Goldenes Ehrenzeichen der NSDAP - Nr. 31633 für Ortsgruppenleiter Karl Keiner

große Ausführung 30 mm, rückseitig mit Quernadel, "GES.GESCH." mit Verleihungsnummer 31633. Leicht getragen, Zustand 2.

Bei dem Träger handelt es sich um Karl Keiner, Ortsgruppenleiter und Bürgermeister von Asslar, Hessen.
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3.200,00

Goldenes Ehrenzeichen der NSDAP - Nr. 31633 für Ortsgruppenleiter Karl Keiner

Das Goldene Ehrenzeichen der NSDAP gehörte zu den bedeutendsten Parteiauszeichnungen während der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland. Diese besondere Auszeichnung wurde ausschließlich an langjährige und verdiente Parteimitglieder verliehen, die sich durch besondere Treue und Dienste für die nationalsozialistische Bewegung hervorgetan hatten.

Das Ehrenzeichen wurde in verschiedenen Ausführungen geschaffen: das Goldene Ehrenzeichen, das Silberne Ehrenzeichen und das Ehrenzeichen ohne weitere Bezeichnung. Die goldene Variante stellte dabei die höchste Stufe dar und war äußerst selten. Das vorliegende Exemplar in der großen Ausführung mit 30 mm Durchmesser entspricht der regulären Trageweise dieser Auszeichnung.

Die Einführung des Goldenen Ehrenzeichens erfolgte durch eine Verfügung Adolf Hitlers vom 1. Februar 1934. Die Verleihungsbestimmungen waren streng reglementiert und wurden im Laufe der Jahre mehrfach präzisiert. Anspruch auf das Goldene Ehrenzeichen hatten grundsätzlich nur Parteimitglieder, die ihre Mitgliedschaft vor dem 1. Januar 1930 erworben hatten und seit diesem Zeitpunkt ununterbrochen der NSDAP angehörten. Zusätzlich mussten die Träger sich durch besondere Verdienste um die Partei ausgezeichnet haben.

Die technische Ausführung des Ehrenzeichens folgte präzisen Vorgaben. Das Abzeichen zeigt den Parteiadler der NSDAP mit gespreizten Schwingen, der auf einem Eichenkranz mit Hakenkreuz steht. Die rückseitige Kennzeichnung "GES.GESCH." (Gesetzlich Geschützt) war obligatorisch und diente dem Schutz vor Nachahmungen. Die individuellen Verleihungsnummern wurden systematisch vergeben und dokumentiert, was heute eine gewisse Nachvollziehbarkeit der Verleihungen ermöglicht.

Die Verleihungsnummer 31633 ordnet dieses Exemplar in den mittleren Bereich der vergebenen Nummern ein. Insgesamt wurden schätzungsweise zwischen 50.000 und 60.000 Goldene Ehrenzeichen verliehen, wobei die genaue Anzahl aufgrund fehlender vollständiger Unterlagen nicht abschließend geklärt werden kann. Die Vergabe erfolgte zentral durch die Reichsleitung der NSDAP in München.

Der Träger Karl Keiner war als Ortsgruppenleiter und Bürgermeister von Asslar in Hessen tätig. Die Position eines Ortsgruppenleiters stellte eine wichtige Funktion innerhalb der hierarchischen Struktur der NSDAP dar. Ortsgruppenleiter waren für die lokale Parteiorganisation verantwortlich und fungierten als direkte Verbindung zwischen der Parteibasis und den höheren Führungsebenen. Die Kombination der Ämter als Ortsgruppenleiter und Bürgermeister war im nationalsozialistischen System durchaus üblich und spiegelte die Verschmelzung von Partei und staatlicher Verwaltung wider.

Asslar, eine Gemeinde im mittelhessischen Lahn-Dill-Kreis, war wie viele kleinere Gemeinden in Deutschland von der nationalsozialistischen Durchdringung aller gesellschaftlichen Bereiche betroffen. Die lokalen Funktionsträger spielten eine wesentliche Rolle bei der Umsetzung der Parteidirektiven auf kommunaler Ebene.

Die Quernadel auf der Rückseite ermöglichte das Tragen des Ehrenzeichens an der Uniform oder der Zivilkleidung. Parteifunktionäre trugen solche Auszeichnungen üblicherweise bei offiziellen Anlässen und Veranstaltungen. Der angegebene Erhaltungszustand "leicht getragen, Zustand 2" deutet darauf hin, dass dieses Exemplar tatsächlich getragen wurde, was bei solchen Auszeichnungen der historischen Authentizität entspricht.

Aus heutiger Sicht sind solche Objekte wichtige historische Quellen, die Einblick in das System der nationalsozialistischen Herrschaft und ihrer Ehrungskultur geben. Sie dokumentieren die Mechanismen von Loyalitätsbindung und Hierarchiebildung innerhalb der NSDAP. Die systematische Vergabe von Auszeichnungen war ein wesentliches Element der nationalsozialistischen Herrschaftstechnik und diente der Motivation und Bindung der Funktionsträger.

Die wissenschaftliche Beschäftigung mit solchen Objekten erfolgt heute im Rahmen der historischen Forschung zur NS-Zeit. Sie sind Zeugnisse eines verbrecherischen Regimes und seiner Organisationsstrukturen. Ihr Studium trägt zum Verständnis der Funktionsweise totalitärer Systeme bei und mahnt zur Wachsamkeit gegenüber antidemokratischen Tendenzen.

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