Wehrmacht Heer Mantel für einen Major der Nachrichtentruppe

Schwerer Mantel, aus feinen feldgrauem Tuch. Dunkelgrüner Kragen, Schulterstücke zum einnähen, Waffenfarbe zitronengelb. Innen mit grünem Seidenfutter, seitlich mit Schlitz zum Tragen des Offiziersdolch. Armlänge-Außen: ca. 69 cm, Schulterbreite: ca. 44 cm, Gesamtlänge: ca. 128 cm. Schulterstücke haben rückseitig Mottenschäden und das feldgraue Tuch hat ein paar kleine Mottenlöcher, Zustand 2-.
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750,00

Wehrmacht Heer Mantel für einen Major der Nachrichtentruppe

Der vorliegende Mantel eines Majors der Nachrichtentruppe der Wehrmacht repräsentiert ein bedeutendes Beispiel der deutschen Militäruniform während des Zweiten Weltkriegs. Diese Art von Bekleidungsstück, der sogenannte Offizierswintermantel, war ein wesentlicher Bestandteil der Ausrüstung höherer Dienstgrade und unterschied sich deutlich von den Mänteln der Mannschaften und Unteroffiziere.

Die Nachrichtentruppe der Wehrmacht bildete einen unverzichtbaren Teil der deutschen Streitkräfte und war für die gesamte militärische Kommunikation verantwortlich. Ihre Bedeutung wuchs mit der zunehmenden Technisierung der Kriegsführung erheblich. Die charakteristische Waffenfarbe Zitronengelb, die an den Schulterstücken und am Kragen zu finden war, kennzeichnete diese Truppengattung seit der Einführung des Systems der Waffenfarben in der Reichswehr und später in der Wehrmacht. Diese Farbcodierung ermöglichte die schnelle Identifikation der Truppenzugehörigkeit und folgte einer langen deutschen Militärtradition.

Der Rang eines Majors war in der Wehrmacht ein bedeutender Offiziersdienstgrad, der zur Gruppe der Stabsoffiziere gehörte. Majore führten typischerweise Bataillone oder fungierten als Stabsoffiziere in höheren Verbänden. Die Rangabzeichen auf den Schulterstücken zeigten die charakteristischen goldenen Sterne auf dem zitronengelben Untergrund der Nachrichtentruppe.

Die Materialqualität und Verarbeitung des Mantels spiegeln die Anforderungen an Offizierbekleidung wider. Das feine feldgraue Tuch war von höherer Qualität als das Material der Mannschaftsmäntel. Der dunkelgrüne Kragen und das grüne Seidenfutter im Inneren waren typische Merkmale von Offiziermänteln und unterstrichen den Status des Trägers. Das Seidenfutter bot nicht nur Komfort, sondern war auch ein Zeichen für die Selbstbeschaffung durch den Offizier, da diese ihre Uniformen oft bei privaten Schneidern anfertigen ließen.

Ein besonders interessantes Detail ist der seitliche Schlitz zum Tragen des Offiziersdolches. Der Offiziersdolch war Teil der Paradeuniform und wurde an einem Gehänge getragen. Der speziell eingearbeitete Schlitz ermöglichte es, den Dolch auch über dem geschlossenen Mantel zu tragen, was protokollarisch bei bestimmten Anlässen erforderlich war. Dies zeigt die Detailgenauigkeit der Uniformvorschriften und die Bedeutung der äußeren Erscheinung im deutschen Militär.

Die Schulterstücke zum Einnähen waren charakteristisch für Mäntel und unterschieden sich von den abnehmbaren Schulterstücken der Feldbluse. Diese fest eingenähten Schulterstücke gewährleisteten ein einheitliches Erscheinungsbild und entsprachen den Bekleidungsvorschriften der Wehrmacht, die in verschiedenen Heeresdienst-Vorschriften (HDv) detailliert festgelegt waren.

Die Maße des Mantels mit einer Gesamtlänge von etwa 128 cm entsprechen dem typischen Schnitt eines Offizierwintermantels, der deutlich länger war als die Feldbluse oder der Waffenrock. Diese Länge bot besseren Schutz gegen Kälte und Witterungseinflüsse und war auch eine Frage der militärischen Ästhetik und Tradition.

Die erwähnten Mottenschäden sind ein häufiges Problem bei historischen Textilien, insbesondere bei Wollstoffen. Sie zeugen vom organischen Material und den Lagerungsbedingungen über die Jahrzehnte. Trotz dieser Beschädigungen bleibt das Stück ein wertvolles historisches Dokument, das Einblicke in die materielle Kultur der Wehrmacht bietet.

Die Uniformen der Wehrmacht wurden nach der bedingungslosen Kapitulation 1945 weitgehend vernichtet oder umgearbeitet. Erhaltene Stücke in Sammlungen dienen heute ausschließlich der historischen Forschung und Dokumentation. Sie helfen, die materielle Kultur, Rangstrukturen und organisatorischen Systeme einer vergangenen militärischen Organisation zu verstehen. Der wissenschaftliche Wert solcher Objekte liegt in ihrer Funktion als Primärquellen für die Uniform- und Militärgeschichte sowie für textile und handwerkliche Studien der Epoche.

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