Elastolin - Heer Minenwerfergruppe ( Tarnanstrich )

7 cm, Zustand 2.
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35,00

Elastolin - Heer Minenwerfergruppe ( Tarnanstrich )

Die Elastolin-Minenwerfergruppe des Heeres in Tarnanstrich repräsentiert eine bedeutende Kategorie deutscher Militärspielzeugfiguren aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Diese 7 cm großen Figurengruppen wurden von der Firma O. & M. Hausser in Ludwigsburg hergestellt, die unter dem Markennamen Elastolin weltbekannt wurde.

Die Firma Hausser begann bereits in den 1920er Jahren mit der Produktion von Massefiguren aus einem speziellen Material, das aus Kasein, Kreide, Leim und anderen Bindemitteln bestand und auf Drahtgestelle aufgebracht wurde. Dieses innovative Material war leichter und weniger zerbrechlich als Blei und ermöglichte detailliertere Darstellungen. Der Name “Elastolin” wurde zum Synonym für qualitativ hochwertige deutsche Spielzeugfiguren.

Der Minenwerfer selbst war eine wichtige Waffe der deutschen Infanterie. Bereits im Ersten Weltkrieg spielten Minenwerfer eine entscheidende Rolle im Grabenkrieg. Sie waren in der Lage, Minen in hohem Bogen über kurze bis mittlere Distanzen zu verschießen und waren besonders effektiv gegen feindliche Stellungen und Befestigungen. In der Wehrmacht wurden verschiedene Kaliber eingesetzt, darunter der 5 cm leichte Granatwerfer 36 und der 8 cm Granatwerfer 34.

Die Darstellung in Tarnanstrich ist besonders bemerkenswert, da sie die militärische Realität der späten 1930er und 1940er Jahre widerspiegelt. Ab Mitte der 1930er Jahre führte die Wehrmacht systematisch Tarnbemalung für Uniformen, Ausrüstung und Waffen ein. Die charakteristischen Flecktarnmuster sollten die Sichtbarkeit der Soldaten und ihrer Ausrüstung im Gefecht reduzieren. Elastolin-Figuren in Tarnanstrich sind daher zeitlich einzuordnen in die Produktionsperiode von etwa 1936 bis 1943, als die Massenproduktion kriegsbedingt weitgehend eingestellt wurde.

Eine Minenwerfergruppe bestand typischerweise aus mehreren Figuren: dem Geschützführer, den Ladeschützen, Munitionsträger und dem Richtschützen. Die Elastolin-Figurengruppen bildeten diese militärische Organisation naturgetreu nach und ermöglichten es Sammlern und Kindern, realistische Szenarien nachzustellen. Die Qualität der Bemalung und die Detailtreue der Uniformdarstellung machten diese Figuren zu begehrten Sammlerstücken.

Die Produktion von Militärspielzeug hatte in Deutschland eine lange Tradition und erfüllte während des Nationalsozialismus auch propagandistische Zwecke. Die Wehrmacht und ihre Ausrüstung wurden heroisch und detailgetreu dargestellt, um die Wehrhaftigkeit des Deutschen Reiches zu demonstrieren und militärische Werte zu vermitteln. Dennoch waren diese Figuren auch künstlerisch anspruchsvoll gestaltet und zeugten von hoher handwerklicher Qualität.

Der Zustand 2 bedeutet in der Sammlerterminologie, dass die Figuren gut erhalten sind mit nur leichten Gebrauchsspuren. Dies ist für Elastolin-Figuren aus dieser Periode bemerkenswert, da das Material empfindlich gegenüber Feuchtigkeit und mechanischer Belastung ist. Viele Figuren haben die Jahrzehnte nicht überstanden oder weisen erhebliche Beschädigungen auf.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Produktion von Militärspielzeug zunächst von den Alliierten untersagt. Die Firma Hausser stellte später auf zivile Themen um, bevor in den 1950er Jahren auch wieder Militärfiguren produziert wurden, allerdings zunehmend aus Kunststoff. Die originalen Elastolin-Figuren aus der Vorkriegs- und Kriegszeit sind heute gesuchte Sammlerobjekte, die sowohl militärhistorischen als auch spielzeuggeschichtlichen Wert besitzen.

Solche Figurengruppen dokumentieren nicht nur die militärische Ausrüstung und Taktik ihrer Zeit, sondern auch die Alltagskultur und die Rolle des Militärischen in der Gesellschaft. Sie sind wichtige Zeugnisse der deutschen Industrie- und Kulturgeschichte des 20. Jahrhunderts und werden heute in Museen und privaten Sammlungen sorgfältig bewahrt.