NSKK / DDAC - nichttragbare Teilnehmerplakette - " Zielfahrt zur Ausstellung ' Die Strasse ' München 1934 "

Buntmetall versilbert, 70 x 70 mm, mit 2 Bohrungen, Hersteller : Rob.Neff Berlin W.57, Zustand 2.
336671
400,00

NSKK / DDAC - nichttragbare Teilnehmerplakette - " Zielfahrt zur Ausstellung ' Die Strasse ' München 1934 "

Die vorliegende Teilnehmerplakette dokumentiert ein bedeutendes Ereignis in der Geschichte der nationalsozialistischen Verkehrsorganisationen: die Zielfahrt zur Ausstellung 'Die Straße', die im Jahr 1934 in München stattfand. Dieses Objekt vereint mehrere wichtige Aspekte der NS-Motorisierungspolitik und Propagandaarbeit der frühen 1930er Jahre.

Das Nationalsozialistische Kraftfahrkorps (NSKK) wurde 1931 als Untergliederung der SA gegründet und erhielt 1934 den Status einer selbständigen Gliederung der NSDAP. Seine Hauptaufgaben umfassten die Förderung des Kraftfahrwesens, die vormilitärische Ausbildung und die Mobilisierung der deutschen Kraftfahrer für die Ziele des Regimes. Der Deutsche Automobil-Club (DDAC), der 1933 gleichgeschaltet wurde, arbeitete eng mit dem NSKK zusammen und diente als Massenorganisation für Kraftfahrer.

Die Ausstellung 'Die Straße' in München 1934 war eine große Propagandaveranstaltung, die der nationalsozialistischen Öffentlichkeit das ehrgeizige Straßenbauprogramm des Regimes präsentierte. Im Zentrum stand dabei das prestigeträchtige Projekt der Reichsautobahnen, das Fritz Todt als Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen ab 1933 vorantrieb. Die Ausstellung sollte die vermeintlichen Errungenschaften des Regimes in der Verkehrsinfrastruktur demonstrieren und die Bevölkerung für die nationalsozialistische Motorisierungspolitik begeistern.

Zielfahrten waren organisierte Kraftfahrzeugveranstaltungen, bei denen Teilnehmer bestimmte Routen abfuhren und an einem festgelegten Ziel ankamen. Sie dienten sowohl der Werbung für das Kraftfahrwesen als auch der Kameradschaftspflege innerhalb der NS-Organisationen. Die Teilnehmer solcher Veranstaltungen erhielten häufig nichttragbare Plaketten als Erinnerungsstücke und Auszeichnungen.

Die vorliegende Plakette wurde vom Berliner Hersteller Rob. Neff gefertigt, einer renommierten Firma für Metallwaren und Abzeichen, die in Berlin W.57 ansässig war. Die Verwendung von versilbertem Buntmetall und die quadratische Form von 70 x 70 mm entsprechen den typischen Standards für derartige Erinnerungsplaketten der 1930er Jahre. Die zwei Bohrungen deuten darauf hin, dass die Plakette zur Befestigung an Fahrzeugen oder zur Aufbewahrung in Sammlungen gedacht war.

Im Jahr 1934 befand sich das NS-Regime in einer Phase der Konsolidierung seiner Macht. Die Motorisierung und der Straßenbau wurden als zentrale Projekte zur Arbeitsbeschaffung und als Symbol des nationalen Aufbruchs propagiert. Obwohl die tatsächliche Motorisierung der Bevölkerung noch begrenzt war, investierte das Regime erheblich in die symbolische Aufwertung des Automobils und der Verkehrsinfrastruktur.

Solche Teilnehmerplaketten sind heute wichtige Zeugnisse der NS-Propagandaarbeit und der Organisationskultur der nationalsozialistischen Verbände. Sie dokumentieren die vielfältigen Veranstaltungen und Aktivitäten, mit denen das Regime seine Anhänger mobilisierte und seine politischen Ziele vermittelte. Die Verbindung von NSKK und DDAC auf dieser Plakette zeigt die enge Verflechtung von staatlichen und parteilichen Strukturen im Dritten Reich.

Für Sammler und Historiker bieten solche Objekte Einblicke in die Alltagskultur und die Inszenierungspraktiken des Nationalsozialismus. Sie erinnern an eine Zeit, in der technischer Fortschritt und Modernisierung für ideologische Zwecke instrumentalisiert wurden. Die handwerkliche Qualität der Plakette, hergestellt von einem etablierten Berliner Betrieb, spiegelt zudem die wirtschaftliche Bedeutung wider, die solche Aufträge für Handwerksbetriebe in den 1930er Jahren hatten.