Preußen Kabinettfoto Gefreiter im 1. Garde-Feldartillerie-Regiment, fahrende Abteilung

Standort Berlin, um 1900. 4.9 x 11.8 cm. Zustand 2.
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40,00

Preußen Kabinettfoto Gefreiter im 1. Garde-Feldartillerie-Regiment, fahrende Abteilung

Das vorliegende Kabinettfoto zeigt einen Gefreiten des 1. Garde-Feldartillerie-Regiments, fahrende Abteilung, und stammt aus der Zeit um 1900 in Berlin. Solche fotografischen Dokumente stellen wichtige Zeugnisse der preußischen Militärgeschichte und der fotografischen Kultur des Kaiserreichs dar.

Das 1. Garde-Feldartillerie-Regiment gehörte zu den prestigeträchtigsten Einheiten der preußischen Armee. Es wurde im Jahr 1816 als Garde-Feldartillerie-Brigade aufgestellt und erhielt 1859 seine endgültige Bezeichnung. Das Regiment war Teil der Garde-Korps mit Standort in Berlin und Umgebung. Die fahrende Abteilung unterschied sich von der reitenden Artillerie dadurch, dass die Bedienungsmannschaften auf Protzen und Geschützen mitfuhren, während bei der reitenden Artillerie jeder Mann ein eigenes Pferd hatte.

Die Kabinettfotografie etablierte sich in den 1860er Jahren als Standardformat für Porträtaufnahmen und löste das kleinere Carte-de-Visite-Format teilweise ab. Mit den Maßen von etwa 11 x 16,5 cm für die Kartonunterlage bot es mehr Raum für detaillierte Darstellungen. Die hier angegebenen Abmessungen von 4,9 x 11,8 cm entsprechen der eigentlichen fotografischen Abbildung auf dem Karton. Um 1900 waren Kabinettfotos das bevorzugte Medium für militärische Porträts, da sie die Uniformdetails und Auszeichnungen gut zur Geltung brachten.

Der abgebildete Gefreite repräsentiert den untersten Unteroffiziersrang in der preußischen Armee. Dieser Dienstgrad wurde 1859 eingeführt und ersetzte die frühere Bezeichnung Unteroffizier. Der Gefreite stand zwischen dem gemeinen Soldaten und dem Unteroffizier und trug üblicherweise Distinktionszeichen an den Ärmeln. In der Feldartillerie trugen Mannschaften und Unteroffiziere die charakteristische dunkelblaue Uniform mit roten Aufschlägen, die für die Artillerie typisch waren.

Die Gardeeinheiten genossen im Deutschen Kaiserreich besonderes Ansehen. Sie rekrutierten ihre Mannschaften nach strengeren Kriterien als Linienregimenter, wobei besonderer Wert auf Körpergröße, Erscheinungsbild und Zuverlässigkeit gelegt wurde. Die Garde-Feldartillerie spielte bei militärischen Paraden und Zeremonien in Berlin eine wichtige repräsentative Rolle. Das Regiment nahm an den Einigungskriegen 1864, 1866 und 1870/71 teil und wurde mehrfach für seine Leistungen ausgezeichnet.

In der Epoche um 1900 befand sich die deutsche Armee in einer Phase der Modernisierung. Die Feldartillerie erhielt neue Geschütztypen, insbesondere das revolutionäre Feldkanone C/96, das später zum berühmten FK 96 n.A. weiterentwickelt wurde. Diese Zeit markiert den Übergang von der Schwarzpulver- zur Rauchpulverära und von Bronzerohren zu Stahlgeschützen mit Rohrrücklauf.

Die fotografische Dokumentation von Soldaten hatte mehrere Funktionen: Sie diente der persönlichen Erinnerung und wurde oft an Familienangehörige verschickt. Für viele junge Männer stellte die Militärzeit einen wichtigen Lebensabschnitt dar, der fotografisch festgehalten werden sollte. Die Aufnahmen wurden typischerweise in professionellen Atelierstudios angefertigt, die sich auf militärische Porträts spezialisiert hatten und oft in der Nähe von Kasernen angesiedelt waren.

Der Zustandsbegriff “Zustand 2” in der Beschreibung entspricht der üblichen Klassifizierung von Sammlerstücken, wobei 1 den besten und 5 den schlechtesten Zustand bezeichnet. Ein Zustand 2 deutet auf ein gut erhaltenes Exemplar mit nur geringen Gebrauchsspuren hin, was bei über 120 Jahre alten Fotografien durchaus bemerkenswert ist.

Solche militärhistorischen Fotografien sind heute wichtige Quellen für die Uniformkunde, die Sozialgeschichte und die Alltagsgeschichte des Militärs. Sie dokumentieren nicht nur die offiziellen Uniformvorschriften, sondern zeigen auch individuelle Trageweisen und Auszeichnungen. Für Sammler und Museen stellen sie wertvolle Dokumente dar, die Einblick in das Leben der Soldaten im Deutschen Kaiserreich geben.

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