Heer - Originalunterschrift von Ritterkreuzträger Major Wilhelm Weidenbrück

auf seiner Propaganda-Postkarte aus der Serie " Ritterkreuzträger des Heeres ", mit sehr schöner Tintensignatur " Weidenbrück Major Eichenlaub seit 16.11.44. ", ungelaufen, Zustand 2.
Auflösung der Ritterkreuzautographen-Sammlung des Hitlerjungen Helmut Ludwig in Marburg an der Lahn. Er hat viele Autographen in einem Sammelbuch sauber eingeklebt und einige Soldaten mehrfach angeschrieben.
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230,00

Heer - Originalunterschrift von Ritterkreuzträger Major Wilhelm Weidenbrück

Die vorliegende Propagandapostkarte mit der Originalunterschrift von Major Wilhelm Weidenbrück stammt aus der bekannten Serie “Ritterkreuzträger des Heeres”, die während des Zweiten Weltkriegs vom nationalsozialistischen Propagandaapparat herausgegeben wurde. Diese Karte trägt eine persönliche Tintensignatur des Offiziers mit dem bemerkenswerten Zusatz “Weidenbrück Major Eichenlaub seit 16.11.44.”, was auf seine Auszeichnung mit dem Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes am 16. November 1944 hinweist.

Das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes wurde am 1. September 1939 von Adolf Hitler als höchste Auszeichnung für militärische Verdienste gestiftet. Es stellte eine Weiterentwicklung des preußischen Eisernen Kreuzes dar und wurde in verschiedenen Stufen verliehen. Das Eichenlaub war die erste Erhöhungsstufe zum Ritterkreuz und wurde nur an Personen verliehen, die sich nach Erhalt des Ritterkreuzes erneut durch außergewöhnliche Tapferkeit oder militärische Führung auszeichneten. Insgesamt erhielten während des Krieges nur etwa 890 Personen diese Auszeichnung.

Die Propagandapostkartenserie “Ritterkreuzträger des Heeres” war Teil der umfassenden Propagandastrategie des NS-Regimes. Diese Postkarten zeigten Porträts ausgezeichneter Soldaten und sollten sowohl an der Front als auch in der Heimat die Kampfmoral stärken und Heldenfiguren schaffen. Die Karten wurden in großen Auflagen produziert und waren bei Sammlern, insbesondere bei Mitgliedern der Hitlerjugend, sehr beliebt. Junge Menschen wurden ermutigt, diese Karten zu sammeln und die abgebildeten Soldaten um Autogramme zu bitten.

Diese spezielle Karte stammt aus der Autographensammlung des Hitlerjungen Helmut Ludwig aus Marburg an der Lahn. Ludwig repräsentiert einen typischen jugendlichen Sammler jener Zeit, der systematisch Ritterkreuzträger anschrieb und um signierte Postkarten bat. Viele dieser Jugendlichen klebten ihre gesammelten Autogramme sorgfältig in Sammelalben ein, was auch bei Ludwig der Fall war. Die Tatsache, dass er manche Soldaten mehrfach anschrieb, zeigt die Beharrlichkeit dieser jungen Sammler und die Bedeutung, die solchen Autogrammen in der damaligen Zeit beigemessen wurde.

Das Autographensammeln von Ritterkreuzträgern war ein weit verbreitetes Phänomen im Dritten Reich. Es diente mehreren Zwecken: Einerseits band es die Jugend emotional an das Militär und die Kriegsführung, andererseits schuf es eine persönliche Verbindung zwischen der Heimatfront und den kämpfenden Truppen. Die Soldaten selbst wurden oft von der Propaganda- und Truppenbetreuung ermutigt, solche Anfragen zu beantworten, da dies zur Aufrechterhaltung der Moral beitrug.

Der Zustand der Karte wird mit “2” angegeben, was nach üblichen Sammlerkategorien einem sehr guten bis guten Erhaltungszustand entspricht. Die Karte ist ungelaufen, wurde also nie postalisch verwendet, was bei Sammlerstücken dieser Art üblich und bevorzugt ist. Die beschriebene “sehr schöne Tintensignatur” deutet auf eine klare, gut lesbare Unterschrift hin, die den dokumentarischen und sammlerischen Wert erheblich steigert.

Aus historischer Perspektive sind solche Dokumente heute wichtige Zeitdokumente, die Einblick in die Propagandamaschinerie des NS-Regimes geben. Sie dokumentieren nicht nur die militärische Auszeichnungspraxis, sondern auch die systematische Indoktrination der Jugend und die Heroisierung des Krieges. Die Sammlung solcher Autogramme durch Hitlerjungen war ein integraler Bestandteil der nationalsozialistischen Erziehung, die Militarismus und Führerkult förderte.

Heutzutage werden solche Objekte von militärhistorischen Museen, Archiven und privaten Sammlern bewahrt. Sie dienen der historischen Forschung und Bildung, indem sie materielle Belege für die Propagandamethoden des Dritten Reichs liefern. Der sammlerische Wert wird durch mehrere Faktoren bestimmt: die Seltenheit der Auszeichnung des Unterzeichners, die Qualität und Lesbarkeit der Signatur, den Erhaltungszustand und die dokumentierte Provenienz. Die Auflösung der Sammlung Helmut Ludwig stellt einen solchen dokumentierten Sammlungszusammenhang dar, der die Authentizität und historische Bedeutung dieser Objekte unterstreicht.