Nationalsozialistische Frauenschaft ( NSF ) - Mitgliedsabzeichen 5. Form

23 mm, mit RZM-Hersteller 63 GES.GESCH., an Nadel, Zustand 2.
487474
45,00

Nationalsozialistische Frauenschaft ( NSF ) - Mitgliedsabzeichen 5. Form

Das Mitgliedsabzeichen der Nationalsozialistischen Frauenschaft (NSF) stellt ein bedeutendes Dokument der Organisation von Frauen im nationalsozialistischen Deutschland dar. Die NSF wurde im Oktober 1931 als Zusammenschluss verschiedener nationalsozialistischer Frauenorganisationen gegründet und entwickelte sich zur zentralen Frauenorganisation der NSDAP.

Die 5. Form des Mitgliedsabzeichens, die hier vorliegt, wurde nach der Machtübernahme 1933 eingeführt und entspricht den standardisierten Richtlinien des Reichszeugmeisterei (RZM)-Systems. Die RZM wurde 1929 gegründet und übernahm ab 1933 die zentrale Kontrolle über die Herstellung und Vergabe aller Parteiabzeichen und Uniformteile. Jeder autorisierte Hersteller erhielt eine spezifische Nummer; die hier vorliegende Herstellermarkierung RZM 63 kennzeichnet einen offiziell lizenzierten Produzenten.

Das Abzeichen misst 23 mm im Durchmesser und zeigt das charakteristische Design der NSF: ein schwarzes Hakenkreuz in weißem Kreis auf blauem Grund, umgeben von einem silberfarbenen Rand. Die Bezeichnung GES.GESCH. steht für “gesetzlich geschützt” und weist auf den rechtlichen Schutz des Symbols hin, der Fälschungen verhindern sollte.

Die Nationalsozialistische Frauenschaft war hierarchisch organisiert und gliederte sich in verschiedene Verwaltungsebenen von der Reichsebene bis zur Ortsgruppe. Unter der Führung von Gertrud Scholtz-Klink, die ab 1934 als Reichsfrauenführerin amtierte, erreichte die Organisation bis 1938 etwa 2 Millionen Mitglieder. Die NSF konzentrierte sich auf die ideologische Schulung der Frauen im nationalsozialistischen Weltbild und propagierte das traditionelle Rollenbild der Frau als Mutter und Hausfrau.

Das Mitgliedsabzeichen durfte nur von eingetragenen Mitgliedern getragen werden und musste bei Austritt oder Ausschluss zurückgegeben werden. Die Ausgabe erfolgte gegen eine Gebühr und war mit der Mitgliedsnummer verknüpft. Das Tragen des Abzeichens war bei offiziellen Veranstaltungen und Versammlungen vorgeschrieben und diente als sichtbares Zeichen der Zugehörigkeit zur Organisation.

Die verschiedenen Formen des NSF-Abzeichens entwickelten sich im Laufe der Jahre, wobei die 5. Form zu den späteren standardisierten Versionen gehört. Die Nadelkonstruktion auf der Rückseite ermöglichte das Befestigen an der Kleidung, typischerweise an der linken Brustseite. Die Qualität der Ausführung variierte je nach Hersteller und Produktionszeitpunkt, wobei frühe Exemplare oft eine bessere Verarbeitung aufwiesen als spätere Kriegsproduktionen.

Die NSF arbeitete eng mit dem Deutschen Frauenwerk (DFW) zusammen, einer übergeordneten Organisation, die alle deutschen Frauenverbände koordinierte. Während das DFW als Dachorganisation fungierte, bildete die NSF den ideologischen Kern und war ausschließlich Parteimitgliedern vorbehalten.

Nach 1945 wurden alle nationalsozialistischen Organisationen aufgelöst, und ihre Symbole wurden verboten. Das Sammeln solcher Objekte ist heute in Deutschland legal, sofern es der historischen Dokumentation und Aufklärung dient und nicht der Verherrlichung des Nationalsozialismus. Die Abzeichen sind wichtige Zeitdokumente für die Erforschung der Rolle der Frau im Nationalsozialismus und der Organisationsstrukturen des NS-Regimes.

Der Zustand 2 bezeichnet in der Sammlernomenklatur einen sehr guten Erhaltungszustand mit minimalen Gebrauchsspuren. Dies deutet darauf hin, dass das Abzeichen entweder selten getragen wurde oder sorgfältig aufbewahrt wurde. Die Erhaltung von RZM-Markierung und Hersteller-Nummer erhöht die historische Dokumentationswert des Stücks erheblich.