Verwundetenabzeichen in Silber 1918

Buntmetall hohlgeprägt, versilbert. Zustand 2.
489573
80,00

Verwundetenabzeichen in Silber 1918

Das Verwundetenabzeichen in Silber 1918

Das Verwundetenabzeichen gehört zu den bedeutendsten militärischen Auszeichnungen des Deutschen Kaiserreichs während des Ersten Weltkriegs. Diese Auszeichnung wurde am 3. März 1918 durch Kaiser Wilhelm II. gestiftet und stellte eine offizielle Anerkennung für Soldaten dar, die durch Kampfhandlungen verwundet wurden.

Die Stiftung erfolgte zu einem Zeitpunkt, als der Krieg bereits fast vier Jahre andauerte und Millionen deutscher Soldaten verwundet worden waren. Das Verwundetenabzeichen wurde in drei Stufen verliehen: Schwarz für ein- oder zweimalige Verwundung, Silber für drei- oder viermalige Verwundung, und Gold für fünfmalige oder mehr Verwundungen.

Das hier beschriebene Verwundetenabzeichen in Silber wurde aus Buntmetall hohlgeprägt und anschließend versilbert. Diese Herstellungstechnik war typisch für die damalige Zeit und ermöglichte eine kostengünstige Massenproduktion. Das Abzeichen zeigt in seiner Gestaltung einen Stahlhelm M1916, umgeben von einem Lorbeerkranz, und trägt auf der Rückseite oft die Jahreszahl 1918.

Die Verleihungsbestimmungen waren klar geregelt: Eine Verwundung wurde nur dann anerkannt, wenn sie durch direkte Feindeinwirkung im Kampf erfolgte. Dazu gehörten Schussverletzungen, Granatsplitter, Bajonettstiche oder Säbelhiebe. Auch Erfrierungen im Schützengraben oder Gasvergiftungen konnten unter bestimmten Umständen anerkannt werden. Nicht anerkannt wurden hingegen Verwundungen durch Unfälle, Selbstverstümmelungen oder Krankheiten.

Die Herstellung erfolgte durch verschiedene Prägeanstalten im Deutschen Reich. Die meisten Abzeichen waren nicht signiert, einige trugen jedoch Herstellermarken oder Nummern. Die Qualität der Ausführung variierte je nach Hersteller und Produktionszeitpunkt. Gegen Kriegsende führte die zunehmende Materialknappheit teilweise zu einer Verschlechterung der Verarbeitungsqualität.

Das Verwundetenabzeichen in Silber dokumentiert eindrucksvoll die Opferbereitschaft der deutschen Soldaten im Ersten Weltkrieg. Ein Träger dieser Auszeichnung hatte mindestens drei schwere Verwundungen erlitten und war dennoch wieder an die Front zurückgekehrt. Dies zeugt von außerordentlichem persönlichen Leid und den verheerenden Auswirkungen des industrialisierten Krieges.

Nach dem Krieg durfte das Abzeichen weiterhin getragen werden. Während der Weimarer Republik blieb es eine anerkannte Auszeichnung. Im Dritten Reich wurde 1939 eine erneuerte Version des Verwundetenabzeichens gestiftet, wobei die Träger des Abzeichens von 1918 berechtigt waren, ihre alte Auszeichnung weiterzutragen.

Heute sind diese Abzeichen wichtige militärhistorische Sammlerstücke, die an die Schrecken des Ersten Weltkriegs erinnern. Der angegebene Erhaltungszustand 2 deutet auf ein gut erhaltenes Exemplar hin, bei dem die Versilberung noch weitgehend vorhanden ist und die Details der Prägung klar erkennbar sind.