Österreich K.u.K. Monarchie Jägerhut Modell 1892 für Mannschaften im Mährischen Feldjägerbataillon Nr. 25 

Garnison Wien. Eigentumsstück um 1900. Hohe schwarzer Filzhut mit beledertem Rand, vorne aufgesteckt das Emblem für die Feldjägerbataillone mit der Nummer «25», komplett mit der grünen Kordel und dem schwarzen Federbusch. Innen mit braunem Schweißleder und weißen Wachstuchfutter mit dem Hersteller «Josef Fleischer Reichenberg», das Schweißband mit der aufgesteckten Initiale «F», der Kinnriemen erneuert. Größe ca. 58. Zustand 2.

https://de.wikipedia.org/wiki/K.u.k._Feldjäger
476371
1.250,00

Österreich K.u.K. Monarchie Jägerhut Modell 1892 für Mannschaften im Mährischen Feldjägerbataillon Nr. 25 

Der Jägerhut Modell 1892 für Mannschaften der k.u.k. Feldjägerbataillone stellt ein charakteristisches Beispiel der österreichisch-ungarischen Militäruniformierung zur Jahrhundertwende dar. Dieses spezifische Exemplar gehörte zum Mährischen Feldjägerbataillon Nr. 25, das in der Garnison Wien stationiert war und eine bedeutende Rolle in der Militärgeschichte der Habsburgermonarchie spielte.

Die k.u.k. Feldjäger bildeten eine Elite-Infanterieeinheit innerhalb der österreichisch-ungarischen Armee. Sie entstanden aus den traditionellen Tiroler und anderen alpinen Jägerformationen und wurden als leichte Infanterie mit besonderer Ausbildung in Geländenutzung, Scharfschützentätigkeit und selbstständiger Gefechtsführung eingesetzt. Das Feldjägerbataillon Nr. 25 wurde ursprünglich als Mährisches Feldjägerbataillon aufgestellt und rekrutierte seine Mannschaften hauptsächlich aus den mährischen Kronländern.

Das Modell 1892 wurde durch kaiserliche Verordnung als Standardkopfbedeckung für die Feldjägertruppen eingeführt und löste frühere Modelle ab. Der Hut zeichnet sich durch seine markante hohe Form aus schwarzem Filz aus, die an traditionelle Jägerhüte der Alpenregion angelehnt war. Der belederte Rand diente sowohl dem praktischen Schutz als auch der Haltbarkeit. Die Konstruktion spiegelte die Notwendigkeit wider, eine robuste Kopfbedeckung für den Dienst im Gelände zu schaffen, die gleichzeitig die Tradition der Jägertruppen würdigte.

Das aufgesteckte Emblem der Feldjägerbataillone mit der Nummer “25” war ein wesentliches Erkennungsmerkmal. Diese Abzeichen waren streng reguliert und mussten den k.u.k. Uniformvorschriften entsprechen. Die grüne Kordel war das charakteristische Merkmal aller österreichischen Jägerformationen und symbolisierte ihre Herkunft aus den Gebirgstruppen. Der schwarze Federbusch komplettierte die Montur und wurde bei Paraden und besonderen Anlässen getragen.

Der Hersteller Josef Fleischer aus Reichenberg (heute Liberec in Tschechien) war einer der anerkannten Lieferanten für militärische Kopfbedeckungen der k.u.k. Armee. Reichenberg war im späten 19. Jahrhundert ein bedeutendes Zentrum der Textilindustrie in Böhmen, und viele Unternehmen dort spezialisierten sich auf militärische Ausrüstungsgegenstände. Die Verwendung von weißem Wachstuchfutter war Standard für bessere Haltbarkeit und Hygiene, während das braune Schweißleder den Tragekomfort erhöhte.

Die aufgesteckte Initiale “F” auf dem Schweißband deutet darauf hin, dass dieser Hut ein Eigentumsstück eines einzelnen Soldaten war. In der k.u.k. Armee waren bestimmte Uniformteile persönliches Eigentum der Soldaten, die sie selbst anschaffen oder nach der Ausmusterung behalten durften. Dies erklärt auch die Qualität und Individualität vieler erhaltener Stücke.

Das Feldjägerbataillon Nr. 25 mit Garnison in Wien spielte eine wichtige Rolle in der Verteidigung der Hauptstadt und nahm an verschiedenen Manövern und Übungen teil. Die Wiener Garnison war eine der prestigeträchtigsten der Monarchie, und die dort stationierten Truppen mussten höchsten Standards entsprechen. Um 1900, der Datierung dieses Stückes, befand sich die k.u.k. Armee in einer Phase der Modernisierung, behielt aber viele traditionelle Uniformelemente bei.

Die Feldjägerbataillone bewährten sich später im Ersten Weltkrieg, wo sie in verschiedenen Kriegsschauplätzen eingesetzt wurden. Ihre Ausbildung als leichte Infanterie machte sie besonders wertvoll für Aufklärungsmissionen und schwieriges Gelände. Das Bataillon Nr. 25 kämpfte an mehreren Fronten und erlitt dabei schwere Verluste.

Nach dem Zusammenbruch der Österreichisch-Ungarischen Monarchie 1918 wurden die Feldjägerbataillone aufgelöst. Viele ihrer Traditionen wurden jedoch von den Nachfolgestaaten übernommen, insbesondere von der österreichischen Bundesheer und der tschechoslowakischen Armee. Erhaltene Uniformstücke wie dieser Jägerhut sind heute wichtige Zeugnisse der militärischen Geschichte Mitteleuropas und dokumentieren die Uniformkultur einer untergegangenen Epoche.

Die Größe 58 entspricht den durchschnittlichen Kopfmaßen der damaligen Zeit. Der gute Erhaltungszustand vieler dieser Hüte zeigt die Qualität der Herstellung und die Sorgfalt, mit der Veteranen und Sammler diese Stücke über mehr als ein Jahrhundert bewahrt haben.