Luftwaffe - Dokumentengruppe für einen Unteroffizier und späteren Feldwebel der 2./Lw.-Bau-Btl.21/XI in Afrika

- Verleihungsurkunde für das Erdkampfabzeichen der Luftwaffe, als Unteroffizier, ausgestellt am 16.12.1942 durch Generalmajor Hans Seidemann - Fliegerführer Afrika ( Ritterkreuz am 20.3.1942 und das 658. Eichenlaub am 18.11.1944 )
- Übersendungsschreiben zur Deutsch-italienischen Erinnerungsmedaille für Afrikakämpfer mit Bescheinigung vom 16.1.1943,
- Verleihungsurkunde für das Eiserne Kreuz 2. Klasse, als Feldwebel, ausgestellt am 25.1.1943 durch Generalmajor und Kommandeur Luftgaustab z.b.V. Afrika
- zwei Übersendungsschreiben zum Eisernen Kreuz 2. Klasse nebst Verleihungsurkunde vom 28.2.1943;
- maschinengeschriebenes Besitzzeugnis für das Ärmelband " Afrika ", ausgestellt in Heidelberg am 11.5.1943 durch einen Stabsarzt i.A. für den Kommandanten der San.-Abt. Heidelberg; anbei ein kleiner Schnappschuss des Mannes mit Kameraden, gefaltet gebrauchter Zustand.
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€ 700,00

Luftwaffe - Dokumentengruppe für einen Unteroffizier und späteren Feldwebel der 2./Lw.-Bau-Btl.21/XI in Afrika

Diese Dokumentengruppe repräsentiert die militärische Laufbahn eines Unteroffiziers und späteren Feldwebels der 2. Kompanie des Luftwaffen-Bau-Bataillons 21/XI, der während des Zweiten Weltkriegs im nordafrikanischen Kriegsschauplatz eingesetzt war. Die Sammlung umfasst mehrere bedeutende Auszeichnungen und dokumentiert den Zeitraum von Dezember 1942 bis Mai 1943, eine entscheidende Phase des Afrikafeldzugs.

Das Erdkampfabzeichen der Luftwaffe wurde am 31. März 1942 durch Hermann Göring gestiftet und war eine besondere Auszeichnung für Luftwaffenangehörige, die nicht primär im Flugdienst, sondern in Bodenkampfhandlungen eingesetzt wurden. Die Verleihung erfolgte nach mindestens drei aktiven Kampftagen oder nach Verwundung im Erdkampf. Die vorliegende Urkunde vom 16. Dezember 1942 wurde von Generalmajor Hans Seidemann unterzeichnet, der als Fliegerführer Afrika eine Schlüsselrolle in der Luftkriegführung in Nordafrika spielte. Seidemann, ein erfahrener Kampfflieger, erhielt selbst das Ritterkreuz im März 1942 und später das Eichenlaub im November 1944.

Die Luftwaffen-Bau-Bataillone waren spezialisierte Einheiten, die für den Bau und die Instandhaltung von Flugplätzen, Unterkünften und militärischen Infrastrukturen zuständig waren. In Afrika waren diese Einheiten besonders wichtig, da die wüstenartigen Bedingungen und die ständigen Frontverschiebungen einen kontinuierlichen Aus- und Umbau von Flugplätzen erforderten. Die Angehörigen dieser Bataillone waren häufig feindlichen Luft- und Bodenangriffen ausgesetzt, was die Verleihung von Kampfauszeichnungen rechtfertigte.

Die Deutsch-Italienische Erinnerungsmedaille für Afrikakämpfer wurde am 20. Mai 1942 gemeinsam von Deutschland und Italien gestiftet, um die Waffenbrüderschaft zwischen den beiden Achsenmächten in Nordafrika zu würdigen. Das Übersendungsschreiben vom 16. Januar 1943 dokumentiert die bürokratische Abwicklung dieser Verleihung, die an alle deutschen Soldaten ging, die mindestens sechs Monate in Nordafrika gedient hatten.

Das Eiserne Kreuz 2. Klasse, verliehen am 25. Januar 1943, markiert einen bedeutenden Punkt in der Karriere des Soldaten. Zu diesem Zeitpunkt war er bereits zum Feldwebel befördert worden, dem höchsten Unteroffiziersrang. Die Verleihung erfolgte durch den Generalmajor und Kommandeur des Luftgaustabs z.b.V. Afrika. Die Abkürzung “z.b.V.” steht für “zur besonderen Verwendung”, was auf die flexible Einsatzfähigkeit dieser Stabseinheit hindeutet. Das Eiserne Kreuz war eine der bekanntesten deutschen Militärauszeichnungen und wurde für besondere Tapferkeit oder Führungsqualitäten verliehen.

Besonders bemerkenswert ist das Besitzzeugnis für das Ärmelband “Afrika”, ausgestellt am 11. Mai 1943 in Heidelberg. Dieses Ärmelband wurde am 18. Juli 1941 von Hitler gestiftet und durfte von allen Soldaten getragen werden, die mindestens sechs Monate in Nordafrika gedient hatten oder dort verwundet worden waren. Die Ausstellung in Heidelberg deutet darauf hin, dass der Soldat zu diesem Zeitpunkt bereits aus Afrika evakuiert worden war. Im Mai 1943 hatten die Achsenmächte Nordafrika bereits verloren; die Schlacht um Tunesien endete mit der Kapitulation am 13. Mai 1943.

Der Zeitraum der Dokumentation fällt in die kritische Endphase des Afrikafeldzugs. Im Dezember 1942 hatte die britische 8. Armee bereits Libyen erreicht, während die amerikanisch-britischen Truppen aus Algerien vorrückten. Die deutsche und italienische Heeresgruppe Afrika wurde zunehmend in Tunesien eingekesselt. Die Verleihung mehrerer Auszeichnungen in kurzer Zeit reflektiert die Intensität der Kämpfe in dieser Phase.

Die Luftgaustäbe z.b.V. waren administrative und operative Führungsstäbe der Luftwaffe, die in verschiedenen Kriegsschauplätzen eingesetzt wurden. Der Luftgaustab z.b.V. Afrika koordinierte die logistischen und administrativen Aufgaben der Luftwaffe in Nordafrika und war für die Verleihung von Auszeichnungen an Luftwaffenangehörige zuständig.

Diese Dokumentengruppe bietet einen authentischen Einblick in das Leben eines einfachen Soldaten während des Afrikafeldzugs. Sie dokumentiert nicht nur seine persönlichen Leistungen, sondern auch die bürokratischen Prozesse der Wehrmacht bei der Verleihung von Auszeichnungen. Die Tatsache, dass mehrere Dokumente zum Eisernen Kreuz existieren – Übersendungsschreiben und Verleihungsurkunde – zeigt die mehrstufige Verwaltung solcher Ehrungen. Der beigefügte Schnappschuss verleiht der Sammlung eine persönliche Dimension und erinnert daran, dass hinter jedem Dokument ein individuelles Schicksal steht.