Luftwaffe Afrikakorps Tropenschirmmütze, sogenannte "Hermann-Meier Mütze"

Kammerstück, um 1942/43. Fertigung aus sandfarbenem Tuch, komplett mit allen Effekten. Mützenadler und Mützenschwinge in Bevo-gewebter Ausführung aus sandfarbenem Tuch, per Hand vernäht, mit intaktem schwarzen Ledersturmriemen in der besonderen Ausführung für diese Mütze. Innen mit rotem Futter, Kammerstempel "RB-Nr. 0/0350...", Größe 57. Ungetragen, Zustand 2+.
In diesem Zustand nur ganz selten zu finden.
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3.800,00

Luftwaffe Afrikakorps Tropenschirmmütze, sogenannte "Hermann-Meier Mütze"

Die Luftwaffe Tropenschirmmütze, im Volksmund als Hermann-Meier Mütze bekannt, gehört zu den charakteristischsten und begehrtesten Ausrüstungsgegenständen der deutschen Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg. Diese tropentaugliche Schirmmütze wurde Ende 1940 speziell für den Einsatz deutscher Truppen in Nordafrika entwickelt und zwischen 1942 und 1943 während der nordafrikanischen und mediterranen Feldzüge produziert.

Der außergewöhnliche Spitzname der Mütze hat seinen Ursprung in einer folgenschweren Äußerung von Reichsmarschall Hermann Göring im September 1939. In einer selbstbewussten Proklamation erklärte er: “Kein feindlicher Bomber kann das Ruhrgebiet erreichen. Wenn einer das Ruhrgebiet erreicht, heiße ich nicht Göring. Sie können mich Meyer nennen.” Als alliierte Bomber später erfolgreich Deutschland angriffen, wurde diese Aussage zur Quelle des Spotts. Die Bevölkerung begann, Luftschutzsirenen ironisch als Meyers Trompeten zu bezeichnen, und Luftwaffenpersonal übertrug diese spöttische Anspielung auf ihre tropische Schirmmütze.

Die Mütze wurde aus sandfarbenem oder khakifarbenem Baumwoll- oder Baumwolldrillstoff gefertigt und verfügte über eine weiche, zusammendrückbare Krone sowie einen Schirm mit Kartonverstärkung. Das charakteristische Innenfutter bestand aus rotem Baumwoll- oder Baumwoll-Kunstseiden-Mischgewebe, das typisch für Luftwaffenproduktionen war. Das Kopfband zeigte einen maschinengewebten Mützenadler im Bevo-Stil sowie die Mützenschwinge in den Nationalfarben, die von Hand aufgenäht wurden. An der Rückseite des Kopfbandes befanden sich drei Metallknöpfe zur Befestigung einer abnehmbaren Nackenklappe, die zusätzlichen Sonnenschutz bot. Charakteristisch waren zudem die Belüftungsösen an beiden Seiten der Mütze.

Die Produktion erfolgte durch verschiedene Hersteller, darunter FAB (Fabrik Adler Berg), Robert Lubstein (EREL), B.K. und weitere. Im Inneren trugen die Mützen Kammerstempel mit RB-Nummern, die auf offizielle Militärproduktion hinwiesen. Es existierten zwei Hauptvarianten der Abzeichen: Eine frühe Ausführung verwendete den tropischen Adler mit einzeln gestickter Kokarde in den Nationalfarben, während spätere Modelle eine maschinengewebte tropische geflügelte Kokarde aufwiesen. Mannschaften und Unteroffiziere trugen schwarze Ledersturmriemen, während einige Offiziere nach persönlicher Vorliebe Metallkinnketten hinzufügten, obwohl Lederriemen für Tropenmützen regulär vorgeschrieben waren.

Getragen wurde die Tropenschirmmütze von Luftwaffenpersonal in Nordafrika, besonders in Tunesien, sowie auf Sizilien und in Süditalien. Besonders eng verbunden ist die Mütze mit dem Fallschirmjäger-Regiment 5 in Tunesien und der Division Hermann Göring. Die Hermann Göring Division wurde im Februar und März 1943 nach Tunesien verlegt, wo Einheiten einschließlich des Fallschirmjäger-Regiments 5 bis zur Kapitulation der Achsenmächte am 12. Mai 1943 kämpften. Die neu formierte Division kämpfte anschließend im Juli 1943 auf Sizilien und später in Italien. Die Mütze wurde von Mannschaften, Unteroffizieren und Offizieren der Luftwaffe in tropischen Einsatzgebieten getragen.

Nach dem Krieg entwickelten sich erhaltene Exemplare zu begehrten militärischen Sammlerstücken. Originale in ungetragenem oder exzellentem Zustand gelten als selten und werden in Sammlerkreisen als schwer zu finden beschrieben. Die Tropenschirmmütze bleibt eines der markantesten und erkennbarsten Stücke deutscher tropischer Kopfbedeckungen des Zweiten Weltkriegs. Moderne Reproduktionen werden heute für Geschichtsdarsteller und Sammler hergestellt.