Deutsches Kaiserreich Schutzgebiet ( Kolonie ) - Postkarte " Zahmer Strauss auf einer Windhoeker Farm "

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Deutsches Kaiserreich Schutzgebiet ( Kolonie ) - Postkarte " Zahmer Strauss auf einer Windhoeker Farm "

Diese Postkarte aus Deutsch-Südwestafrika mit dem Titel "Zahmer Strauss auf einer Windhoeker Farm" dokumentiert einen bemerkenswerten Aspekt der kolonialen Landwirtschaft im deutschen Schutzgebiet. Das Motiv zeigt die Straußenzucht in der Umgebung von Windhoek, eine Wirtschaftsform, die um 1900 im südlichen Afrika ihren Höhepunkt erreichte, als die Vögel wegen ihrer Federn und Häute gezüchtet wurden.

Deutsch-Südwestafrika war von 1884 bis 1915 eine Kolonie des Deutschen Kaiserreichs, wobei die endgültige Festlegung der Grenzen erst 1890 erfolgte. Deutschland entsandte eine Schutztruppe unter Major Curt von François nach Windhoek, die als militärische und administrative Präsenz diente. In Klein Windhoek wurden Parzellen an Siedler vergeben, die mit Obst, Tabak und Milchvieh kleinbäuerliche Betriebe aufbauten. Die städtische Entwicklung beschleunigte sich nach 1907 erheblich.

Die Postkarte gehört zur Kategorie der kolonialen Ansichtskarten, deren Produktion in Deutsch-Südwestafrika etwa 1896 begann, nachdem das Postsystem 1888 etabliert und 1898 überdruckte Reichsmarken eingeführt worden waren. Diese Bildpostkarten wurden von verschiedenen Verlegern und Fotografen produziert, darunter lokale Windhoeker Verleger wie A. Schmerenbeck sowie kommerzielle Verlage aus Deutschland. Die Produktionsperiode erstreckte sich ungefähr von 1896 bis 1915.

Die kolonialen Postkartenmotive deckten nahezu alle Bereiche ab: Geografie, Bergbau, Siedlungswesen, Stadtansichten, Gebäude, Post- und Polizeidienste, Menschen und Tiere sowie Kriegsthemen. Diese Karte gehört zur thematischen Kategorie der Landwirtschaft und zeigt die Domestizierung einheimischer Wildtiere für europäische Farmzwecke. Die Straußenzucht illustriert anschaulich, wie die koloniale Wirtschaft lokale Ressourcen und Arten für europäische Märkte nutzbar machte.

Für die Herstellung verwendeten die Verleger zunächst monochrome Lithografie, ab 1895 dann mehrfarbige Chromolithografie und später Schwarz-Weiß-Fotokarten in verschiedenen Druckverfahren. Das Standardformat entsprach den zeitüblichen Postkartenmassen von etwa 14 mal 9 bis 10 Zentimetern. Diese Karten dienten als illustrierte schriftliche Kommunikationsmittel oder als Andenken, die per Post an Empfänger im Inland oder ins Ausland versandt wurden. Sie wurden von deutschen Siedlern, Kolonialbeamten, Soldaten und Besuchern genutzt, um Nachrichten aus der Kolonie nach Deutschland oder innerhalb der Kolonialgebiete zu senden.

Die deutsche Kolonialära endete während des Ersten Weltkriegs, als südafrikanische Truppen am 12. Mai 1915 im Auftrag Großbritanniens Windhoek besetzten. Danach wurde Südwestafrika fünf Jahre lang von einer Militärregierung verwaltet. Die Verwaltung des Gebiets wurde nach dem Versailler Vertrag vom Völkerbund an Südafrika übertragen, obwohl Deutschland das Territorium erst 1919 offiziell abtrat.

Nach dem Ende der deutschen Kolonialherrschaft wurden diese Postkarten zu historischen Dokumenten und Sammlerstücken. Heute werden sie in Archiven und Privatsammlungen als visuelle Dokumentation der deutschen Kolonialzeit in Südwestafrika bewahrt. Archive enthalten Sammlungen von Hunderten solcher Postkarten aus der Periode, etwa 183 Postkarten in der Sammlung des Nürnberger Stadtarchivs aus den Jahren 1904 bis 1926, was auf eine weit verbreitete Produktion hinweist. Historiker untersuchen sie heute als Quellen zur Kolonialgeschichte, Postgeschichte und Fotografie dieser Epoche.