Italien 2. Weltkrieg Erinnerungsabzeichen des Italienischen Expeditionskorps in Rußland "Fronte Russo" 

Rundes Steckabzeichen, Fertigung aus Feinzink versilbert,  im Zentrum 2 gekreuzte Kosakensäbel "Shaschkas" mit blau lackiertem Bandeau "Fronte Russo", rückseitig mit  Herstellerbezeichnung Lorioli Fratelli Milano. Getragen, Zustand 2.
Dazu die Miniatur des Veteranen aus der Nachkriegszeit.
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300,00

Italien 2. Weltkrieg Erinnerungsabzeichen des Italienischen Expeditionskorps in Rußland "Fronte Russo" 

Das Erinnerungsabzeichen für die Russlandfront (Distintivo Fronte Russo) zählt zu den eindrucksvollsten militärischen Erinnerungsstücken der italienischen Streitkräfte aus dem Zweiten Weltkrieg. Dieses runde Abzeichen versinnbildlicht eine der verheerendsten Episoden in der Geschichte der italienischen Armee – den katastrophalen Feldzug an der Ostfront zwischen 1941 und 1943.

Im Sommer 1941, nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion im Rahmen des Unternehmens Barbarossa, entsandte das faschistische Italien unter Benito Mussolini das Corpo di Spedizione Italiano in Russia (CSIR). Dieses italienische Expeditionskorps in Russland war eine korpsstärke Expeditionseinheit des Regio Esercito (königlich-italienische Armee), die an der Ostfront kämpfte. Das CSIR umfasste anfangs etwa 62.000 Mann. Im Juli 1942 wurde das CSIR in die neu aufgestellte italienische Armee in Russland als XXXV. Armeekorps eingegliedert, wobei die Gesamtstärke auf über 230.000 Soldaten anwuchs.

Die Katastrophe traf im Winter 1942/43 während der sowjetischen Gegenoffensive Operation Kleiner Saturn ein. Im Dezember 1942 und Januar 1943 durchbrachen sowjetische Streitkräfte die italienischen Stellungen entlang des Don. Bei Temperaturen, die minus 40 Grad Celsius erreichten, erlitten die italienischen Truppen verheerende Verluste. Von den mehr als 230.000 nach Russland entsandten Soldaten kehrten nur etwa 115.000 zurück; schätzungsweise 85.000 fielen im Kampf, erfroren, starben an Krankheiten oder gerieten in sowjetische Kriegsgefangenschaft.

Das Abzeichen wurde erstmals im März 1943 ausgegeben und den italienischen Truppen verliehen, die zwischen dem 22. Juni 1941 und dem 5. Juni 1943 an der Ostfront dienten. Bemerkenswert ist, dass nicht nur italienische Soldaten mit dem Abzeichen ausgezeichnet wurden – auch deutsche Soldaten, die dem C.S.I.R. und dem 8. Armeekorps zugeteilt waren, erhielten diese Auszeichnung.

Die Gestaltung des runden Abzeichens ist hochsymbolisch. Es zeigt zwei gekreuzte, nach unten weisende Kosakensäbel (Schaschkas), die auf einen Kranz aus Dornen (Symbol für das Leiden) auf der linken Seite und Eichenblättern (Symbol für Heldenmut) auf der rechten Seite gelegt sind. Der Kranz ist oben mit einem Savoyer Knoten zusammengebunden. Am unteren Rand befindet sich ein Bandspruchband mit der Inschrift "Fronte Russo" (Russlandfront). Das blaue lackierte Bandeau bildet einen markanten Kontrast zur versilberten Oberfläche.

Das vorliegende Exemplar wurde von Lorioli Fratelli aus Mailand hergestellt, einem Unternehmen, das seit dem 19. Jahrhundert eine renommierte Werkstatt für Orden, Auszeichnungen und militärische Abzeichen betrieb. Die rückseitige Herstellerbezeichnung "F.M Lorioli Fratelli, Milano" sowie die Kennzeichnung "Modello Depositato No. 38" (Hinterlegtes Modell Nr. 38) bestätigen die Kriegsproduktion. Das Abzeichen besteht aus einer versilberten Zinklegierung mit blau-grünen Emails, hat einen Durchmesser von 43,58 Millimetern und ein Gewicht von 17,0 Gramm. Die Rückseite weist eine diagonale Nadelhalterung auf.

Es ist wichtig, das runde Fronte-Russo-Abzeichen nicht mit dem kreuzförmigen "Croce di Ghiaccio" (Eiskreuz) zu verwechseln, das ebenfalls für CSIR-Veteranen existierte. Das Eiskreuz war zunächst inoffiziell, wurde aber am 12. April 1943 offiziell autorisiert. Die beiden sind unterschiedliche Erinnerungsstücke für den Russlandfeldzug.

In der Praxis trugen Soldaten an Felduniformen Bänder anstelle der Abzeichen selbst; die Abzeichen wurden allgemein von Veteranen später in der Nachkriegszeit getragen. Nach dem Krieg wurden Miniaturversionen für Veteranen hergestellt, die im Handel oft fälschlicherweise als Kriegsproduktionen angeboten werden. Die Unterscheidung zwischen Kriegs- und Nachkriegsproduktionen ist für Sammler von erheblicher Bedeutung, da sie unterschiedliche Werte besitzen.

Heute sind solche Erinnerungsabzeichen wichtige Sammlerstücke und historische Dokumente, die an ein dunkles Kapitel der italienischen Militärgeschichte erinnern. Sie werden in Museen, Privatsammlungen und Veteranenverbänden bewahrt und dienen der historischen Forschung und Erinnerungskultur.