NSFK Bronzene Teilnehmerplakette "Nationalsozialistisches Fliegerkorps - Deutschlandflug 1938"

Nr. 6644, komplett im Verleihungsetui, innen mit Eindruck "Nationalsozialistisches Fliegerkorps - Der Korpsführer", Zustand 2.
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450,00

NSFK Bronzene Teilnehmerplakette "Nationalsozialistisches Fliegerkorps - Deutschlandflug 1938"

Die bronzene Teilnehmerplakette des Deutschlandflugs 1938 des Nationalsozialistischen Fliegerkorps (NSFK) stellt ein bedeutendes Zeugnis der nationalsozialistischen Luftfahrtpropaganda in der unmittelbaren Vorkriegszeit dar. Diese Auszeichnung wurde an Teilnehmer des prestigeträchtigen Deutschlandflugs verliehen, einer jährlichen Luftfahrtveranstaltung, die dem Regime zur Demonstration deutscher Luftfahrttechnik und zur Förderung des fliegerischen Nachwuchses diente.

Das Nationalsozialistische Fliegerkorps wurde am 17. April 1937 durch Zusammenlegung des Deutschen Luftsportverbandes (DLV) und anderer Luftfahrtorganisationen gegründet. Unter der Führung von Korpsführer Friedrich Christiansen, einem ehemaligen Marineoffizier und Träger des Pour le Mérite aus dem Ersten Weltkrieg, entwickelte sich das NSFK zur zentralen Organisation für die vormilitärische fliegerische Ausbildung im Deutschen Reich. Die Organisation unterstand formal dem Reichsluftfahrtministerium unter Hermann Göring und diente faktisch der verdeckten Rekrutierung und Vorschulung künftiger Luftwaffenpiloten.

Der Deutschlandflug 1938 fand vom 18. bis 26. Juni 1938 statt und war bereits die sechste Auflage dieser Veranstaltung seit 1933. Die Route führte die Teilnehmer über mehrere Etappen durch das gesamte Deutsche Reich, wobei verschiedene Städte angeflogen werden mussten. Der Wettbewerb umfasste sowohl Streckenflüge als auch Präzisionsaufgaben und stellte hohe Anforderungen an die fliegerischen Fähigkeiten der Teilnehmer. Besonders das Jahr 1938 war von besonderer propagandistischer Bedeutung, da es nach dem Anschluss Österreichs im März 1938 erstmals auch österreichische Flugplätze in die Route einbezog.

Die vorliegende Plakette trägt die Nummer 6644 und befindet sich vollständig im originalen Verleihungsetui. Das Etui ist innen mit dem Eindruck “Nationalsozialistisches Fliegerkorps - Der Korpsführer” versehen, was die offizielle Verleihung durch die höchste Führungsebene des NSFK dokumentiert. Die Bronze-Ausführung war die reguläre Variante für Teilnehmer, während Sieger und Platzierte höherwertige Auszeichnungen erhielten.

Die Gestaltung solcher NSFK-Plaketten folgte den typischen ikonographischen Mustern der nationalsozialistischen Periode. Üblicherweise zeigten diese Abzeichen stilisierte Adler, Flugzeuge oder aeronautische Symbole in Kombination mit dem Hakenkreuz und dem NSFK-Emblem. Die handwerkliche Qualität dieser Auszeichnungen war in der Regel hoch, da sie von etablierten deutschen Medaillenherstellern produziert wurden.

Der historische Kontext des Jahres 1938 verleiht dieser Plakette besondere Bedeutung. Deutschland befand sich in einer Phase massiver militärischer Aufrüstung, und die Luftwaffe hatte sich seit ihrer offiziellen Gründung 1935 zu einer der schlagkräftigsten Luftstreitkräfte der Welt entwickelt. Der Deutschlandflug diente nicht nur der sportlichen Betätigung, sondern war integraler Bestandteil der militärischen Vorbereitung. Viele Teilnehmer dieser Veranstaltungen wurden später Jagdflieger oder Bomberpiloten der Luftwaffe.

Die Etuis dieser Auszeichnungen waren standardmäßig aus Karton oder Kunstleder gefertigt und trugen auf der Innenseite den offiziellen Stempel der verleihenden Stelle. Der Zustand 2 deutet auf eine gut erhaltene Plakette mit minimalen Gebrauchsspuren hin, was bei einem über 85 Jahre alten Objekt bemerkenswert ist.

Aus militärhistorischer Perspektive dokumentieren solche Auszeichnungen die systematische Vorbereitung der deutschen Kriegsmaschinerie in den Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg. Das NSFK bildete bis 1945 zehntausende Segelflieger, Motorflieger und Flugtechniker aus, die dann zur Luftwaffe eingezogen wurden. Die Organisation verfügte über eigene Flugschulen, Werkstätten und einen umfangreichen Flugzeugpark.

Heute sind solche Auszeichnungen wichtige Studienobjekte für Militärhistoriker und Sammler, die sich mit der Geschichte der Luftfahrt im Dritten Reich befassen. Sie dokumentieren nicht nur die technische Entwicklung, sondern auch die propagandistische Instrumentalisierung des Flugsports für militärische Zwecke. Die Tatsache, dass diese Plakette mit ihrem originalen Etui und dem Verleihungsstempel erhalten geblieben ist, erhöht ihren dokumentarischen Wert erheblich.