Deutsches Olympia-Ehrenzeichen 2. Stufe - Miniatur 

19 mm, vergoldet, teils emailliert, am Band. Zustand 2.
516571
450,00

Deutsches Olympia-Ehrenzeichen 2. Klasse – Miniatur

Das hier vorliegende Stück ist eine Miniatur des Deutschen Olympia-Ehrenzeichens 2. Klasse, eine zivile Auszeichnung des Dritten Reiches, die in direktem Zusammenhang mit den Olympischen Spielen von 1936 steht. Mit einer Größe von nur 19 mm, vergoldet und teils emailliert, am Band getragen, repräsentiert diese Miniatur eine der bedeutendsten und zugleich seltensten Dekorationen der nationalsozialistischen Ära – ein Sammlerstück von erheblichem historischem Interesse.

Stiftung und rechtliche Grundlage

Das Deutsche Olympia-Ehrenzeichen wurde durch Erlass des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler vom 4. Februar 1936 (Reichsgesetzblatt I 51) als besondere Auszeichnung gestiftet. Es würdigte Verdienste um die Verwirklichung der Olympischen Spiele 1936 sowie Leistungen im Dienste der in Deutschland abgehaltenen Sommer- und Winterspiele. Mit einem weiteren Erlass vom 31. Juli 1936 (Reichsgesetzblatt I 577) wurde zusätzlich eine Olympische Erinnerungsmedaille eingeführt. Die Verleihungen wurden nach den Spielen fortgesetzt und am 19. Juni 1937 abgeschlossen.

Gestaltung und Entwurf

Der Entwurf des Ehrenzeichens stammt von Professor Waldemar Raemisch, der von 1919 bis 1939 als Professor an der Staatlichen Kunstschule Berlin wirkte. Das Ehrenzeichen zeigt die Form eines Sterns aus fünf Balken, weiß emailliert mit goldenem Rand, unterbrochen von fünf goldenen geriffelten Strahlen. Über dem oberen Strahl befindet sich das Hoheitszeichen des Deutschen Reiches in weißer, goldumrandeter Emaille. Die Grundplatte aus unedlem Metall ist leicht gewölbt, vergoldet und weiß emailliert; die olympischen Ringe sind doppelt aufgenietet. Das Ehrenzeichen 2. Klasse entspricht in Form und Gestaltung dem der 1. Klasse, ist jedoch etwas kleiner und wurde an einem 3 cm breiten Band auf der linken Brust als Bandabzeichen getragen. Das Band selbst war rot, 40 mm breit, mit schwarzen Randstreifen von 2 mm und in der Mitte fünf weißen Streifen von je 1 mm, zwischen denen jeweils 2 mm rote Zwischenräume lagen. Zu den Herstellern zählte unter anderem die Firma Godet & Co., Berlin. Einige Miniaturexemplare aus Silber tragen Herstellermarken und Feingehaltsstempel wie etwa “935”.

Klassifizierung und Verleihungskriterien

Das Deutsche Olympia-Ehrenzeichen existierte in drei Abstufungen: Die 1. Klasse für ganz besondere Verdienste in der Leitung der Organisation der Spiele, die als Halsorden verliehen wurde; die 2. Klasse für besondere Verdienste in der ausführenden organisatorischen Tätigkeit; und die Olympische Erinnerungsmedaille für verdienstvolle Mitwirkung, die nicht die Anforderungen der 1. und 2. Klasse erfüllte. Alle Stufen konnten in Miniaturform auf einer Ordensschnalle getragen werden.

Entscheidend ist, dass die Auszeichnung nicht für tatsächliche Teilnehmer an den Olympischen Spielen bestimmt war, sondern vielmehr jene ehrte, die “hinter den Kulissen” die Vorbereitungen und Arbeiten für die Veranstaltungen geleistet hatten. Verliehen wurde sie sowohl an Deutsche als auch an Ausländer. Bei den Urkunden der 2. Klasse trug die Fassung für Ausländer die Bezeichnung “Der Deutsche Reichskanzler”, während bei deutschen Empfängern “Der Führer und Reichskanzler” stand. Die Urkunden der 2. Klasse trugen eine Faksimile-Unterschrift.

Seltenheit und Verleihungszahlen

Das Deutsche Olympia-Ehrenzeichen gehört zu den selteneren Auszeichnungen des Dritten Reiches. Insgesamt wurden nur 3.364 Exemplare der 2. Klasse verliehen, während von der 1. Klasse lediglich 767 Stück vergeben wurden. Diese verhältnismäßig niedrigen Zahlen machen das Ehrenzeichen zu einem begehrten Sammlerobjekt.

Bemerkenswerte Träger

Unter den Empfängern des Olympia-Ehrenzeichens finden sich zahlreiche prominente Persönlichkeiten. Mehrere Mitglieder der SS erhielten die Auszeichnung für die Sicherheitsmaßnahmen während der Spiele, darunter Reinhard Heydrich, Karl Wolff und Heinrich Himmler. Hermann Fegelein wurde für die Überwachung der Vorbereitung der Parcours und Anlagen für die Reitveranstaltungen ausgezeichnet. Die Filmregisseurin Leni Riefenstahl erhielt das Ehrenzeichen für ihre Arbeit bei der Verfilmung der verschiedenen Sportereignisse. Auch ausländische Würdenträger wurden bedacht: So erhielt der japanische Botschafter in Deutschland, Hiroshi Ōshima, das Ehrenzeichen 2. Klasse. Ebenso wurde Marinebaurat Fritz Wintgen bei den Olympischen Spielen 1936 ausgezeichnet.

Nachkriegsgeschichte und heutige Bedeutung

Nach dem Gesetz über Titel, Orden und Ehrenzeichen vom 26. Juli 1957 darf das Deutsche Olympia-Ehrenzeichen nur ohne nationalsozialistische Embleme – also ohne den Reichsadler mit Hakenkreuz – getragen werden. Die Bundesregierung genehmigte Ersatzstücke ohne das Hakenkreuz, die als zivile Dekoration weiterhin getragen werden dürfen. Bemerkenswert ist auch, dass das Tragen der Originalauszeichnung bei Parteiveranstaltungen und mit Uniformen von NS-Organisationen bereits in der Zeit des Dritten Reiches nicht erwünscht war.

Die vorliegende Miniatur in ihrer feinen Ausführung – vergoldet und teils emailliert, am Band – stellt für den Sammler ein aussagekräftiges Zeugnis der Verflechtung von Sport und Politik im Deutschland der 1930er Jahre dar und ist aufgrund der geringen Gesamtverleihungszahl von besonderem Sammlerwert.