Wehrmacht geschönte Feldbluse aus dem Besitz von Generalmajor Hans Georg Schubert, in Kriegsgefangenschaft in den USA am 4.04.1945 verstorben

um 1942. Eleganter 4-Taschenrock. Das Tuch in feinem Gabardine, dunkelgrüner Kragen. Der Kragen, die Knopfleiste und die Ärmelaufschläge mit roter Paspelierung. Komplett mit allen Effekten als Generalmajor. Handgestickter Brustadler in Goldfaden auf dunkelgrünem Tuch, per Hand vernäht. Eingenähte Schulterstücke in schwerem Generalsgeflecht auf roter Tuchunterlage. Die Kragenspiegel in Metallfaden handgestickter Ausführung, maschinell vernäht, vergoldete Knöpfe. Auf der Brust Schlaufen für eine lange Ordensspange, sowie Schlaufen für 2 Steckabzeichen. Innen hellgraues Seidenfutter, im Nacken mit gewebten Schneideretikett " Eduard Sachs Berlin, Hamburg, Dresden ", in der Innentasche mit gedrucktem Schneideretikett und handschriftlicher Trägername "Hans Georg Schubert". Armlänge 66 cm, Brustumfang 72 cm, Länge 66 cm. Leicht getragen, leichte Mottenspuren oberhalb des Brustadler, an der Knopfleiste 1 Loch, Flecken am linken Kragen, Zustand 2.

Mit bei eine Fotokopie seiner Personalakte, und Zeitungsbericht über seine Gefangennahme sowie über seine Erkrankung und Todesursache (ebenfalls Fotokopien).  
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9.500,00

Wehrmacht geschönte Feldbluse aus dem Besitz von Generalmajor Hans Georg Schubert, in Kriegsgefangenschaft in den USA am 4.04.1945 verstorben

Die vorliegende geschönte Feldbluse eines Generalmajors der Wehrmacht repräsentiert einen bedeutenden Objekttyp der deutschen Militärgeschichte des Zweiten Weltkriegs. Diese um 1942 gefertigte Uniformjacke verkörpert die höchste Qualitätsstufe deutscher Offiziersausrüstung und dokumentiert die strikte Hierarchie sowie die Distinktionsmerkmale der Wehrmacht-Generalität.

Die geschönte Feldbluse (auch “Ausgehuniform” genannt) unterschied sich fundamental von der alltäglichen Dienstuniform. Während Letztere für den täglichen Gebrauch und Fronteinsatz konzipiert war, diente die geschönte Version repräsentativen Zwecken, offiziellen Anlässen und Empfängen. Die Verwendung von feinem Gabardine-Tuch anstelle des gewöhnlichen Feldgraus kennzeichnet diese gehobene Ausführung. Der charakteristische dunkelgrüne Kragen (Waffenfarbe für Generalstabsoffiziere) in Kombination mit der roten Paspelierung (Waffenfarbe der Artillerie und des Generalstabs) weist auf die Zugehörigkeit zur höchsten Führungsebene hin.

Die Rangabzeichen eines Generalmajors manifestieren sich in mehreren Details: Die Schulterstücke zeigen das charakteristische schwere Generalsgeflecht aus Aluminium- oder Silberfaden auf roter Tuchunterlage. Die Kragenspiegel in Metallfaden-Handstickerei mit zwei goldenen Eichenblättern kennzeichnen den Rang eines Generalmajors. Der handgestickte Brustadler in Goldfaden auf dunkelgrünem Tuch entspricht der höchsten Qualitätsstufe und wurde ausschließlich bei geschönten Uniformen verwendet.

Das Schneideretikett “Eduard Sachs Berlin, Hamburg, Dresden” verweist auf einen der renommiertesten Militärschneider der Wehrmacht-Ära. Solche Schneidereibetriebe fertigten Uniformen nach individuellen Maßen und verwendeten hochwertigste Materialien. Die Existenz von Filialen in mehreren deutschen Großstädten unterstreicht die Bedeutung dieses Unternehmens für die Versorgung höherer Offiziere.

Die technischen Details der Uniform entsprechen den Heeresdienstvorschriften (HDV) der Wehrmacht. Die vier Taschen, die vergoldeten Knöpfe mit Hoheitszeichen, das hellgraue Seidenfutter sowie die Schlaufen für Ordensspangen und Steckabzeichen folgen den offiziellen Richtlinien für Generalsuniformen. Die Schlaufen für zwei Steckabzeichen deuten auf zusätzliche Auszeichnungen wie das Verwundetenabzeichen, das Deutsche Kreuz oder ähnliche Dekorationen hin.

Der zeitliche Kontext “um 1942” ist militärhistorisch bedeutsam. Zu diesem Zeitpunkt befand sich die Wehrmacht auf dem Höhepunkt ihrer territorialen Expansion. Die Ostfront beanspruchte enorme personelle und materielle Ressourcen, während die Generalität gleichzeitig ihre repräsentative Funktion aufrechterhalten musste. Die Anfertigung solch aufwendiger Uniformen trotz zunehmender Kriegswirtschaft belegt die Bedeutung, die dem äußeren Erscheinungsbild der militärischen Führung beigemessen wurde.

Die Kriegsgefangenschaft in den USA und der Todesfall am 4. April 1945 ordnen dieses Objekt in die Endphase des Krieges ein. Viele deutsche Generale gerieten 1945 in amerikanische Gefangenschaft, häufig während der alliierten Vorstöße ins Reichsgebiet. Die Tatsache, dass die Uniform erhalten blieb, ist bemerkenswert, da persönliche Effekte oft beschlagnahmt oder verloren gingen. Uniformen von Generalsrang waren besonders begehrte “Souvenirs” alliierter Soldaten.

Die erhaltenen Dokumente – Personalakte und Zeitungsberichte – verleihen dem Objekt zusätzliche historische Authentizität. Sie dokumentieren nicht nur die militärische Laufbahn, sondern auch das Schicksal eines hochrangigen Offiziers in den letzten Kriegswochen. Solche Dokumentationen sind für die militärhistorische Forschung von unschätzbarem Wert, da sie persönliche Schicksale mit materiellen Objekten verbinden.

Der Erhaltungszustand mit leichten Gebrauchsspuren und Mottenschäden ist für ein über 80 Jahre altes Textil durchaus typisch. Die Authentizität wird durch die Verarbeitungsmerkmale – handgestickte Insignien, handgenähte Adler, maschinell vernähte Kragenspiegel – unterstrichen. Diese Kombinationen entsprechen den Herstellungspraktiken der Kriegsjahre.

Zusammenfassend repräsentiert diese Feldbluse ein bedeutendes Zeugnis deutscher Militärgeschichte. Sie dokumentiert nicht nur Rang und Status innerhalb der Wehrmacht-Hierarchie, sondern auch die handwerkliche Qualität deutscher Militärschneiderkunst sowie die persönliche Geschichte eines Generals in den letzten Kriegsmonaten.

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