Nahkampfspange in Gold : Nachlass aus dem Besitz von Stabsgefreiten Mathias Klaes, 1./Grenadier-Regiment Nr. 505

Es handelt sich hierbei um den sogenannten 2. Typ der Fertigung der Fa. C.E. Juncker Berlin. Buntmetall feuervergoldet mit aufpolierten Kanten. Rückseitig mit einer runden Aussparung für den Nadelhaken, breite vergoldete Nadel, brüniertes Eisenplättchen, im Zentrum mit einer kleinen Rundkopfniete befestigt, darüber der Tragehaken. Getragenes Stück in gutem Zustand. Komplett im passenden Verleihungsetui, innen mit schwarzer Samteinlage und weißem Seidenfutter, magnetischer Druckknopf und Scharniere.
Weiterhin die folgenden Urkunden:
Verleihungsurkunde zur Medaille Winterschlacht im Osten, ausgestellt 12. August 1942.
Besitzzeugnis zum Infanterie-Sturmabzeichen in Silber, ausgestellt 9.11.1942, mit original Unterschrift "Hesse"Oberst z.V. u. Regt.-Kommandeur.
Besitzzeugnis zum Verwundetenabzeichen in Schwarz, ausgestellt 13. Februar 1943.
Besitzzeugnis zur 1. Stufe der Nahkampfspange für 15 Nahkampftage, ausgestellt 16.9.1943 mit original Unterschrift "Vogelsang" Oberstleutnant und Rgt. Kdr..
Besitzzeugnis zum Verwundetenabzeichen in Silber für 3-malige Verwundung, ausgestellt 12.1.1944.
Besitzzeugnis zur III. Stufe der Nahkampfspange für 50 Nahkampftage, ausgestellt 31. Oktober 1944, mit original Unterschrift Major und Regimentsführer.
Ausweis für Grabenkämpfer, ausgestellt am 1.10.1944 mit Unterschrift Hauptmann und Btl. Führer des 1. Gren.Rgt. 505.
3 Einlageblätter für das Soldbuch mit insgesamt 57 (!) bestätigten Nahkampftagen aus dem Zeitraum 29.8.1941 bis 18.8.1944, alle Rußlandfeldzug, abgestempelt und bestätigt durch den jeweiligen Kompaniechef bzw. Kompanieführer.
Entlassungsurkunde aus der amerikanischen Kriegsgefangenschaft, datiert 24. Mai 1945.
Ersatzurkunde über die Verleihung es Eisernen Kreuz II. Klasse 1942, Eisernes Kreuz I. Klasse 1943, Deutsches Kreuz in Gold 1945, ausgestellt von der Stadt Stolberg, 20. September 1966.
Dienstzeitbescheinigung über die Dienstzeit ab dem 31.10.1944 im 1./Gren.Rgt. 505, ausgestellt vom Bundesarchiv, datiert 21.4.1966, mit Anschreiben. 
Weiterhin der Militärpaß, Soldbuch und militärisches Führungszeugnis des Vaters aus dem 1. Weltkrieg.

Mathias Klaes, geboren am 20.3.1918 in Eschweiler gehört zu den 619 Trägern der Nahkampfspange in Gold, der wohl höchsten Tapferkeitsauszeichnung des Deutschen Heeres. Klaes wird im Fachbuch von Manfred Dörr "Die Träger der Nahkampfspange in Gold" auf Seite 248 aufgeführt. Klaes gehörte zu den 83 Soldaten, die ihre Nahkampfspangen in Gold am 12.12.1944 durch den Reichsführer-SS H. Himmler im Rathaussaal zu Ulm verliehen bekamen.

