Goldenes Ehrenzeichen der NSDAP - Nr. 82118

große Ausführung 30 mm, rückseitig mit waagerechter Broschierung, "Deschler & Sohn München 9 GES.GESCH." mit Verleihungsnummer 82118. Zustand 2

471875
€ 2.850,00

Goldenes Ehrenzeichen der NSDAP - Nr. 82118

Das Goldene Ehrenzeichen der NSDAP gehört zu den bedeutendsten Auszeichnungen der nationalsozialistischen Parteiorganisation und repräsentiert ein wichtiges Dokument der deutschen Geschichte zwischen 1933 und 1945. Diese Auszeichnung wurde für langjährige Mitgliedschaft und besondere Verdienste um die Partei verliehen.

Das vorliegende Exemplar mit der Verleihungsnummer 82118 wurde von der renommierten Münchner Firma Deschler & Sohn hergestellt, einem der wichtigsten Hersteller von Parteiabzeichen und Orden während der NS-Zeit. Die Firma, die in der Residenzstraße 9 in München ansässig war, erhielt die offizielle Genehmigung zur Herstellung von Parteiauszeichnungen und verwendete die Kennzeichnung “GES.GESCH.” (Gesetzlich Geschützt).

Die große Ausführung mit 30 mm Durchmesser unterscheidet dieses Stück von kleineren Varianten. Das Abzeichen zeigt auf der Vorderseite den charakteristischen Parteiadler mit gespreizten Schwingen, der ein Hakenkreuz in einem Eichenkranz hält. Die rückseitige waagerechte Broschierung ermöglichte das Tragen an der Uniform oder Zivilkleidung.

Das Goldene Ehrenzeichen wurde erstmals durch eine Anordnung vom 1. Februar 1934 gestiftet und war ursprünglich für Parteimitglieder vorgesehen, die der NSDAP vor dem 1. Januar 1930 beigetreten waren und sich besondere Verdienste erworben hatten. Die Verleihungskriterien wurden im Laufe der Jahre mehrfach modifiziert. Eine wichtige Änderung erfolgte am 15. März 1939, als die Verleihungsbedingungen neu geregelt wurden.

Die relativ niedrige Nummer 82118 deutet auf eine Verleihung in der mittleren Phase der Auszeichnungsperiode hin. Die Nummerierung begann mit der Einführung des Abzeichens und lief fortlaufend bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs. Jede verliehene Auszeichnung wurde registriert, wodurch die Träger dokumentiert wurden.

Die Herstellung durch Deschler & Sohn ist von besonderer Bedeutung für Sammler und Historiker. Die Firma, gegründet im 19. Jahrhundert, entwickelte sich zu einem der führenden Hersteller von militärischen und zivilen Auszeichnungen. Nach 1933 erhielt das Unternehmen zahlreiche Aufträge für die Produktion von Parteiabzeichen. Die Qualität der Deschler-Produkte war allgemein hoch, mit präziser Prägung und sorgfältiger Verarbeitung.

Das Goldene Ehrenzeichen musste auf der linken Brustseite getragen werden und rangierte in der Hierarchie der Parteiauszeichnungen sehr hoch. Es stand über dem Silbernen Ehrenzeichen, das für spätere Beitritte vergeben wurde. Die Träger genossen innerhalb der Parteiorganisation besonderes Ansehen.

Historisch betrachtet dokumentiert dieses Objekt die ausgeprägte Auszeichnungskultur des NS-Regimes, die zur Bindung und Motivation von Parteimitgliedern eingesetzt wurde. Die systematische Nummerierung und Registrierung zeigt die bürokratische Organisation der Parteistrukturen.

Nach 1945 wurden durch das Kontrollratsgesetz Nr. 1 vom 20. September 1945 alle nationalsozialistischen Organisationen aufgelöst und das Tragen ihrer Symbole verboten. In Deutschland ist das öffentliche Zeigen solcher Objekte außerhalb von Bildungskontexten und wissenschaftlichen Zwecken strafrechtlich untersagt.

Heute besitzen solche Objekte ausschließlich historischen Dokumentationswert. Sie dienen in Museen, Archiven und wissenschaftlichen Sammlungen der Forschung und Bildung über die NS-Zeit. Die Erhaltung und Dokumentation solcher Artefakte ist wichtig für die historische Aufarbeitung, muss aber stets im Kontext der kritischen Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus erfolgen.

Der angegebene Zustand 2 weist auf eine gut erhaltene Auszeichnung hin, mit leichten Gebrauchsspuren, die bei einem über 75 Jahre alten Objekt zu erwarten sind. Die Lesbarkeit der Herstellermarkierung und Nummer ist für die historische Authentifizierung von großer Bedeutung.