Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei ( NSDAP ) - Mitgliedsabzeichen

emaillierte Ausführung, mit RZM-Hersteller M1/85, an Nadel, Zustand 2.
507674
150,00

Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei ( NSDAP ) - Mitgliedsabzeichen

Das Mitgliedsabzeichen der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) stellt eines der bekanntesten und historisch bedeutsamsten Parteiabzeichen des 20. Jahrhunderts dar. Das beschriebene Exemplar zeigt eine emaillierte Ausführung mit der RZM-Herstellermarkierung M1/85, die auf eine streng regulierte Produktion innerhalb des nationalsozialistischen Systems hinweist.

Die NSDAP führte das Parteiabzeichen erstmals in den frühen 1920er Jahren ein. Nach dem gescheiterten Putschversuch vom 9. November 1923 in München und der anschließenden Neugründung der Partei im Februar 1925 wurde das Abzeichen zu einem zentralen Symbol der Mitgliedschaft. Das charakteristische Design zeigt ein schwarzes Hakenkreuz in einem weißen Kreis auf rotem Grund – die Farben, die Adolf Hitler selbst für die Partei gewählt hatte.

Mit dem Wachstum der NSDAP in den späten 1920er und frühen 1930er Jahren wurde die Notwendigkeit einer zentralisierten Kontrolle über die Herstellung von Parteiinsignien deutlich. Am 1. März 1929 wurde die Reichszeugmeisterei (RZM) unter der Leitung von Franz Xaver Schwarz gegründet. Diese Organisation übernahm die ausschließliche Kontrolle über die Produktion und den Vertrieb sämtlicher Parteiabzeichen, Uniformen und Ausrüstungsgegenstände.

Die RZM vergab Lizenzen an ausgewählte Hersteller und kennzeichnete jedes Abzeichen mit einer spezifischen Herstellernummer. Das System verwendete die Kennzeichnung “M” für “Mitgliedsabzeichen” gefolgt von einer Nummer für den Hersteller. Die Markierung M1/85 identifiziert einen spezifischen, von der RZM zugelassenen Produzenten. Die erste Ziffer bezog sich auf die Kategorie (hier: Parteiabzeichen), während die zweite Zahl den konkreten Hersteller bezeichnete.

Die emaillierten Ausführungen galten als qualitativ hochwertigere Varianten im Vergleich zu den gestanzten oder geprägten Versionen. Der Emaillierungsprozess erforderte spezialisiertes handwerkliches Können und mehrere Brennvorgänge bei hohen Temperaturen. Diese Abzeichen waren widerstandsfähiger gegen Witterungseinflüsse und behielten ihre Farbbrillanz über längere Zeiträume.

Das Parteiabzeichen durfte nach den strikten Bestimmungen der NSDAP nur von offiziellen Parteimitgliedern getragen werden. Die Verleihung erfolgte nach Zahlung des Mitgliedsbeitrags und der formellen Aufnahme in die Partei. Jedes Mitglied erhielt eine eindeutige Mitgliedsnummer, die chronologisch vergeben wurde. Besonders niedrige Nummern, die sogenannten “alten Kämpfer” aus der Zeit vor 1933, genossen besonderes Ansehen.

Nach der Machtergreifung 1933 stieg die Mitgliederzahl der NSDAP exponentiell an. Waren es 1933 noch etwa 850.000 Mitglieder, so wuchs die Zahl bis 1939 auf über 5 Millionen und erreichte 1945 etwa 8,5 Millionen. Diese massive Expansion führte zu einer enormen Nachfrage nach Parteiabzeichen und beschäftigte zahlreiche Hersteller im gesamten Deutschen Reich.

Die Nadelkonstruktion des Abzeichens ermöglichte das Tragen an der Zivilkleidung, typischerweise am linken Revers. Für Uniformträger galten spezielle Tragevorschriften, die genau regelten, wo und wie das Abzeichen zu befestigen war. Die Nadel selbst bestand meist aus vernickeltem Eisen oder anderen Metallen und verfügte über eine einfache, aber funktionale Verschlussmechanik.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 verbot der Alliierte Kontrollrat durch das Kontrollratsgesetz Nr. 1 vom 20. September 1945 die NSDAP und alle ihre Gliederungen. Das öffentliche Zeigen von Parteiabzeichen wurde unter Strafe gestellt. Diese Verbote wurden in der Bundesrepublik Deutschland durch das Strafgesetzbuch (§ 86a StGB) fortgeführt, das bis heute das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen unter Strafe stellt.

Heute besitzen solche Abzeichen ausschließlich historischen und dokumentarischen Wert. Sie dienen in Museen, Archiven und wissenschaftlichen Sammlungen als materielle Zeugnisse einer verbrecherischen Diktatur. Der Zustand 2 des beschriebenen Exemplars deutet auf eine gute Erhaltung mit geringen Gebrauchsspuren hin, was bei über 80 Jahre alten Objekten bemerkenswert ist.

Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit solchen Objekten ist für das historische Verständnis der nationalsozialistischen Herrschaft von Bedeutung. Sie illustrieren die systematische Organisation der Partei, ihre Symbolpolitik und die materielle Kultur des Nationalsozialismus. Sammler und Historiker nutzen die RZM-Markierungen zur Datierung und Authentifizierung solcher Stücke, wobei der wissenschaftliche und pädagogische Kontext stets im Vordergrund stehen muss.