Preussen Satz Roter Adler Orden Satz 1. Klasse mit Eichenlaub mit der Jubiläumszahl "50", Krone und Schwertern am Ring aus dem Besitz des Generalleutnant Hermann von Stülpnagel

Es handelt sich hierbei um eine sehr schöne Fertigung des Berliner Juweliers Wagner & Sohn, um 1905. Das Kleinod aus Gold, beidseitig fein emailliert, ohne Herstellerbezeichnung. Das Zentrum mit fein gemaltem Roten Adler, die Schwerter aus Gold, aus 2 Teilen hohlgeprägt und verlötet, darüber die bewegliche Krone, aus Gold hohlgeprägt und emailliert, darüber das anhängende Eichenlaub mit der Jubiläumszahl "50" in Gold einteilig hohlgeprägt. Die Jubiläumszahl "50" weiß emailliert, in beiden Zahlen mit leichtem Emailleschaden. Komplett an der langen unkonfektionierten Seidenschärpe. Dazu der der silberne Bruststern, das Medaillon fein emailliert mit umlaufender Devise in Gold "Sincere Et Constanter" der Rote Adler in feiner Handmalerei. Oben über den gekreuzten Schwertern aufgelegt das Eichenlaub mit der Jubiläumszahl "50". Das Eichenlaub und die Schwerter in echt Gold, rückseitig 3-fach verschraubt. Rückseitig an vergoldeter Tragenadel, unterhalb des Tragehakens mit Ritzmarke "W". Der Ordenssatz, 7 Jahre vor dem Tod von Stülpnagel verliehen, ist so gut wie ungetragen, in perfekter Erhaltung. Mit Sicherheit eine der seltensten Kombinationen der 1. Klasse des Roten Adler Ordens. 

Hermann Friedrich Karl von Stülpnagel (* 6. Januar 1839 in Potsdam; † 1. März 1912 in Darmstadt) war ein preußischer Generalleutnant und Stadtkommandant von Frankfurt am Main. Seine Eltern waren der preußische Generalleutnant Karl Bernhard von Stülpnagel (1794–1875) und dessen Ehefrau Eleonore, geborene von Bismarck (1805–1876) aus dem Hause Briest. Stülpnagel kam am 1. Mai 1851 als Kadett nach Potsdam und von dort am 1. Mai 1854 nach Berlin, wo er Leibpage der Königin Elisabeth von Preußen wurde. Am 2. Mai 1857 wurde er als Sekondeleutnant dem 1. Garde-Regiment zu Fuß der Preußischen Armee überwiesen. Dort avancierte er am 25. Juni 1865 zum Premierleutnant und war ab 7. Mai 1866 als Adjutant beim Generalkommando des Gardekorps tätig. In dieser Eigenschaft nahm Stülpnagel im gleichen Jahr während des Krieges gegen Österreich an den Kämpfen bei Soor, Königinhof und Königgrätz teil. Am 25. September 1866 wurde er überzähliger Hauptmann der Garde. Am 21. Februar 1868 wurde er zum Kompaniechef im 1. Garde-Regiment zu Fuß ernannt. Im Krieg gegen Frankreich kämpfte Stülpnagel bei St. Privat, der Belagerung von Paris sowie am 30. August und 21. Dezember 1870 bei Le Bourget. Dabei erwarb er sich das Eiserne Kreuz II. Klasse. Am 16. Juni 1871 kommandierte man ihn als Flügeladjutant zu Kaiser Wilhelm I. Unter Belassung in dieser Stellung folgte am 6. August 1871 seine Versetzung als Militärattaché zur preußischen Gesandtschaft in München. Am 22. März 1872 wurde er mit dem Ritterkreuz des Königlichen Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern ausgezeichnet. Stülpnagel stieg am 18. August 1872 zum Major auf, erhielt am 6. Dezember 1872 den Russischen Sankt-Stanislaus-Orden II. Klasse mit Krone und Schwertern sowie den Orden der Eisernen Krone II. Klasse. Am 8. Mai 1876 wurde ihm das Komturkreuz des Bayerischen Militärverdienstordens verliehen. Am 22. März 1877 wurde er zum Oberstleutnant befördert und am 12. April 1881 unter Stellung à la suite mit der Führung des Garde-Füsilier-Regiments beauftragt. Am 13. November 1882 folgte mit der Beförderung zum Oberst die Ernennung zum Regimentskommandeur. Ab 26. Mai 1887 war Stülpnagel vertretungsweise Kommandeur der 11. Infanterie-Brigade, bevor er am 3. August 1887 unter Beförderung zum Generalmajor zum Kommandeur dieses Großverbandes ernannt wurde. Er erhielt am 19. September 1888 den Roten Adlerorden II. Klasse mit Eichenlaub. Am 17. Juni 1889 wurde Stülpnagel zum Kommandanten von Frankfurt am Main ernannt sowie am 9. Dezember 1889 mit dem Stern zum Kronenorden II. Klasse ausgezeichnet. Wilhelm II. verlieh ihm am 24. März 1890 den Charakter als Generalleutnant. Außerdem zeichnete er Stülpnagel am 22. März 1898 mit dem Kronenorden I. Klasse sowie am 15. September 1905 mit dem Roten Adlerorden I. Klasse mit Eichenlaub und Schwertern aus. In Genehmigung seines Abschiedsgesuches wurde Stülpnagel am 2. Juli 1907 mit der gesetzlichen Pension und der Berechtigung zum Tragen der Uniform des Garde-Füsilier-Regiments zur Disposition gestellt. Er starb am 1. März 1912 in Darmstadt.
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Preussen Satz Roter Adler Orden Satz 1. Klasse mit Eichenlaub mit der Jubiläumszahl "50", Krone und Schwertern am Ring aus dem Besitz des Generalleutnant Hermann von Stülpnagel