Das Infanterie-Regiment 505 wurde aufgestellt am 6. Februar 1940 auf dem Truppenübungsplatz Arys in Ostpreußen. Zusammen mit den ebenfalls aufgestellten Infanterie-Regimentern 504 und 506 gehörte das Infanterie-Regiment 505 zur 291.Infanteriedivision. Mitte Mai 1940 erfolgte der Eisenbahntransport nach Aachen. Von dort marschierte das Regiment über Laon bis zur Aisne südlich von Chamouille. Bei der zweiten Phase des Frankreichfeldzuges mußte das Regiment gegen härtesten Widerstand den Oise-Aisne vorgehen. Trotz schwerer Verluste, der Regimentskommandeur wurde verwundet, ein Bataillonskommandeur wurde getötet, gelang es dem IR 505, einen Brückenkopf am gegenüberliegenden Ufer zu bilden. Nach diesen schweren Kämpfen nahm das Regiment am Vormarsch der Division über Fismus zur Marne teil. Von hier ging es kämpfend über Aube, Seine, Yonne, Loire bis in den Raum Bourges. Nach dem Frankreichfeldzug wurde das Regiment mit der Division nach dem Osten verlegt. Bei Beginn des Rußlandfeldzuges ging das Regiment am linken Flügel des Ostheeres an der Küste entlang vor. Am ersten Vormarschtag wurden 70 km (!) zurückgelegt. Nach dem Marsch durch das Baltikum sowie der Schlacht um Reval drang das Regiment westlich von Peterhof bis an die Ostsee vor. Das Regiment stand tief in der sowjetischen Verteidigungsstellung bei Leningrad, als Befehl zum Halten kam. Im Winter 1941/42 kam es zur Wolchow-Front und nahm dann in der Schlacht im Frühling teil. Das ganze Jahr 1942 war das Regiment mit der Division an der Wolchow-Front stationiert und nahm im November bei den Angriffskämpfen bei Welikije Luki teil. Später stand das Regiment in den schweren Kämpfen bei Nowo Sokolniki und Newel. Zu dieser Zeit hatte das Regiment noch eine Gesamtstärke von 14 Offizieren und 244 Unteroffizieren und Mannschaften. Im Spätsommer 1943 nahm das Regiment im Südabschnitt an der Schlacht um Kiew teil. Von dort ging es über Korosten, Rowno, Pripjetgebiet, Schepetowka, Winniza nach Tschernowitz. Dann folgte die Schlacht um den Hube-Kessel bei Kamenez-Podolsk. 1944 folgten Rückzugskämpfe bis auf die Weichsel, die Abwehr im Berggelände der Lysa-Gora und bei Kielce. Bei Beginn der russischen Großoffensive am 12. Januar 1945 stand das Regiment am Baranow-Brückenkopf und wurde von der Roten Armee bis zum 23. Januar 1945 vollkommen vernichtet.



 




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Nahkampfspange in Gold : Nachlass aus dem Besitz von Stabsgefreiten Mathias Klaes, 1./Grenadier-Regiment Nr. 505

Die Nahkampfspange in Gold, offiziell als dritte Stufe bezeichnet, gehört zu den außergewöhnlichsten Tapferkeitsauszeichnungen, die während des Zweiten Weltkriegs von der deutschen Wehrmacht verliehen wurden. Am 25. November 1942 von Adolf Hitler durch Erlass gestiftet, sollte sie die brutalsten Formen des militärischen Kampfes anerkennen: das direkte Ringen Mann gegen Mann im Nahkampf auf den Schlachtfeldern der Ostfront, wo die Kriegsführung zunehmend erbarmungslose Züge annahm.

Das vorliegende Exemplar repräsentiert den sogenannten Typ 2 der Verleihungsstücke, gefertigt von der renommierten Berliner Firma C.E. Juncker. Diese Präsentationsversion unterschied sich deutlich von den regulären Ausgaben: aus feuervergoldetem Buntmetall hergestellt, mit aufpolierten Kanten versehen und mit einem aufwändigeren Befestigungssystem ausgestattet. Die Rückseite zeigt eine runde Aussparung für den Nadelhaken, eine breite vergoldete Nadel und ein brüniertes Eisenplättchen, das mit einer kleinen Rundkopfniete befestigt ist. Diese hochwertigen Präsentationsausführungen wurden erstmals bei der großen Verleihungszeremonie am 12. Dezember 1944 im Ulmer Rathaussaal überreicht.

Die Gestaltung der Nahkampfspange stammt vom Militärkünstler Wilhelm Ernst Peekhaus aus Berlin, dessen Signaturen auf der Rückseite der Spangen üblicherweise mit “FEC. W.E. PEEKHAUS BERLIN” erscheinen, wobei “FEC.” für das lateinische “Fecit” (gefertigt von) steht. Die Vorderseite zeigt den Wehrmachtsadler mit Hakenkreuz in den Fängen über einem gekreuzten Seitengewehr und einer Stielhandgranate, flankiert von Eichenlaub und Eicheln mit strahlenförmigem Hintergrund. Die leicht gebogene Spange misst 9,7 cm in der Länge und 2,6 cm in der Höhe.

