III. Reich - Der Deutsche Automobil Club (D.D.A.C.) - nichttragbare Teilnehmerplakette am " 1. Gautag des D.D.A.C. Gau 15 Westmark in Bad Kreuznach 8.7.1934 "
Die hier beschriebene Teilnehmerplakette des Deutschen Automobil Clubs (D.D.A.C.) dokumentiert einen bedeutenden Moment in der Geschichte der deutschen Automobilverbände während der Zeit des Nationalsozialismus. Diese nichttragbare Plakette wurde anlässlich des 1. Gautages des D.D.A.C. Gau 15 Westmark am 8. Juli 1934 in Bad Kreuznach herausgegeben.
Der Deutsche Automobil Club (D.D.A.C.) war einer der größten und einflussreichsten Automobilclubs der Weimarer Republik. Gegründet 1903 in Stuttgart, hatte der Verein bis 1933 über 350.000 Mitglieder und war damit die bedeutendste Organisation für Automobilisten im deutschsprachigen Raum. Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten 1933 wurde der D.D.A.C., wie viele andere Organisationen, im Zuge der Gleichschaltung in die nationalsozialistische Organisationsstruktur eingegliedert.
Der Gau 15 Westmark bezeichnete eine der regionalen Untergliederungen des D.D.A.C. Die Westmark umfasste die westlichen Grenzgebiete des Deutschen Reiches, insbesondere die Pfalz, das Saarland und angrenzende Regionen. Die Gliederung in Gaue folgte dem nationalsozialistischen Verwaltungsprinzip und sollte die zentrale Kontrolle über regionale Strukturen ermöglichen.
Das Jahr 1934 war für den D.D.A.C. eine Zeit tiefgreifender Umstrukturierung. Der Club wurde zunehmend zum Instrument der nationalsozialistischen Motorisierungspolitik und Propaganda. Die sogenannten Gautage waren dabei wichtige Veranstaltungen, die mehrere Funktionen erfüllten: Sie dienten der politischen Mobilisierung der Mitglieder, der Demonstration organisatorischer Stärke und der Verbreitung der nationalsozialistischen Ideologie im Bereich des Kraftfahrwesens.
Die technische Ausführung der Plakette ist charakteristisch für die Erinnerungsobjekte dieser Epoche. Mit ihren Maßen von 61 x 80 mm und der Fertigung aus Buntmetall mit emaillierten Auflagen entspricht sie den üblichen Standards für offizielle Gedenkplaketten der 1930er Jahre. Die vier Bohrungen auf der Rückseite belegen ihre Funktion als nichttragbare Plakette, die zur dauerhaften Befestigung, vermutlich an Fahrzeugen, Trophäenwänden oder in Vitrinen, vorgesehen war.
Der Hersteller Adam Donner aus Elberfeld (heute ein Stadtteil von Wuppertal) war ein etablierter Produzent von Abzeichen, Plaketten und Orden. Viele Firmen im Bergischen Land hatten sich auf die Herstellung von Metallwaren und Auszeichnungen spezialisiert. Die rückseitige Markierung mit dem Herstellernamen war übliche Praxis und diente sowohl der Qualitätssicherung als auch dem Schutz vor Fälschungen.
Bad Kreuznach als Austragungsort des Gautages war eine symbolträchtige Wahl. Die Stadt in Rheinland-Pfalz hatte bereits in der Weimarer Republik als Kurort Bedeutung und verfügte über die notwendige Infrastruktur für größere Veranstaltungen. Die Wahl unterstreicht auch die Bedeutung der Region Westmark im Kontext der nationalsozialistischen Westpolitik.
Der D.D.A.C. wurde 1933/34 schrittweise in das Nationalsozialistische Kraftfahrkorps (NSKK) integriert, blieb aber zunächst noch als eigenständige Organisation bestehen. Die vollständige Auflösung erfolgte schließlich 1938, als alle Funktionen vom NSKK übernommen wurden. Gautage wie der dokumentierte dienten in dieser Übergangsphase auch der graduellen Anpassung der Mitglieder an die neue politische Ordnung.
Solche Plaketten sind heute wichtige historische Dokumente, die Einblick in die Alltagskultur und Organisationsstruktur des Dritten Reiches geben. Sie dokumentieren, wie selbst scheinbar unpolitische Bereiche wie der Automobilsport systematisch für propagandistische Zwecke instrumentalisiert wurden. Für die historische Forschung bieten sie wertvolle Informationen über regionale Organisationsstrukturen, Veranstaltungskultur und die materielle Kultur der NS-Zeit.
Die Erhaltung solcher Objekte in Sammlungen und Museen dient ausschließlich der historischen Dokumentation und wissenschaftlichen Aufarbeitung dieser Epoche der deutschen Geschichte.