Der Rote Adlerorden repräsentiert eine der bedeutendsten dynastischen Auszeichnungen des Königreichs Preußen und besitzt eine facettenreiche Geschichte, die bis ins frühe 18. Jahrhundert zurückreicht. Die vorliegende Verleihung der 1. Klasse mit Eichenlaub, Krone, Schwertern am Ring und der Jubiläumszahl 50 aus dem Besitz des Generalleutnants Hermann von Stülpnagel verkörpert eine der seltensten Kombinationen dieser Auszeichnung und dokumentiert eine außergewöhnliche militärische Karriere in der späten preußischen Ära.

Die Ursprünge des Ordens liegen im Ordre de la Sincérité, der am 17. November 1705 vom Markgrafen Georg Wilhelm von Brandenburg-Bayreuth nach dem Vorbild des englischen Hosenbandordens gegründet wurde. Nach einem vorübergehenden Erlöschen wurde der Orden 1712 in Brandenburg-Bayreuth und 1734 in Brandenburg-Ansbach wiederbelebt, wo er erstmals den Namen Orden vom Brandenburgischen Roten Adler erhielt. Im Jahr 1777 wurden die Statuten reformiert und die Mitgliedschaft auf fünfzig Ritter beschränkt.

Als Brandenburg-Bayreuth und Brandenburg-Ansbach im Januar 1792 an Preußen fielen, erneuerte König Friedrich Wilhelm II. am 12. Juni 1792 den Orden als königlich-preußische Auszeichnung. Nach dem Schwarzen Adlerorden entwickelte sich der Rote Adlerorden zum zweithöchsten Orden des Königreichs Preußen. Als protestantischer Orden war er nicht nach einem Heiligen, sondern nach einer ritterlichen Tugend benannt, symbolisiert durch den roten preußisch-brandenburgischen Adler der Hohenzollern-Dynastie und das Motto Sincere et Constanter (Aufrichtig und Beständig).

Die Klassenstruktur des Ordens entwickelte sich im Laufe der Jahrzehnte erheblich. Zwischen 1792 und 1810 existierte nur eine einzige Klasse. König Friedrich Wilhelm III. erweiterte 1810 den Orden auf drei Klassen, 1830 folgte die Autorisierung eines Bruststerns für die 2. Klasse sowie die Einführung einer 4. Klasse. Schließlich etablierte König Wilhelm I. im Jahr 1861 das Großkreuz als höchste Stufe.

