Weimarer Republik - ADAC ( Allgemeiner Deutscher Automobil-Club ) - nichttragbare Teilnehmerplakette - " Zielfahrt zur 1000 jähr. Stadt Montabaur 930-1930 Automobil-Club von Montabaur "

Bronze, 72 x 89 mm, teilweise emailliert, Zustand 2
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160,00

Weimarer Republik - ADAC ( Allgemeiner Deutscher Automobil-Club ) - nichttragbare Teilnehmerplakette - " Zielfahrt zur 1000 jähr. Stadt Montabaur 930-1930 Automobil-Club von Montabaur "

Die vorliegende ADAC-Teilnehmerplakette zur Zielfahrt anlässlich der 1000-jährigen Jubiläumsfeier der Stadt Montabaur (930-1930) repräsentiert ein faszinierendes Zeugnis der deutschen Automobilkultur während der Weimarer Republik. Diese nichttragbare Plakette aus Bronze mit partieller Emaillierung dokumentiert nicht nur die Entwicklung des organisierten Motorsports in Deutschland, sondern auch das wachsende Selbstbewusstsein lokaler Automobilclubs in der Zwischenkriegszeit.

Der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) wurde bereits 1903 in Stuttgart gegründet und entwickelte sich während der Weimarer Republik zur größten deutschen Automobilvereinigung. In den 1920er Jahren erlebte Deutschland trotz wirtschaftlicher Schwierigkeiten eine zunehmende Motorisierung. Der ADAC spielte dabei eine zentrale Rolle bei der Organisation von Zuverlässigkeitsfahrten, Sternfahrten und Zielfahrten, die sowohl sportlichen als auch touristischen Charakter hatten.

Die Stadt Montabaur im Westerwald feierte 1930 ihr tausendjähriges Bestehen, wobei die erste urkundliche Erwähnung auf das Jahr 930 zurückging. Solche Stadtjubiläen waren in der Weimarer Republik wichtige gesellschaftliche Ereignisse, die oft mit verschiedenen Festlichkeiten, Ausstellungen und Sportveranstaltungen begangen wurden. Der lokale Automobil-Club von Montabaur nutzte dieses Jubiläum, um in Zusammenarbeit mit dem ADAC eine besondere Zielfahrt zu organisieren.

Zielfahrten waren in den 1920er und frühen 1930er Jahren beliebte Motorsportveranstaltungen. Im Gegensatz zu Rennen stand hier nicht die Geschwindigkeit im Vordergrund, sondern die Zuverlässigkeit der Fahrzeuge, die Orientierungsfähigkeit der Teilnehmer und die Einhaltung vorgegebener Zeitpläne. Solche Veranstaltungen dienten mehreren Zwecken: Sie demonstrierten die technische Zuverlässigkeit der noch jungen Automobilbranche, förderten den Tourismus in bestimmten Regionen und stärkten das Gemeinschaftsgefühl unter den Automobilisten.

Die Plakette selbst ist ein typisches Beispiel für die Erinnerungskultur im deutschen Motorsport der Zwischenkriegszeit. Teilnehmer solcher Veranstaltungen erhielten oft kunstvolle Plaketten oder Plaketten als Andenken. Diese wurden üblicherweise aus Bronze gefertigt und häufig mit farbigen Emailleeinlagen versehen, was sie zu attraktiven Sammlerstücken machte. Die Maße von 72 x 89 mm entsprechen den typischen Dimensionen nichttragbarer Plaketten dieser Epoche, die entweder in Vitrinen ausgestellt oder an speziellen Sammeltafeln befestigt wurden.

Der Automobil-Club von Montabaur war einer von vielen regionalen Automobilclubs, die in der Weimarer Republik existierten. Diese lokalen Clubs waren oft dem ADAC angeschlossen und organisierten eigene Veranstaltungen, die zur Popularisierung des Automobils in ihrer Region beitrugen. Die Zusammenarbeit zwischen dem ADAC als Dachverband und den lokalen Clubs war charakteristisch für die organisatorische Struktur des deutschen Motorsports in dieser Zeit.

Die Weimarer Republik (1918-1933) war trotz ihrer politischen und wirtschaftlichen Instabilität eine Zeit erheblicher technischer Innovation und gesellschaftlicher Modernisierung. Das Automobil wurde zunehmend zum Symbol für Fortschritt und Modernität. Die Zahl der zugelassenen Kraftfahrzeuge in Deutschland stieg von etwa 60.000 im Jahr 1920 auf über eine Million im Jahr 1930. Diese Entwicklung spiegelte sich in der wachsenden Bedeutung von Automobilclubs und motorsportlichen Veranstaltungen wider.

Die Gestaltung solcher Plaketten folgte häufig zeitgenössischen kunsthandwerklichen Traditionen. Viele wurden von spezialisierten Medailleuren und Metallverarbeitern geschaffen, die Elemente des Art Déco und der Neuen Sachlichkeit in ihre Entwürfe integrierten. Die partielle Emaillierung, die bei dieser Plakette erwähnt wird, war eine aufwendige Technik, bei der farbiges Glas in vorbereitete Vertiefungen eingeschmolzen wurde.

Für Sammler und Historiker sind solche Plaketten heute wertvolle Quellen zur Erforschung der Alltagskultur und der Mobilitätsgeschichte der Weimarer Republik. Sie dokumentieren nicht nur sportliche Ereignisse, sondern auch die regionale Identität, städtische Jubiläen und die soziale Dimension des frühen Automobilismus in Deutschland. Die Erhaltung solcher Objekte trägt zum Verständnis einer transformativen Epoche deutscher Geschichte bei, in der technischer Fortschritt und gesellschaftlicher Wandel eng miteinander verwoben waren.