Die Verleihungskriterien waren außerordentlich streng. Nahkampf wurde definiert als Mann-gegen-Mann-Gefecht mit Seitengewehren, Handgranaten, Pistolen, Gewehren, Spaten oder Gewehrkolben bei Distanzen unter 25 Metern, wobei jeder anrechenbare Tag mindestens drei Stunden ununterbrochenen Nahkampf erforderte. Die Bronzestufe wurde für 15 Nahkampftage verliehen, die Silberstufe für 25 bis 30 Tage (die Quellen variieren hier), und die Goldstufe für 50 oder mehr Tage. Für Schwerstverwundete galten reduzierte Anforderungen von 10, 20 und 40 Tagen. Die Kampftage wurden ab dem 1. Dezember 1942 gezählt, konnten aber für Ostfrontveteranen rückwirkend bis zum 1. Juni 1941 angerechnet werden, wobei frühere Ostfronteinsätze pauschal bewertet wurden: 8 Monate ergaben 5 Tage, 12 Monate 10 Tage, 15 Monate 15 Tage.

Von den schätzungsweise 18 bis 20 Millionen Soldaten der Wehrmacht und Waffen-SS wurde die Bronzestufe etwa 36.400 bis 37.000 Mal verliehen, die Silberstufe etwa 9.500 bis 10.000 Mal. Die Goldstufe erreichte nur eine winzige Elite: die am häufigsten genannte Zahl beträgt 631 Verleihungen. Die erste Verleihungszeremonie der Goldstufe fand am 27. August 1944 statt, als Hitler persönlich 14 Soldaten im Führerhauptquartier auszeichnete. Ab dem 26. März 1944 hatte sich Hitler das Recht vorbehalten, die Goldstufe persönlich zu überreichen, später teilten sich Hitler, Himmler als Befehlshaber des Ersatzheeres und Guderian als Chef des Generalstabes des Heeres diese Befugnis.

Die bedeutendste Zeremonie fand am 12. Dezember 1944 im Ulmer Rathaussaal statt, wo Reichsführer-SS Heinrich Himmler 83 Soldaten die Goldstufe verlieh, darunter Stabsgefreiter Mathias Klaes vom 1. Bataillon des Grenadier-Regiments 505. Klaes, geboren am 20. März 1918 in Eschweiler, hatte insgesamt 57 bestätigte Nahkampftage im Zeitraum vom 29. August 1941 bis 18. August 1944 absolviert, alle während des Russlandfeldzugs. Er wird auf Seite 248 des Standardwerks von Manfred Dörr “Die Träger der Nahkampfspange in Gold” aufgeführt, das 619 Träger nennt. Weitere Zeremonien umfassten die Verleihung durch Hitler am 5. September 1944, durch Himmler am 23. Oktober 1944 im Führerhauptquartier an 7 Empfänger und am 16. Februar 1945 in Bernau an 16 Empfänger, sowie durch Guderian am 10. März 1945.

Unter den Trägern der Goldstufe waren 522 Heeresangehörige, 126 Waffen-SS-Soldaten und 7 Luftwaffenangehörige. Die höchste bekannte Anzahl von Nahkampftagen erreichte SS-Hauptscharführer Hermann Maringgele mit 84 Tagen, gefolgt von Major Georg Wenzelburger mit 78 Tagen. Die Spange genoss unter den deutschen Infanteristen höheres Prestige als das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes, und bei militärischen Empfängen hatten Träger der Goldstufe sogar vor Ritterkreuzträgern das Salutrecht. Ab dem 30. August 1944 erhielten Träger der Goldstufe automatisch das Deutsche Kreuz in Gold, und ab dem 8. Oktober 1944 zusätzlich 21 Tage Sonderurlaub. 98 Träger der Goldstufe wurden auch mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet.

Nach 1945 verbot die Bundesrepublik Deutschland zunächst das Tragen von NS-Auszeichnungen. Das Gesetz vom 26. Juli 1957 gestattete Veteranen jedoch das Tragen der Nahkampfspange in entnazifizierter Form ohne Adler und Hakenkreuz. Bundeswehrsoldaten trugen kleine Nachbildungen auf feldgrauem Ordensband. Diese Regelungen blieben auch nach der Wiedervereinigung 1990 bestehen, während originale Versionen mit NS-Symbolen weiterhin vom öffentlichen Zeigen ausgeschlossen sind. Die Nahkampfspange diente als Vorbild für das Tätigkeitsabzeichen der GSG 9 und beeinflusste die Gestaltung des Combat Action Badge der US-Armee.

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