Schlesischer Adler 2. Stufe mit Schwertern

Buntmetall, die Auflagen aufgeklammert, mit Band.
522971
€ 150,00

Schlesischer Adler 2. Stufe mit Schwertern

Das Schlesische Bewährungsabzeichen, bekannt als Schlesischer Adler 2. Stufe mit Schwertern, gehört zu den bedeutendsten Freikorps-Auszeichnungen der Weimarer Republik. Diese Dekoration wurde geschaffen, um die Verteidiger der umkämpften Region Schlesien während der turbulenten Jahre nach dem Ersten Weltkrieg zu ehren.

Die Schlesischen Aufstände bildeten den historischen Kontext für die Stiftung dieser Auszeichnung. Zwischen August 1919 und Juli 1921 erschütterten drei bewaffnete Aufstände Oberschlesien während der Weimarer Republik. Polnische und polnisch-schlesische Aufständische kämpften dafür, das Territorium der neu gegründeten polnischen Republik anzugliedern, während deutsche Kräfte – Polizei, Grenzschutz und paramilitärische Freikorps-Einheiten – für den Verbleib des Gebiets bei Deutschland kämpften. Der Konflikt endete 1921 mit der Teilung Oberschlesiens zwischen Deutschland und Polen durch den Völkerbund.

Das Abzeichen wurde am 16. Juni 1919 durch das Generalkommando VI. Armee-Korps unter Generalleutnant Friedrich von Friedeburg zusammen mit Generalleutnant v.d. Borne und Major Ernst Hesterberg gestiftet. Die Schwerter wurden später am 1. Juli 1921 von Generalleutnant a.D. Karl Hoefer als Leiter des Selbstschutzes Oberschlesien hinzugefügt.

Die 2. Stufe wurde für drei Monate vorbildlichen Dienst in derselben Grenzschutz-Einheit zur Verteidigung Schlesiens verliehen. In Ausnahmefällen konnte die 2. Stufe auch an Zivilisten vergeben werden, die zur Verteidigung beigetragen hatten und in Schlesien ansässig waren. Die 1. Stufe erforderte sechs Monate vorbildlichen Dienst und wurde nicht an Zivilisten verliehen. Die Schwerter und Eichenblätter wurden für fortgesetzte Kampfeinsätze während des Dritten Polnischen Aufstandes 1921 und der Schlacht am Annaberg verliehen.

Die Hauptempfänger waren Mitglieder von Freikorps-Einheiten, insbesondere des Freikorps Oberland, und der Grenzschutzkräfte, die gegen die Schlesischen Aufstände kämpften. Das bayerische Freikorps Oberland spielte eine bedeutende Rolle, besonders in der Schlacht am Annaberg vom 21. bis 26. Mai 1921, der größten Schlacht der Aufstände. Zu den bekannten zukünftigen Nazi-Größen, die mit dem Freikorps Oberland am Annaberg dienten, gehörten Sepp Dietrich, Rudolf Höss, Kurt Eggers, Edmund Heines, Beppo Römer und Peter von Heydebreck.

Das vorliegende Exemplar besteht aus Buntmetall, versilbert und emailliert, wobei die Schwerter aufgeklammert sind. Der Adler steht nach rechts gewandt mit einem silbernen Halbmond auf der Brust und Flügeln, die ein Kreuz in der Höhlung enthalten. In seinen Fängen hält er ein Band mit der Inschrift FÜR SCHLESIEN. Die 2. Stufe wird an einem 24 mm breiten, vertikal gestreiften gelb-weiß-gelben Band getragen, den Farben Schlesiens.

Eine bemerkenswerte Besonderheit dieser Auszeichnung bestand darin, dass die Empfänger das Abzeichen selbst kaufen mussten. Emaillierte Versionen, wie das beschriebene Objekt, werden als inoffizielle private Nachbildungen aus dem Jahr 1921 dokumentiert, nicht als Regelausführung.

Die Nachgeschichte des Schlesischen Adlers ist ebenso bedeutsam. Am 15. Mai 1934 wurde der Schlesische Adler in seiner ursprünglichen Form (ohne Eichenblätter und Schwerter) offiziell als staatliche Auszeichnung des Dritten Reiches anerkannt. Er gehörte zu den wenigen Freikorps-Auszeichnungen, die nach 1935 an Wehrmacht-Uniformen getragen werden durften, als inoffizielle Medaillen verboten wurden. Die Schwerter und Eichenblätter wurden jedoch offiziell verboten, obwohl viele Veteranen sie trotz des Verbots weiterhin trugen. In der Bundesrepublik Deutschland darf die Auszeichnung gemäß Paragraph 6, Absatz 1, Nummer 1 des Gesetzes über Titel, Orden und Ehrenzeichen vom 26. Juli 1957 weiterhin getragen werden.