Fachliteratur - Die Formations- und Uniformierungs-Geschichte des preußischen Heeres 1808-1912 ( Paul Pietsch )

Band I: Fußtruppen (Infanterie, Jäger und Schützen, Pioniere und deren Landwehr), Band II: Kavallerie, Artillerie, Train und deren Landwehr, Generalität, Generalstaatsanwalt usw. Hamburg, Schulz Verlag, 1963/66, 2. Auflage, Ganzleineneinband, 295 + 374 Seiten. Ohne Umschläge, mit gelöschten Bibliotheksaufklebern. Typische Gebrauchsspuren, aber noch im Zustand 2.

Der "Pietsch" ist seit über 60 Jahren immer noch die "Bibel" für jeden Kaiserlichen Uniformsammler, das Buch ist bei auch uns täglich im Einsatz.
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Fachliteratur - Die Formations- und Uniformierungs-Geschichte des preußischen Heeres 1808-1912 ( Paul Pietsch )

Die Formations- und Uniformierungs-Geschichte des preußischen Heeres 1808-1912 von Paul Pietsch gilt seit ihrer Erstveröffentlichung als das unverzichtbare Standardwerk für jeden Sammler, Historiker und Militaria-Enthusiasten, der sich mit der preußischen Militärgeschichte des 19. und frühen 20. Jahrhunderts befasst. Dieses monumentale zweibändige Werk dokumentiert mehr als ein Jahrhundert preußischer Militärtradition und -entwicklung in einer Detailgenauigkeit, die bis heute unerreicht bleibt.

Paul Pietsch, der Autor dieses Standardwerks, widmete Jahre intensiver Archivarbeit der Erfassung und systematischen Dokumentation aller Formations- und Uniformierungsänderungen der preußischen Streitkräfte. Seine Arbeit basiert auf umfangreichen Quellenstudien in militärischen Archiven, der Auswertung von Armeeverordnungsblättern, Kabinettsordres und anderen offiziellen Dokumenten. Das Werk erschien erstmals in den 1960er Jahren beim Schulz Verlag in Hamburg und erlebte aufgrund seiner Bedeutung bereits 1963/66 eine zweite Auflage.

Der zeitliche Rahmen des Werkes umfasst die Periode von 1808 bis 1912, eine der bedeutendsten Epochen der preußischen und deutschen Militärgeschichte. Das Jahr 1808 markiert den Beginn der Heeresreform unter Gerhard von Scharnhorst und August Neidhardt von Gneisenau nach der verheerenden Niederlage gegen Napoleon bei Jena und Auerstedt 1806. Diese Reformen modernisierten das preußische Militärwesen grundlegend und schufen die Basis für den späteren Erfolg in den Befreiungskriegen. Das Endjahr 1912 liegt symbolisch kurz vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs und erfasst damit die gesamte Entwicklung des preußischen Heeres bis zur Schwelle der modernen Kriegsführung.

Band I des Werkes widmet sich den Fußtruppen in ihrer ganzen Vielfalt. Dies umfasst die Infanterie als Rückgrat jeder Armee, die spezialisierten Jäger und Schützen als Vorläufer der späteren leichten Infanterie, sowie die Pioniere als technische Truppe. Besondere Aufmerksamkeit schenkt Pietsch auch der Landwehr, jener Institution, die aus den Scharnhorstschen Reformen hervorging und das Konzept der allgemeinen Wehrpflicht verkörperte. Die Landwehr spielte in den Befreiungskriegen eine entscheidende Rolle und blieb bis zum Ende der Monarchie ein wesentlicher Bestandteil des preußischen Heeres.

Band II behandelt die berittenen und technischen Truppen sowie die militärische Führungsebene. Die Kavallerie mit ihren verschiedenen Gattungen – Kürassiere, Dragoner, Husaren und Ulanen – wird ebenso detailliert dargestellt wie die Artillerie, deren technische Entwicklung im 19. Jahrhundert revolutionär war. Der Train als logistische Unterstützungstruppe wird oft übersehen, war aber für die Beweglichkeit und Versorgung der Armee unerlässlich. Schließlich dokumentiert dieser Band auch die Generalität und andere höhere Dienststellen, einschließlich der Uniformierung von Beamten wie dem Generalstaatsanwalt.

Die besondere Bedeutung des “Pietsch”, wie das Werk in Sammlerkreisen ehrfurchtsvoll genannt wird, liegt in seiner systematischen und präzisen Dokumentation. Jede Uniformänderung, jede neue Formationsbezeichnung, jede Modifikation an Kopfbedeckungen, Waffenröcken, Epauletten oder Abzeichen wird chronologisch erfasst und beschrieben. Für Sammler historischer Uniformen, Kopfbedeckungen oder militärischer Ausrüstungsgegenstände ist das Werk damit unverzichtbar zur Identifikation und Datierung von Objekten.

Die 2. Auflage von 1963/66 erschien in solider Ganzleinenbindung und umfasst 295 Seiten im ersten und 374 Seiten im zweiten Band. Exemplare aus Bibliotheksbeständen, wie sie häufig auf dem Antiquariatsmarkt zu finden sind, zeigen typischerweise Gebrauchsspuren wie entfernte oder gelöschte Stempel und Aufkleber. Dies schmälert jedoch nicht ihren praktischen Wert für die tägliche Arbeit in Sammlungen, Museen und bei Auktionshäusern.

Auch mehr als 60 Jahre nach seiner Veröffentlichung bleibt der “Pietsch” das unübertroffene Referenzwerk zur preußischen Militärgeschichte. Während neuere Publikationen sich oft auf Teilaspekte konzentrieren oder durch Farbabbildungen bestechen, bietet kein anderes Werk die gleiche umfassende und systematische Erfassung aller Formations- und Uniformierungsänderungen über mehr als ein Jahrhundert. Für professionelle Militaria-Händler, Museumskonservatoren, Auktionshäuser und ernsthafte Sammler ist dieses Werk daher bis heute ein unverzichtbares Arbeitsinstrument – eine wahre “Bibel” der preußischen Uniformkunde.