Lineol - Heer 2 Soldaten als SMG-Gewehrführer und in Reserve liegend

7 cm, Zustand 2-.
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25,00

Lineol - Heer 2 Soldaten als SMG-Gewehrführer und in Reserve liegend

Die vorliegenden Lineol-Figuren stellen zwei deutsche Heressoldaten des Zweiten Weltkriegs dar: einen SMG-Gewehrführer (Schützenmaschinengewehr-Führer) und einen in Reserve liegenden Soldaten. Diese Kompositfiguren im Maßstab von etwa 7 cm Höhe repräsentieren ein faszinierendes Kapitel der deutschen Spielzeuggeschichte und militärischen Alltagskultur.

Die Firma Lineol wurde 1906 von Oskar Wiederholt in Brandenburg an der Havel gegründet und entwickelte sich zu einem der bedeutendsten deutschen Hersteller von Massefiguren. Der Name “Lineol” leitet sich von “Linoleum” ab, da das verwendete Material ähnliche Eigenschaften aufwies. Die Figuren wurden aus einer speziellen Masse gefertigt, die hauptsächlich aus Sägemehl, Leim, Kasein und Kaolin bestand. Diese Komposition ermöglichte detaillierte Modellierungen und war kostengünstiger als die traditionellen Zinnfiguren.

In den 1930er und 1940er Jahren produzierte Lineol umfangreiche Serien von Wehrmacht-Soldaten, die sowohl als Spielzeug für Kinder als auch als Sammelobjekte für Erwachsene dienten. Die Figuren spiegelten die zeitgenössische militärische Ausrüstung und Uniformierung wider und wurden mit beachtlicher Liebe zum Detail gefertigt.

Der SMG-Gewehrführer (Schützenmaschinengewehr-Führer) war in der deutschen Heeresstruktur eine wichtige Position innerhalb der Infanterieeinheiten. Das MG 34 und später das MG 42 bildeten das Rückgrat der deutschen Infanterietaktik. Die deutsche Doktrin sah vor, dass die Infanterie um das Maschinengewehr herum organisiert wurde, nicht umgekehrt. Ein typischer deutscher Infanteriezug bestand aus mehreren MG-Trupps, wobei jeder Trupp aus einem Gewehrführer, einem Richtschützen und mehreren Munitionsträgern bestand.

Die zweite Figur, der in Reserve liegende Soldat, stellt eine typische Gefechtsposition dar. In der deutschen Heeresausbildung wurde großer Wert auf verschiedene Stellungen gelegt: stehend, kniend, liegend und in Deckung. Die liegende Position bot maximalen Schutz und Stabilität beim Feuern. Soldaten in Reserve wurden strategisch positioniert, um vorrückende Truppen zu unterstützen oder Lücken in der Verteidigungslinie zu schließen.

Die Uniformierung und Ausrüstung, wie sie auf Lineol-Figuren dargestellt wurde, entsprach den zeitgenössischen Vorschriften der Wehrmacht. Der typische deutsche Infanterist trug den Stahlhelm M35 oder M42, die feldgraue Uniform, Koppelzeug mit Brotbeutel, Feldflasche und Gasmaskencontainer sowie das charakteristische Y-förmige Tragegestell.

Die Zustandsangabe 2- in der Beschreibung bezieht sich auf das etablierte Bewertungssystem für Sammlerstücke, wobei Zustand 1 neuwertig und Zustand 6 stark beschädigt bedeutet. Ein Zustand 2- deutet auf eine sehr gut erhaltene Figur mit minimalen Gebrauchsspuren hin – bemerkenswert für Objekte, die oft intensiv bespielt wurden.

Die historische Bedeutung solcher Spielzeugfiguren geht über ihren materiellen Wert hinaus. Sie dokumentieren die Militarisierung der Alltagskultur im Dritten Reich, wo militärische Themen alle Lebensbereiche durchdrangen. Kinder wuchsen mit diesen Figuren auf und internalisierten militärische Strukturen und Hierarchien durch das Spiel.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Produktion von Lineol unter alliierter Besatzung zunächst eingestellt. Die Firma wurde später wiederbelebt, konzentrierte sich aber auf andere Themen. Heute sind originale Lineol-Wehrmacht-Figuren gesuchte Sammlerobjekte, die nicht nur spielzeughistorisch, sondern auch als Zeugnisse der Sozial- und Kulturgeschichte von Bedeutung sind.

Sammler schätzen an Lineol-Figuren besonders die qualitätvolle Modellierung, die historische Authentizität der Darstellung und den Erhaltungszustand. Die Masse-Figuren sind empfindlicher als Metallfiguren und überdauern seltener in gutem Zustand, was gut erhaltene Exemplare besonders wertvoll macht.