Zaristisches Rußland Helm für Offiziere des Leibgarde-Kürassier-Regiments

Um 1910. Hoher eleganter Lederhelm, komplett mit allen Beschlägen in Messing vergoldet. Auf der Stirnplatte aufgelegt der echtsilberne Stern des St. Andreas Ordens mit fein emailliertem Zentrum mit dem Wahlspruch «За веру и верность» (Für Glauben und Treue). Gewölbte Schuppenketten an Rosetten, rechts die große lackierte Kokarde für Offiziere. Innen mit schwarzem Lederschweißband mit rotem Tuchfutter. Größe ca. 55. Zustand 2.

Ein sehr schöner, sehr gut erhaltener und unberührter Helm! Nur selten zu bekommen!

Der Helm wurde vom Leib-Garde-Kürassier-Regiment getragen. Das Regiment war bereits 1702 aufgestellt worden und blickt auf eine lange Tradition zurück. Besonders in den Napoleonischen Kriegen hat es sich ausgezeichnet. Generale dieses Regiments trugen den gleichen Helm, jedoch mit einer Eichenlaubverzierung am Stirnschild, der Vorderschiene und den seitlichen Spangen.
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16.000,00

Zaristisches Rußland Helm für Offiziere des Leibgarde-Kürassier-Regiments

Der Helm des Leibgarde-Kürassier-Regiments des Zaristischen Russlands repräsentiert eine der prestigeträchtigsten militärischen Kopfbedeckungen der imperialen Armee im frühen 20. Jahrhundert. Dieses Regiment, das 1702 unter Zar Peter dem Großen aufgestellt wurde, gehörte zu den elitärsten Einheiten der russischen Garde und spielte über zwei Jahrhunderte hinweg eine zentrale Rolle in der russischen Militärgeschichte.

Das Leibgarde-Kürassier-Regiment (auch bekannt als Leib-Garde-Kürassier-Regiment seiner Majestät) zeichnete sich besonders während der Napoleonischen Kriege aus, wo es in zahlreichen Schlachten kämpfte, darunter bei Austerlitz (1805), Friedland (1807) und in der entscheidenden Schlacht von Leipzig (1813). Die Tradition und das Prestige des Regiments machten es zu einer der angesehensten Einheiten der russischen Streitkräfte.

Der hier beschriebene Offiziershelm aus der Zeit um 1910 folgt dem charakteristischen Design, das in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg standardisiert wurde. Die Grundform des Helms besteht aus hochwertigem Leder, das durch vergoldete Messingbeschläge verziert wird. Das herausragendste Merkmal ist zweifellos der Stern des St. Andreas-Ordens auf der Stirnplatte, gefertigt aus echtem Silber mit feiner Emailarbeit im Zentrum. Der Wahlspruch “За вѣрѵ и вѣрность” (Für Glauben und Treue) im Zentrum des Sterns unterstreicht die enge Verbindung zwischen dem Regiment und dem Zarenhaus.

Der St. Andreas-Orden, gegründet 1698 von Peter dem Großen, war der höchste Orden des Russischen Reiches und symbolisierte höchste Loyalität zum Zaren und zum Vaterland. Seine Verwendung auf dem Regimentshelm verdeutlichte den exklusiven Status der Garde-Kürassiere als persönliche Leibwache des Zaren.

Die technischen Details des Helms entsprechen den militärischen Vorschriften jener Zeit. Die gewölbten Schuppenketten, an Rosetten befestigt, dienten sowohl dekorativen als auch praktischen Zwecken, indem sie den Helm am Kopf sicherten. Die große lackierte Offizierskokarde auf der rechten Seite zeigte die schwarz-orange-weißen Farben des Russischen Reiches und unterschied Offiziere deutlich von Mannschaftsdienstgraden.

Das schwarze Lederschweißband mit rotem Tuchfutter im Inneren war typisch für Garderegimenter und bot sowohl Komfort als auch eine angemessene Polsterung. Die angegebene Größe von etwa 55 entspricht den durchschnittlichen Kopfmaßen jener Zeit.

Interessanterweise trugen Generale dieses Regiments eine modifizierte Version desselben Helms, die durch zusätzliche Eichenlaubverzierungen am Stirnschild, der Vorderschiene und den seitlichen Spangen gekennzeichnet war. Diese Unterscheidung machte den Rang auf den ersten Blick erkennbar und unterstrich die hierarchische Struktur innerhalb des Regiments.

Die Jahre um 1910 markierten eine bedeutende Periode für das Russische Reich. Das Land befand sich in einer Phase der Modernisierung und gleichzeitig wachsender innerer Spannungen. Die prächtigen Uniformen und Helme der Garderegimenter repräsentierten die Macht und Tradition der Romanov-Dynastie, auch wenn das politische System bereits unter zunehmendem Druck stand.

Die Kürassiere, ursprünglich schwere Kavallerie, die mit Brustpanzer (Küraß) ausgestattet war, hatten im frühen 20. Jahrhundert ihre taktische Bedeutung weitgehend verloren. Dennoch behielten die Garderegimenter ihre traditionellen Uniformen und Ausrüstungsgegenstände für zeremonielle Zwecke bei. Diese Helme wurden bei Paraden, offiziellen Anlässen und bei der Wache am Winterpalais in St. Petersburg getragen.

Die handwerkliche Qualität solcher Helme war außergewöhnlich. Die Vergoldung der Messingbeschläge, die präzise Emailarbeit am St. Andreas-Stern und die sorgfältige Lederverarbeitung erforderten hochspezialisierte Handwerker. Viele dieser Helme wurden von renommierten Werkstätten in St. Petersburg und Moskau gefertigt, die oft königliche Aufträge ausführten.

Nach der Oktoberrevolution 1917 wurde das Leibgarde-Kürassier-Regiment wie alle anderen zaristischen Gardeeinheiten aufgelöst. Viele Offiziere flohen ins Exil, und ihre Uniformteile und Ausrüstungsgegenstände wurden entweder mitgenommen, zerstört oder von den neuen Machthabern konfisziert. Dies macht erhaltene Exemplare solcher Helme heute zu seltenen historischen Artefakten.

Solche Helme sind nicht nur militärische Ausrüstungsgegenstände, sondern auch Kunstwerke und Zeugnisse einer untergegangenen Epoche. Sie verkörpern die Pracht und Zeremonie des zaristischen Russlands, die tiefe Verbindung zwischen militärischer Tradition und kaiserlicher Macht sowie die handwerkliche Exzellenz jener Zeit.