Eisernes Kreuz 1939 2. Klasse - Schinkelform
Das Eiserne Kreuz 2. Klasse in der Ausführung von 1939 stellt eine bedeutende Auszeichnung der deutschen Militärgeschichte dar, die während des Zweiten Weltkrieges verliehen wurde. Die hier beschriebene Fertigung stammt von der renommierten Firma Meybauer Berlin und weist die charakteristische Schinkelform mit Eisenkern auf.
Das Eiserne Kreuz wurde ursprünglich am 10. März 1813 von König Friedrich Wilhelm III. von Preußen während der Befreiungskriege gegen Napoleon gestiftet. Der berühmte Architekt Karl Friedrich Schinkel entwarf die charakteristische Form dieser Auszeichnung, die sich durch ihre klaren, neugotischen Linien auszeichnet. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Eiserne Kreuz 1918 außer Kraft gesetzt.
Am 1. September 1939, dem Tag des deutschen Überfalls auf Polen und damit dem Beginn des Zweiten Weltkrieges, erneuerte Adolf Hitler durch Erlass die Stiftung des Eisernen Kreuzes. Die Ausführung von 1939 unterschied sich von den Vorgängerversionen durch das hinzugefügte Hakenkreuz im Medaillonzentrum sowie die Jahreszahl “1939” auf der Unterseite des unteren Arms. Auf der Rückseite blieb die Jahreszahl “1813” erhalten, um die historische Kontinuität zur ursprünglichen Stiftung zu betonen.
Die Firma Meybauer aus Berlin gehörte zu den offiziell autorisierten Herstellern dieser Auszeichnung. Jeder zugelassene Hersteller hatte eine eigene Herstellermarkierung, die üblicherweise auf der Rückseite oder am Tragering angebracht wurde. Die Fertigung dieser Orden unterlag strengen Qualitätskontrollen und musste den vom Präsidialkanzlei vorgegebenen Standards entsprechen.
Der Eisenkern ist ein wesentliches Charakteristikum authentischer Eiserner Kreuze. Die Orden bestanden aus einem dreiteiligen Aufbau: einem Eisenkern, der von einem silberfarbenen Rahmen aus versilbertem Buntmetall, Neusilber oder anderen Legierungen eingefasst wurde. Der Eisenkern konnte magnetisch sein und war anfällig für Korrosion, weshalb viele Exemplare heute Rostspuren aufweisen.
Das Eiserne Kreuz 2. Klasse wurde an einem schwarz-weiß-roten Band getragen, das durch das obere Kreuzende geführt wurde. Nach der Verleihung trug der Empfänger das Band im zweiten Knopfloch der Uniformjacke; das Kreuz selbst wurde nur am Tag der Verleihung und bei besonderen Anlässen angelegt. Die 2. Klasse war die niedrigere von zwei Stufen des Eisernen Kreuzes und musste als Voraussetzung für die Verleihung der 1. Klasse erworben werden.
Die Verleihungskriterien waren in der Verordnung über die Erneuerung des Eisernen Kreuzes festgelegt. Die 2. Klasse wurde für Tapferkeit vor dem Feind oder für herausragende militärische Verdienste verliehen. Während des Zweiten Weltkrieges wurden schätzungsweise mehrere Millionen Eiserne Kreuze 2. Klasse verliehen, was es zu einer der am häufigsten verliehenen deutschen Militärauszeichnungen dieser Periode macht.
Die Schinkelform mit ihren charakteristischen ausgestellten Armen und der klaren geometrischen Gestaltung blieb über alle Perioden hinweg erhalten. Diese Form wurde zum Symbol deutscher Militärauszeichnungen schlechthin und prägte das Design zahlreicher späterer Orden und Ehrenzeichen.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges im Jahr 1945 wurde das Tragen des Eisernen Kreuzes mit Hakenkreuz in Deutschland verboten. Die Alliierten ordneten die Entnazifizierung aller Orden an. Später wurde in der Bundesrepublik Deutschland eine “entnazifizierte” Version entwickelt, bei der das Hakenkreuz durch Eichenlaub ersetzt werden konnte, sodass Träger ihre legitim erworbenen Auszeichnungen weiterhin tragen durften.
Heute sind Eiserne Kreuze der Fertigung von 1939 bedeutende militärhistorische Sammlerobjekte. Die Exemplare der Firma Meybauer sind aufgrund ihrer Qualität und historischen Bedeutung bei Sammlern geschätzt. Bei der Bewertung solcher Stücke spielen Faktoren wie Erhaltungszustand, Herstellermarkierung, Materialausführung und Provenienz eine wichtige Rolle.