Schützen der örtlichen Vereine zusammen.

Die historische Einordnung solcher Abzeichen gestaltet sich oft schwierig, da viele Grundformen über Jahrzehnte hinweg mit nur geringen Modifikationen verwendet wurden. Die Herstellung erfolgte durch spezialisierte Firmen, die sich auf militärische und sportliche Auszeichnungen spezialisiert hatten. Zu den bekannten Herstellern gehörten Unternehmen wie C.E. Juncker aus Berlin, Berg & Nolte aus Lüdenscheid oder Wilhelm Deumer aus Lüdenscheid.

Das Sammeln von Schützenabzeichen stellt heute einen eigenen Bereich der Phaleristik dar. Sammler schätzen diese Stücke als Zeugnisse der deutschen Sportgeschichte und Vereinskultur. Der Erhaltungszustand wird nach standardisierten Kriterien bewertet, wobei Zustand 2 üblicherweise einen sehr guten bis guten Erhaltungszustand mit nur geringen Gebrauchsspuren bezeichnet.

Nach der deutschen Wiedervereinigung 1990 fusionierte der westdeutsche DSB mit den neu gegründeten Schützenverbänden der östlichen Bundesländer, wodurch die gesamtdeutsche Tradition des Schützenwesens fortgeführt wurde. Der DSB ist heute Mitglied im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und vertritt die Interessen von über einer Million Mitgliedern in etwa 14.000 Vereinen.

Solche Abzeichen dokumentieren nicht nur sportliche Leistungen, sondern auch die Kontinuität deutscher Vereinskultur über politische Umbrüche hinweg. Sie sind materielle Zeugnisse einer Tradition, die Disziplin, Präzision und Gemeinschaftssinn miteinander verbindet und bis heute lebendig geblieben ist.