NSDAP Schirmmütze für Politische Leiter der Ordensburgen

um 1939. Elegante hohe Sattelform, Ausführung aus leichtem Trikottuch. Komplett mit allen Effekten, vergoldeter Hoheitsadler über Eichenlaubkranz mit emaillierter Hakenkreuzkokarde, goldene Mützenkordel, zitronengelbe Paspelierung für die Ordensburgen, seitlich mit jeweils 2 Lüftungslöchern. Innen hellbraunes Schweißband, gelbes Seidenfutter, Zelluloidtrapez beschädigt. Unter dem Schweißband mit RZM-Stoffetikett "Dienstmütze...". Größe 60. Leicht getragen, Zustand 2.
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2.800,00

NSDAP Schirmmütze für Politische Leiter der Ordensburgen

Die vorliegende Schirmmütze für Politische Leiter der Ordensburgen repräsentiert ein hochspezialisiertes Ausbildungssystem der NSDAP, das in der zweiten Hälfte der 1930er Jahre etabliert wurde. Die NS-Ordensburgen waren elitäre Ausbildungsstätten, die 1936 unter der Leitung von Robert Ley, dem Reichsorganisationsleiter der NSDAP, gegründet wurden, um die zukünftigen Führungskader der Partei ideologisch zu schulen und körperlich zu stählen.

Die Ordensburgen – Vogelsang in der Eifel, Sonthofen in Bayern und Crössinsee in Pommern – waren monumentale Bauwerke, die zwischen 1934 und 1936 errichtet wurden. Eine vierte Ordensburg, Marienburg in Ostpreußen, wurde später hinzugefügt. Diese Einrichtungen dienten der dreijährigen Ausbildung von NSDAP-Funktionären, die als "Junker" bezeichnet wurden. Das Ausbildungssystem war streng hierarchisch organisiert und kombinierte ideologische Indoktrination mit sportlicher Ertüchtigung und praktischer Verwaltungsausbildung.

Die zitronengelbe Paspelierung dieser Schirmmütze ist das entscheidende Erkennungsmerkmal, das sie den Ordensburgen zuordnet. Die Farbsystematik innerhalb der NSDAP-Uniformierung war streng reglementiert und diente der sofortigen Identifizierung der organisatorischen Zugehörigkeit. Während die Politischen Leiter der regulären NSDAP-Gliederungen verschiedene andere Farben trugen – etwa karmesinrot für die Reichsleitung oder dunkelrot für die Gauleitung – war das Zitronengelb ausschließlich den Ordensburgen vorbehalten.

Die technische Ausführung dieser Mütze entspricht den hohen Qualitätsstandards, die für Führungskräfte der NSDAP galten. Die Sattelform war charakteristisch für die späten 1930er Jahre und unterschied sich von den flacheren Formen früherer Perioden. Das leichte Trikottuch deutet auf eine Sommerausführung oder eine Version für zeremonielle Anlässe hin. Der vergoldete Hoheitsadler über dem Eichenlaubkranz mit emaillierter Hakenkreuzkokarde sowie die goldene Mützenkordel unterstreichen den elitären Charakter dieser Kopfbedeckung.

Das RZM-Stoffetikett ("Reichszeugmeisterei") ist ein wichtiges Authentizitätsmerkmal. Die RZM war die zentrale Beschaffungsstelle der NSDAP, die 1929 gegründet wurde und die Qualität sowie die Standardisierung aller Parteieffekten kontrollierte. Jeder legitimierte Hersteller erhielt eine RZM-Nummer, die auf den Produkten angebracht werden musste. Dies sollte Qualitätsstandards sichern und unerwünschte kommerzielle Ausbeutung der Partei-Symbolik verhindern.

Die Ordensburgen-Ausbildung war in ein dreistufiges System untergliedert: Nach der ersten Phase in einer der Ordensburgen erfolgte der Wechsel zur nächsten Einrichtung, wobei die letzte Phase in der geplanten Hohen Schule der NSDAP am Chiemsee stattfinden sollte, die jedoch nie vollendet wurde. Die Ausbildung umfasste politische Schulung, Rassenlehre, Geopolitik, Sport und Wehrerziehung. Die Teilnehmer wurden nach strengen Kriterien ausgewählt, wobei "rassische Reinheit", politische Zuverlässigkeit und körperliche Fitness wesentliche Voraussetzungen waren.

Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs im September 1939 wurde der reguläre Ausbildungsbetrieb der Ordensburgen zunehmend eingeschränkt. Die Anlagen wurden teilweise für militärische Zwecke umfunktioniert, als Lazarette genutzt oder dienten anderen kriegswichtigen Aufgaben. Die ursprünglich geplante umfassende Ausbildung künftiger Parteiführer konnte unter Kriegsbedingungen nicht mehr in vollem Umfang aufrechterhalten werden.

Die Datierung dieser Mütze "um 1939" markiert somit eine Übergangszeit zwischen der Hochphase der Ordensburgen-Ausbildung und deren kriegsbedingter Einschränkung. Die Tatsache, dass die Mütze "leicht getragen" ist, deutet darauf hin, dass sie tatsächlich von einem Ordensburg-Funktionär im Dienst verwendet wurde, möglicherweise während der letzten Friedensmonate oder in den ersten Kriegsjahren.

Die Größe 60 entspricht einem Kopfumfang von etwa 60 Zentimetern, was einer überdurchschnittlichen Größe entspricht. Das gelbe Seidenfutter war typisch für höherwertige Uniformstücke und unterstreicht den Repräsentationscharakter dieser Kopfbedeckung. Die seitlichen Lüftungslöcher waren ein praktisches Element, das bei längeren zeremoniellen Anlässen für Tragekomfort sorgen sollte.

Heute sind authentische Ordensburg-Schirmmützen mit der charakteristischen zitronengelben Paspelierung äußerst selten, da die Ordensburgen nur wenige Jahre aktiv waren und die Anzahl der dort tätigen Funktionäre begrenzt war. Sie stellen wichtige Sachzeugen eines totalitären Erziehungssystems dar, das darauf abzielte, eine ideologisch indoktrinierte Führungselite heranzubilden.

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