Reichsluftschutzbund (RLB) Dolch für Unterführer 2. Modell.
Der Reichsluftschutzbund (RLB) wurde am 29. April 1933 als zivile Organisation gegründet, um die deutsche Bevölkerung auf Luftangriffe vorzubereiten und im Luftschutz auszubilden. Unter der Leitung von Generalleutnant a.D. Hugo Grimme und später unter Generalmajor Friedrich-Karl von Schroeder entwickelte sich der RLB zur größten zivilen Massenorganisation des Dritten Reiches mit über 22 Millionen Mitgliedern bis 1944.
Die Ausrüstung und Uniformierung der RLB-Führungskräfte entsprach der hierarchischen Struktur der Organisation. Zur Kennzeichnung der verschiedenen Dienstgrade und zur Repräsentation der Organisation gehörten spezielle Auszeichnungen und Ausrüstungsgegenstände, darunter auch die charakteristischen Führerdolche.
Der RLB-Dolch für Unterführer im 2. Modell wurde ab etwa 1936/1937 eingeführt und stellte eine Weiterentwicklung des ersten Modells dar. Diese Dolche waren den Unterführern des Reichsluftschutzbundes vorbehalten und dienten als Rangabzeichen sowie als Teil der Paradeuniform. Im Gegensatz zu den prunkvolleren Führerdolchen höherer Ränge waren die Unterführerdolche schlichter gestaltet, was der hierarchischen Ordnung innerhalb der Organisation entsprach.
Die typischen Merkmale des 2. Modells umfassten Griffbeschläge aus vernickeltem Metall, die weniger aufwendig verarbeitet waren als bei den höheren Führungsrängen. Der schwarze Holzgriff war charakteristisch für diese Dolche und trug auf beiden Seiten den aufgelegten RLB-Stern mit Hakenkreuz, das offizielle Symbol des Reichsluftschutzbundes. Dieser Stern war in der Regel emailliert oder lackiert und zeigte das Hakenkreuz in einem Strahlenkranz.
Die Klingen dieser Dolche wurden von verschiedenen Solinger Herstellern produziert, darunter renommierte Firmen wie Carl Eickhorn, E. & F. Hörster, WKC (Weyersberg, Kirschbaum & Co.) und andere. Nicht alle Klingen trugen jedoch Herstellermarkierungen, was bei diesen militärischen Ausrüstungsgegenständen durchaus üblich war, besonders bei den einfacheren Modellen für niedrigere Ränge. Die Klingen waren typischerweise zweischneidig und etwa 23-25 cm lang.
Die schwarz lackierte Scheide entsprach dem funktionalen Charakter des Unterführerdolches. Sie war aus Stahl gefertigt und schwarz lackiert, mit einfachen Beschlägen versehen. Die fest verniete Ledertrageschlaufe ermöglichte das Tragen am Koppel und war so konstruiert, dass sie den Belastungen des täglichen Dienstes standhielt. Diese praktische Bauweise unterschied sich von den aufwendigeren Kettenhängen der höheren Führerdolche.
Der Reichsluftschutzbund hatte die Aufgabe, die Zivilbevölkerung in Luftschutzmaßnahmen zu schulen, Luftschutzübungen durchzuführen und im Kriegsfall den praktischen Luftschutz zu organisieren. Die Organisation war in Orts-, Kreis- und Landesgruppen gegliedert. Die Unterführer bildeten dabei das Rückgrat der Organisation auf lokaler Ebene und waren für die Ausbildung und Führung der einfachen Mitglieder zuständig.
Die Verwendung dieser Dolche war in den Bekleidungsvorschriften des RLB geregelt, die festlegten, wann und wie diese Ausrüstungsgegenstände zu tragen waren. In der Regel wurden sie bei offiziellen Anlässen, Paraden und Zeremonien getragen. Mit dem Fortschreiten des Krieges und zunehmenden Materialengpässen wurde die Produktion solcher repräsentativer Gegenstände jedoch stark eingeschränkt.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde der Reichsluftschutzbund zusammen mit allen anderen NS-Organisationen aufgelöst. Die Dolche verloren ihre offizielle Funktion und wurden zu Sammlerobjekten. Heute sind sie bedeutende zeithistorische Dokumente, die Einblick in die Organisation und Hierarchie einer der größten Zivilorganisationen des Dritten Reiches geben.
Für Sammler und Historiker sind besonders der Erhaltungszustand, die Vollständigkeit und die Authentizität von Bedeutung. Originale RLB-Dolche weisen typische Gebrauchsspuren auf, die ihrer historischen Verwendung entsprechen. Die Lackierung der Scheide zeigt oft Abnutzungen, die Embleme können Beschädigungen aufweisen, und die Klingen können Altersspuren zeigen – all dies sind Zeichen der Authentizität und der Geschichte dieser Objekte.