XI. Olympischen Spiele 1936 Berlin - bronzene Erinnerungsmedaille auf Plakette

Bronze getönt, Durchmesser 37 mm, auf schwarzer Bakelitplatte montiert, darüber die olympischen Ringen, Zustand 2.
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220,00

XI. Olympischen Spiele 1936 Berlin - bronzene Erinnerungsmedaille auf Plakette

Die bronzene Erinnerungsmedaille der XI. Olympischen Spiele 1936 in Berlin repräsentiert ein bedeutendes Kapitel der Olympiageschichte und dokumentiert zugleich die komplexe Verbindung zwischen Sport, Politik und Propaganda im nationalsozialistischen Deutschland. Diese auf einer schwarzen Bakelit-Plakette montierte Medaille mit den charakteristischen olympischen Ringen ist ein Zeugnis jener Olympiade, die als eine der kontroversesten in die Geschichte einging.

Die Olympischen Sommerspiele 1936 fanden vom 1. bis 16. August in Berlin statt und wurden vom Internationalen Olympischen Komitee bereits 1931 an Deutschland vergeben – also noch vor der Machtergreifung Adolf Hitlers im Januar 1933. Die nationalsozialistische Führung erkannte schnell das propagandistische Potential dieser internationalen Großveranstaltung und nutzte die Spiele als beispiellose Gelegenheit zur Selbstdarstellung des Regimes auf der Weltbühne.

Das Design der Medaille und ihre Präsentation auf Bakelitplakett folgte den zeitgenössischen Standards der Medaillenherstellung. Bronze als Material war traditionell für Erinnerungs- und Teilnehmermedaillen üblich, im Gegensatz zu den Gold-, Silber- und Bronzemedaillen für die Gewinner der Wettkämpfe. Die Montage auf schwarzem Bakelit – einem der ersten synthetischen Kunststoffe – spiegelt die industrielle Moderne der 1930er Jahre wider. Bakelit wurde ab 1907 entwickelt und fand in den 1920er und 1930er Jahren breite Verwendung in der Herstellung von Alltagsgegenständen und repräsentativen Objekten.

Die offiziellen Siegermedaillen der Spiele wurden vom deutschen Bildhauer Otto Placzek entworfen und zeigten auf der Vorderseite die Siegesgöttin Nike sowie auf der Rückseite ein Bild der Quadriga auf dem Brandenburger Tor. Erinnerungsmedaillen wie die hier beschriebene wurden hingegen in größeren Stückzahlen für Teilnehmer, Offizielle, Ehrengäste und als Souvenirs produziert. Sie dienten der Erinnerung an das Großereignis und als Zeichen der Teilnahme oder Verbundenheit mit den Spielen.

Die Berliner Olympiade war die erste Olympiade, die im Fernsehen übertragen wurde, wenn auch nur in lokale Fernsehstuben in Berlin. Sie war zudem die erste, bei der ein Fackellauf von Olympia in Griechenland bis zum Austragungsort durchgeführt wurde – eine Tradition, die bis heute Bestand hat. An den Spielen nahmen 3.963 Athleten aus 49 Nationen teil, was damals einen Rekord darstellte.

Der politische Kontext der Spiele war von Anfang an umstritten. Bereits im Vorfeld gab es internationale Diskussionen über einen Boykott aufgrund der antisemitischen Politik des NS-Regimes. Die Vereinigten Staaten erwogen einen Boykott ernsthaft, entschieden sich aber letztlich zur Teilnahme. Das NS-Regime bemühte sich während der Spiele, antisemitische Propaganda vorübergehend zu verbergen und präsentierte Deutschland als weltoffene, moderne Nation. Antisemitische Schilder wurden zeitweise entfernt, und die Berichterstattung wurde sorgfältig kontrolliert.

Besonders bemerkenswert war der Erfolg des afroamerikanischen Athleten Jesse Owens, der vier Goldmedaillen gewann und damit die rassistische Ideologie des NS-Regimes auf sportlicher Ebene widerlegte. Seine Erfolge wurden zu einem Symbol für die Widerlegung der Vorstellung von der “arischen Überlegenheit”, auch wenn dies vom Regime heruntergespielt wurde.

Erinnerungsmedaillen und Plaketten wie die beschriebene wurden nach den Spielen zu gefragten Sammlerstücken. Sie dokumentieren nicht nur das sportliche Ereignis, sondern auch die aufwendige Organisation und Inszenierung, mit der das NS-Regime die Spiele zu einem Propagandaerfolg zu machen suchte. Der Architekt Werner March entwarf das beeindruckende Olympiastadion, das bis zu 100.000 Zuschauer fasste und nach dem Krieg erhalten blieb.

Aus heutiger Sicht werden solche Objekte als historische Dokumente einer ambivalenten Zeit betrachtet. Sie erinnern an die sportlichen Leistungen der Athleten, stehen aber zugleich im Kontext eines verbrecherischen Regimes, das Sport für seine Zwecke instrumentalisierte. Die olympische Bewegung musste nach 1945 diese Erfahrung aufarbeiten und bemühte sich, die ursprünglichen Ideale der Olympiade – internationale Verständigung und friedlicher Wettbewerb – wiederherzustellen.

Für Sammler und Historiker sind derartige Medaillen wichtige Zeitdokumente, die die Inszenierung von Macht und die Vereinnahmung des Sports durch Politik illustrieren. Sie gehören in den größeren Kontext der materiellen Kultur des Nationalsozialismus und werden heute in Museen und privaten Sammlungen als Lehr- und Forschungsobjekte bewahrt.