Das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes wurde am 1. September 1939 von Adolf Hitler durch das Reichsgesetzblatt I S. 1573 gestiftet, am selben Tag, an dem Deutschland Polen überfiel und der Zweite Weltkrieg begann. Diese Auszeichnung ersetzte den preußischen Pour le Mérite, der ausschließlich Offizieren vorbehalten war. Hitler schuf das Ritterkreuz bewusst als egalitäre Auszeichnung, die allen Rängen zugänglich war und mit der preußisch-aristokratischen Tradition brach.
Das vorliegende Ritterkreuz wurde von der Firma C.F. Zimmermann in Pforzheim hergestellt, die mit der Präsidialkanzlei-Herstellernummer 20 und der LDO-Nummer L/52 gekennzeichnet war. Die Produktionsperiode erstreckte sich von Februar 1944 bis zum 23. Februar 1945, als die Zimmermann-Fabrik durch alliierte Bombenangriffe zerstört wurde. Zimmermann bezog seine Produktion aus ähnlichen Patrizen wie Godet & Co., Berlin, wobei Rahmen und Kerne aus demselben Patrizen-Set gefertigt wurden. Die Zimmermann-Kreuze zeichnen sich durch einen ovalen Bandring aus, der mit 800 gestempelt ist, was auf 80 Prozent Silber hinweist.
Das Ritterkreuz wurde in Form eines Tatzenkreuzes gestaltet, dessen Arme zur Mitte hin schmal und zu den Enden hin breiter werden. Es bestand aus drei Teilen mit einem magnetischen Eisenkern innerhalb eines Silberrahmens und wurde an einem Halsband getragen. Die Vorderseite zeigt ein bewegliches Hakenkreuz in der Mitte sowie das Datum 1939 am unteren Arm, während die Rückseite das Datum 1813 trägt. Die Standardmaße betrugen etwa 48,5 mm in der Breite bei einem Gewicht von ungefähr 28 bis 31 Gramm.
Die Verleihung des Ritterkreuzes erfolgte für außergewöhnliche Tapferkeit im Kampf oder herausragende militärische Führungsleistung während des Zweiten Weltkriegs. Die Empfänger mussten im Vorfeld das Eiserne Kreuz Erster Klasse von 1939 besitzen, obwohl beide Auszeichnungen manchmal gleichzeitig verliehen wurden. Zu den Kriterien gehörten beispielsweise 20 Luftsiege für Jagdflieger (bei Nacht verdoppelt, im Kriegsverlauf erhöht), die Versenkung von 100.000 Bruttoregistertonnen für U-Boot-Kommandanten oder einzelne außergewöhnliche Tapferkeitshandlungen. Die Auszeichnung konnte an alle Dienstgrade vom einfachen Soldaten bis zum Feldmarschall vergeben werden und umfasste Wehrmacht (Heer, Luftwaffe, Kriegsmarine), Waffen-SS, Reichsarbeitsdienst, Volkssturm sowie verbündete ausländische Streitkräfte.
Das Ritterkreuz hatte mehrere aufsteigende Grade: das einfache Ritterkreuz (gestiftet am 1. September 1939), Ritterkreuz mit Eichenlaub (3. Juni 1940), Ritterkreuz mit Eichenlaub und Schwertern (28. September 1941), Ritterkreuz mit Eichenlaub, Schwertern und Brillanten (28. September 1941) und Ritterkreuz mit goldenem Eichenlaub, Schwertern und Brillanten (29. Dezember 1944, nur einmal verliehen). Die ersten Verleihungen erfolgten am 30. September 1939 an hochrangige Offiziere des Polenfeldzugs, darunter Generalfeldmarschall Hermann Göring, der später am 19. Juli 1940 das Großkreuz erhielt, sowie ranghohe Wehrmacht-Kommandeure wie Blaskowitz, Bock, Brauchitsch, Keitel, Kesselring, Kluge, Kuechler, List, Raeder, Reichenau und Rundstedt.
Insgesamt wurden 7.161 Ritterkreuze offiziell vom Deutschen Bundesarchiv dokumentiert, während die Ordensgemeinschaft der Ritterkreuzträger 7.318 Verleihungen auflistet, von denen allerdings 200 ohne offiziellen Nachweis sind. Die höheren Grade umfassten 882 Verleihungen des Eichenlaubes (863 laut Bundesarchiv), 159 Schwerter (147 laut Bundesarchiv), 27 Brillanten und eine Verleihung des goldenen Eichenlaubes. Schätzungsweise wurden zwischen September 1939 und Mai 1945 etwa 20.000 Ritterkreuze produziert. Nur 43 Verleihungen erfolgten an verbündete ausländische Militärangehörige, darunter 18 Rumänen, 9 Italiener und 8 Ungarn.
Das besondere rote Präsentationsetui, in dem dieses Ritterkreuz aufbewahrt wird, wurde von Godet für frühe Verleihungssätze in den Jahren 1939 bis 1940 an Generale geliefert. Das Etui ist mit rotem Leder bezogen und trägt auf dem Deckel einen in Gold geprägten Hoheitsadler, identisch mit dem Adler auf dem Verleihungsetui zum Großkreuz des Eisernen Kreuzes. Es misst 195 x 135 x 20 mm und verfügt über ein schwarzes Samtbett mit Aussparungen für das Kreuz und das Band sowie ein weißes Seidenfutter im Deckel.
Die letzten rechtmäßigen Verleihungen erfolgten im April und Mai 1945, wobei die letzte Verleihung am 17. Juni 1945 als de facto, aber nicht de jure gültig betrachtet wird. Am 7. Mai 1945 erteilte Dönitz eine pauschale Genehmigung für ausstehende Nominierungen, doch das Wehrmachtauskunftstelle (WASt) urteilte später, dass dies gegen das NS-Recht verstieß, das Einzelfallentscheidungen erforderte. Die Zimmermann-Kreuze sind besonders selten, da die Fabrik im Februar 1945 zerstört wurde und die ursprünglichen Patrizen verloren gingen. Im Jahr 1957 genehmigte die Bundesrepublik Deutschland eine entnazifizierte Ersatzversion mit Eichenlaubcluster anstelle des Hakenkreuzes, die von Empfängern aus dem Zweiten Weltkrieg getragen werden durfte.