Verein für das Deutschtum im Ausland ( VDA )
Das Mitgliedsabzeichen des Vereins für das Deutschtum im Ausland (VDA) stellt ein bedeutendes Zeugnis der deutschen Kulturpolitik des 20. Jahrhunderts dar. Der VDA wurde 1881 in Berlin als “Verein zur Förderung des Deutschtums in den Ostmarken” gegründet und entwickelte sich zu einer der einflussreichsten Organisationen zur Unterstützung deutscher Minderheiten im Ausland.
Die hier beschriebene 6. Form des Mitgliedsabzeichens mit einem Durchmesser von 10 mm und der rückseitigen Kennzeichnung “GES.GESCH.” (Gesetzlich Geschützt) verweist auf die institutionalisierte Struktur der Organisation. Diese kleinen Anstecknadeln dienten nicht nur als Erkennungszeichen für Mitglieder, sondern symbolisierten auch die Verbundenheit mit der deutschen Kultur und Sprache außerhalb der Reichsgrenzen.
Der VDA erlebte verschiedene historische Phasen: Von seiner Gründung im Kaiserreich über die Weimarer Republik bis hin zur Instrumentalisierung durch das nationalsozialistische Regime. Nach 1933 wurde der Verein in die NS-Volkstumspolitik eingegliedert und diente als Werkzeug der “Heim ins Reich”-Politik. Die verschiedenen Formen der Mitgliedsabzeichen spiegeln diese organisatorischen Wandlungen wider.
Die handwerkliche Ausführung mit der langen Nadel und der rechtlichen Kennzeichnung zeigt die professionelle Herstellung dieser Abzeichen. Die Bezeichnung “Gesetzlich Geschützt” war ein übliches Verfahren zur Sicherung von Vereinssymbolen gegen Nachahmung. Nach 1945 wurde der VDA in der Bundesrepublik Deutschland als kulturelle Organisation neu gegründet und widmet sich bis heute der Pflege deutscher Sprache und Kultur im Ausland, allerdings unter völlig anderen politischen Vorzeichen.