RLB Reichsluftschutzbund Ärmeladler für Generäle
Der Reichsluftschutzbund (RLB) war eine paramilitärische Organisation im nationalsozialistischen Deutschland, die 1933 gegründet wurde und bis 1945 bestand. Als staatlich kontrollierte Zivilschutzorganisation hatte der RLB die Aufgabe, die Zivilbevölkerung auf Luftangriffe vorzubereiten und im Ernstfall zu schützen. Bis 1939 wuchs die Organisation auf über 12 Millionen Mitglieder an und wurde damit zu einer der größten Massenorganisationen des Dritten Reiches.
Der hier beschriebene Ärmeladler für Generale des RLB stellt ein seltenes Rangabzeichen der höchsten Führungsebene dieser Organisation dar. Die Generalränge im RLB wurden erst mit zunehmender Militarisierung der Organisation in den späten 1930er Jahren eingeführt, als der Luftschutz eine immer wichtigere Rolle in der nationalsozialistischen Kriegsvorbereitung spielte.
Die handgestickte Ausführung in Metallfaden auf schwarzem Tuchuntergrund entspricht der typischen Herstellungsweise für Offiziersabzeichen höheren Ranges in dieser Periode. Im Gegensatz zu maschinengestickten oder gewebten Ausführungen für niedrigere Ränge wurden die Abzeichen für Generale traditionell in aufwendiger Handarbeit gefertigt. Der verwendete Metallfaden bestand üblicherweise aus Aluminium oder versilbertem Kupferdraht, der auf die schwarze Tuchuunterlage gestickt wurde. Schwarz war die offizielle Organisationsfarbe des RLB und fand sich in allen Uniformteilen wieder.
Das Adlermotiv selbst folgte der standardisierten Darstellung des Hoheitsadlers, wie er in verschiedenen Varianten auf Uniformen und Abzeichen der nationalsozialistischen Organisationen verwendet wurde. Der Adler mit ausgebreiteten Schwingen und nach links gewendetem Kopf war ein zentrales Symbol der NS-Herrschaft und wurde von allen staatlichen und parteilichen Organisationen geführt.
Die Struktur des RLB war streng hierarchisch organisiert und orientierte sich an militärischen Vorbildern. An der Spitze stand der Reichsluftschutzführer, ein Amt, das von 1933 bis 1945 von Generalmajor a.D. Hugo Grimme bekleidet wurde. Unter ihm existierte eine ausgefeilte Hierarchie von Führungspositionen auf Reichs-, Landes-, Bezirks- und Ortsebene. Die Generalränge wurden nur an die höchsten Funktionsträger vergeben.
Die beschriebene Entnazifizierung des Stückes ist ein typisches Merkmal der Nachkriegszeit. Nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches im Mai 1945 verbot die alliierte Militärregierung durch das Kontrollratsgesetz Nr. 1 vom 20. September 1945 alle Symbole und Abzeichen der NSDAP und ihrer Gliederungen. Viele Veteranen entfernten daraufhin die Hakenkreuze von ihren Uniformstücken und Abzeichen, um diese behalten zu können, ohne gegen die Verbote zu verstoßen. Bei Ärmeladlern bedeutete dies üblicherweise das Entfernen oder Auftrennen des Hakenkreuzes, das der Adler in seinen Fängen hielt.
Die Aufgaben des RLB umfassten die Ausbildung der Bevölkerung in Luftschutzmaßnahmen, den Bau und die Instandhaltung von Luftschutzräumen, die Organisation von Verdunkelungsmaßnahmen und die Koordination der Hilfsmaßnahmen nach Luftangriffen. Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges 1939 und besonders nach Beginn der alliierten Bomberoffensive gegen deutsche Städte ab 1942 gewann die Organisation enorm an Bedeutung. Die RLB-Einheiten waren maßgeblich an der Brandbekämpfung, Bergung Verschütteter und der Versorgung der betroffenen Bevölkerung beteiligt.
Die Uniformierung des RLB entwickelte sich im Laufe der Jahre. Anfangs trugen die Mitglieder einfache Armbinden, später wurde eine vollständige dunkelblaue Uniform mit schwarzen Kragenspiegeln und Schulterstücken eingeführt. Die Ärmelabzeichen gehörten zur offiziellen Uniform und wurden am linken Oberarm getragen.
Heute sind solche hochrangigen Abzeichen des RLB aufgrund ihrer geringen Stückzahlen und der Tatsache, dass viele nach Kriegsende vernichtet wurden, selten erhalten. Sie dokumentieren einen wichtigen Aspekt der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts und sind Zeugnisse der totalen Mobilisierung der Gesellschaft im nationalsozialistischen Deutschland.