NS Kyffhäuserbund Armbinde 1. Model

Genähte Ausführung, Mottenschäden, Zustand 2-.
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80,00

NS Kyffhäuserbund Armbinde 1. Model

Die Armbinde des NS-Kyffhäuserbundes im ersten Modell repräsentiert ein bedeutendes Kapitel deutscher Veteranengeschichte während der Zeit des Nationalsozialismus. Der Kyffhäuserbund, ursprünglich 1900 als Dachorganisation deutscher Militär- und Kriegervereinsverbände gegründet, durchlief nach 1933 eine fundamentale Transformation, die seine Jahrhundertwende-Ideale mit der nationalsozialistischen Ideologie verschmolz.

Der ursprüngliche Deutsche Reichskriegerbund (Kyffhäuserbund) war benannt nach dem legendären Kyffhäuser-Berg in Thüringen, wo der Sage nach Kaiser Barbarossa auf seine Rückkehr wartet. Diese symbolische Namensgebung unterstrich den Anspruch der Organisation, die militärischen Traditionen des deutschen Kaiserreichs zu bewahren. In der Weimarer Republik entwickelte sich der Bund zu einer der größten Veteranenorganisationen mit mehreren Millionen Mitgliedern.

Mit der Machtergreifung 1933 begann die systematische Gleichschaltung aller gesellschaftlichen Organisationen durch die Nationalsozialisten. Der Kyffhäuserbund wurde in den NS-Reichskriegerbund (Kyffhäuserbund) umgewandelt und unter die Führung von Oberst Wilhelm Reinhard gestellt, der das Amt bis 1943 innehatte. Die Organisation wurde damit zum integralen Bestandteil der nationalsozialistischen Veteranenpolitik und diente der ideologischen Durchdringung ehemaliger Soldaten.

Die Armbinde des ersten Modells wurde in der Frühphase der NS-Herrschaft eingeführt, vermutlich zwischen 1933 und 1935. Sie diente als sichtbares Erkennungszeichen für Funktionäre und aktive Mitglieder bei offiziellen Veranstaltungen, Aufmärschen und Gedenkfeiern. Die genähte Ausführung war typisch für die frühen Armbinden dieser Periode, bevor später auch gedruckte Varianten zum Einsatz kamen.

Das erste Modell unterschied sich von späteren Versionen sowohl in der Gestaltung als auch in den verwendeten Materialien. Diese frühen Armbinden wurden häufig in traditionelleren Handwerkstechniken hergestellt, mit aufgenähten Emblemen und Beschriftungen. Die Farbgebung und Symbolik orientierten sich an den offiziellen Vorgaben des NS-Regimes, integrierten aber auch die historische Kyffhäuser-Symbolik.

Der NS-Reichskriegerbund organisierte seine Mitglieder in lokalen Kameradschaften und regionalen Verbänden. Die Funktionäre dieser Gliederungen trugen die Armbinden als Amtsabzeichen, um ihre Position innerhalb der Hierarchie zu kennzeichnen. Die Organisation spielte eine wichtige Rolle bei der Militarisierung der deutschen Gesellschaft in den Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg und bei der Vorbereitung der Bevölkerung auf den kommenden Konflikt.

Die Träger solcher Armbinden waren oft Veteranen des Ersten Weltkriegs, die ihre militärische Vergangenheit in den Dienst des neuen Regimes stellten. Der Kyffhäuserbund diente als Brücke zwischen der kaiserlichen Militärtradition und der nationalsozialistischen Gegenwart. Gedenkveranstaltungen, Heldenehrungen und militärische Feierlichkeiten gehörten zum Kernprogramm der Organisation.

Mit dem Fortschreiten des Zweiten Weltkriegs wandelte sich die Rolle des NS-Reichskriegerbundes. Die Organisation wurde zunehmend in die Heimatfront eingebunden und ihre Mitglieder für verschiedene Aufgaben im Luftschutz, bei der Bewachung und in der militärischen Ausbildung herangezogen. Die Veteranen sollten ihre Erfahrungen an die jüngere Generation weitergeben und zur Aufrechterhaltung der Moral an der Heimatfront beitragen.

Die charakteristischen Mottenschäden, wie sie bei diesem Exemplar dokumentiert sind, zeugen vom organischen Material der Armbinde und ihrer jahrzehntelangen Lagerung. Solche Textilien wurden typischerweise aus Baumwolle oder Wollmischgeweben hergestellt, was sie anfällig für Insektenfraß machte. Diese Beschädigungen sind bei historischen Textilien dieser Art häufig anzutreffen und beeinträchtigen den dokumentarischen Wert nicht.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der NS-Reichskriegerbund zusammen mit allen anderen nationalsozialistischen Organisationen durch die Alliierten aufgelöst. Das Tragen solcher Armbinden und anderer NS-Insignien wurde verboten. Erst 1952 wurde in der Bundesrepublik Deutschland ein neuer, demokratischer Kyffhäuserbund gegründet, der sich explizit von der NS-Vergangenheit distanzierte.

Heute sind Armbinden des NS-Kyffhäuserbundes Studienobjekte für Militärhistoriker und Sammler militärhistorischer Objekte. Sie dokumentieren die Gleichschaltungspolitik des NS-Regimes und die Instrumentalisierung von Veteranenorganisationen für ideologische Zwecke. Solche Objekte unterliegen in Deutschland den Bestimmungen zum Umgang mit verfassungsfeindlichen Kennzeichen und dürfen nur zu Zwecken der staatsbürgerlichen Aufklärung, der Wissenschaft oder der historischen Forschung gezeigt werden.