Das Eichenlaub wurde am 18. Januar 1811 für die 1. und 2. Klasse eingeführt und signalisierte den vorherigen Besitz der nächstniedrigeren Klasse. Die Schwerter, geschaffen am 16. September 1848, kennzeichneten militärische Verdienste und Kriegsdienste. Die Schwerter am Ring, wie bei diesem Exemplar, wurden getragen, wenn der Träger bei der Beförderung in eine höhere Klasse bereits eine niedrigere Klasse mit Schwertern besessen hatte. Die Krone wurde anlässlich des hundertjährigen Jubiläums 1892 geschaffen und von Wilhelm II. persönlich nur bei besonderen Gelegenheiten verliehen. Die Jubiläumszahl wurde im Dezember 1851 unter König Friedrich Wilhelm IV. eingeführt und ehrte fünfzig Dienstjahre.

Dieser außergewöhnliche Ordenssatz wurde um 1905 vom Berliner Hofjuwelier Johann Wagner & Sohn gefertigt, der seit 1855 als königlicher Hoflieferant für die preußische Monarchie tätig war. Die Ritzmarke W auf der Rückseite des Bruststerns bestätigt die Herkunft aus dieser renommierten Werkstatt. Das Kleinod besteht aus Gold mit beidseitig feiner Emaillierung, das Zentrum zeigt einen fein gemalten roten Adler. Die Schwerter sind zweiteilig hohlgeprägt und verlötet, darüber die bewegliche Krone aus hohlgeprägtem, emailliertem Gold. Das Eichenlaub mit der Jubiläumszahl 50 ist einteilig hohlgeprägt, die Zahl selbst in weißem Email ausgeführt. Der silberne Bruststern trägt ein fein emailliertes Medaillon mit der goldenen Devise und den aufgelegten, dreifach verschraubten Schwertern und Eichenblättern aus echtem Gold.

Hermann Friedrich Karl von Stülpnagel, geboren am 6. Januar 1839 in Potsdam, entstammte einer bedeutenden preußischen Militärfamilie. Nach seiner Ausbildung als Kadett und Leibpage der Königin Elisabeth wurde er 1857 Sekondeleutnant im 1. Garde-Regiment zu Fuß. Er nahm 1866 am Krieg gegen Österreich bei Soor, Königinhof und Königgrätz teil sowie 1870/71 am Krieg gegen Frankreich bei St. Privat, der Belagerung von Paris und Le Bourget, wobei er das Eiserne Kreuz II. Klasse erwarb. 1871 wurde er Flügeladjutant Kaiser Wilhelms I. und Militärattaché in München. Seine Karriere führte ihn 1887 zum Kommandeur der 11. Infanterie-Brigade und 1889 zum Stadtkommandanten von Frankfurt am Main, wo ihm am 24. März 1890 der Charakter als Generalleutnant verliehen wurde.

Stülpnagel erhielt am 19. September 1888 den Roten Adlerorden 2. Klasse mit Eichenlaub, am 22. März 1898 den Kronenorden 1. Klasse und schließlich am 15. September 1905 den Roten Adlerorden 1. Klasse mit Eichenlaub und Schwertern – jene Auszeichnung, die dieser Ordenssatz dokumentiert. Die Verleihung erfolgte sieben Jahre vor seinem Tod am 1. März 1912 in Darmstadt. Der Satz blieb nahezu ungetragen und befindet sich in perfekter Erhaltung.

Mit der Abdankung Kaiser Wilhelms II. am Ende des Ersten Weltkriegs und der Unterzeichnung der neuen deutschen Verfassung am 11. August 1919 endete die Monarchie. Alle königlich verliehenen Orden und Ehrenzeichen verloren ihre rechtliche Existenz. Dennoch trugen die Träger des Roten Adlerordens ihre Auszeichnungen während der Weimarer Republik, des Dritten Reiches und der Bundesrepublik weiter. Der Orden wurde nach 1918 nie wiederbelebt.

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