Luftwaffe Schirmmütze für Offiziere

Sattelform, blaugraues Tuch. Komplett mit Hoheitsadler und Luftwaffenschwinge in handgestickter Ausführung. Innen mit braunen Schweißband und helles Seidenfutter, beschädigtes Zelluloidtrapez, Schweißband mit Blinddruck "Erel Patent Stirnschutz", Kopfgröße ca. 56. Der Rahmen ist an 2 Stellen geknickt, Zustand 2.
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1.500,00

Luftwaffe Schirmmütze für Offiziere

Die Schirmmütze für Offiziere der Luftwaffe stellt eines der charakteristischsten Uniformstücke der deutschen Luftstreitkräfte während des Zweiten Weltkriegs dar. Diese Kopfbedeckung verkörperte nicht nur militärischen Rang und Zugehörigkeit, sondern auch die strenge Hierarchie und das Erscheinungsbild der nationalsozialistischen Wehrmacht.

Die Luftwaffe wurde offiziell am 26. Februar 1935 gegründet, nachdem das Deutsche Reich die Bestimmungen des Versailler Vertrags aufgekündigt hatte. Unter dem Kommando von Hermann Göring entwickelte sich die Luftwaffe rasch zu einer der modernsten Luftstreitkräfte ihrer Zeit. Mit der Gründung entstand auch die Notwendigkeit einer eigenen, distinktiven Uniformierung, die sich von Heer und Marine unterschied.

Die hier beschriebene Schirmmütze in Sattelform mit blaugrauem Tuch entspricht der klassischen Ausführung für Offiziere der Luftwaffe. Die charakteristische blaugraue Farbe (auch als “Taubenblau” oder “Luftwaffenblau” bezeichnet) wurde durch die Heeresverordnung 1935 festgelegt und unterschied die Luftwaffe deutlich von den feldgrauen Uniformen des Heeres. Die Sattelform der Mützenkrone war typisch für die Offiziersmützen und verlieh ihnen ihr charakteristisches Profil.

Die handgestickte Ausführung des Hoheitsadlers und der Luftwaffenschwinge (auch als Kokarde bezeichnet) weist auf eine Offiziersmütze hin. Während Mannschaftsdienstgrade und Unteroffiziere in der Regel maschinell gefertigte oder gewebte Abzeichen trugen, waren für Offiziere handgestickte Embleme aus Aluminium- oder Silberdraht vorgeschrieben. Der Hoheitsadler wurde oberhalb des Schirms angebracht und zeigte den nationalsozialistischen Adler mit Hakenkreuz. Die Luftwaffenschwinge, auch als “Kokarde” bezeichnet, bestand aus konzentrischen Ringen in den Nationalfarben Schwarz-Weiß-Rot.

Das Innenfutter mit hellem Seidenfutter und braunem Schweißband war Standard bei höherwertigen Offiziersmützen. Das erwähnte Zelluloidtrapez diente zur Aufnahme eines Papierstreifens mit Name und Einheit des Trägers. Der Blinddruck “Erel Patent Stirnschutz” verweist auf einen der bekanntesten Hersteller militärischer Kopfbedeckungen der Zeit. Die Firma Erel (Erich Lubstein, Berlin) war einer der bedeutendsten Lieferanten von Uniformeffekten und belieferte sowohl private Käufer als auch staatliche Stellen.

Das Erel-Patent bezog sich auf ein spezielles System zur Regulierung der Mützengröße und den ergonomischen Stirnschutz, der den Tragekomfort erhöhen sollte. Solche patentierten Systeme waren bei qualitativ hochwertigen Mützen üblich und zeigen, dass es sich hier um eine Mütze aus regulärer Produktion für Offiziere handelt.

Die angegebene Kopfgröße von circa 56 entspricht einer durchschnittlichen Herrengröße und war weit verbreitet. Der erwähnte Rahmen der Mütze bestand aus Metall oder Karton und diente dazu, dem Schirm und der Mütze ihre charakteristische Form zu geben. Dass dieser an zwei Stellen geknickt ist, deutet auf eine tatsächlich getragene Mütze hin, die im Feld- oder Dienstalltag verwendet wurde.

Schirmmützen für Offiziere wurden zu verschiedenen Anlässen getragen: zur Ausgehuniform, bei Paraden, im Dienst außerhalb des Gefechts und bei offiziellen Anlässen. Im Feldgebrauch wurde häufiger die Feldmütze (Fliegermütze oder Schiffchen) bevorzugt, da sie praktischer war. Die Schirmmütze blieb jedoch während der gesamten Kriegszeit ein wichtiges Statussymbol.

Die Herstellung solcher Mützen unterlag strengen Vorschriften, die in verschiedenen Anzugsordnungen und Heeres-Verordnungsblättern festgelegt waren. Diese regelten nicht nur Farbe und Form, sondern auch die exakte Positionierung der Abzeichen, die verwendeten Materialien und die Trageweise.

Nach 1945 wurden viele dieser Uniformstücke von alliierten Soldaten als Souvenirs mitgenommen oder von deutschen Soldaten vernichtet, um ihre militärische Vergangenheit zu verbergen. Überlebende Exemplare, insbesondere in gutem Zustand mit originalen Abzeichen, sind heute bedeutende militärhistorische Objekte, die Zeugnis ablegen über die Uniformierungspraxis und militärische Kultur dieser Epoche. Sie dienen als Studienobjekte für Historiker und Museen, um die materielle Kultur der Wehrmacht zu dokumentieren und zu verstehen.