III. Reich - Reichskriegertag Kassel 1937

Feinzinkabzeichen, an Nadel, Zustand 2.
298376
25,00

III. Reich - Reichskriegertag Kassel 1937

Das vorliegende Abzeichen zum Reichskriegertag Kassel 1937 repräsentiert ein bedeutendes Kapitel in der Geschichte der nationalsozialistischen Veteranenorganisation im Dritten Reich. Es handelt sich um ein Feinzinkabzeichen mit Nadelhalterung, das Teilnehmern und Besuchern dieser bedeutenden Veranstaltung ausgegeben wurde.

Der Reichskriegerbund Kyffhäuser (RKB) war die zentrale Organisation für Kriegsveteranen im nationalsozialistischen Deutschland. Nach der Machtübernahme 1933 wurde der traditionsreiche Kyffhäuserbund, der seine Wurzeln im Kaiserreich hatte, schrittweise gleichgeschaltet und in die NS-Organisationsstruktur eingegliedert. Unter der Führung von Oberst Wilhelm Reinhard wurde der Bund 1938 offiziell in den NS-Reichskriegerbund umgewandelt und dem NS-Staat völlig untergeordnet.

Die Reichskriegertage waren jährliche Großveranstaltungen, die als Demonstrationen nationalsozialistischer Macht und Kameradschaft inszeniert wurden. Sie dienten der Ehrung der Frontkämpfer des Ersten Weltkriegs und gleichzeitig der ideologischen Ausrichtung der Veteranen auf die Ziele des NS-Regimes. Der Reichskriegertag in Kassel 1937 fand vom 4. bis 6. Juni 1937 statt und war eine der größten Veranstaltungen dieser Art während der NS-Zeit.

Kassel wurde bewusst als Austragungsort gewählt, da die Stadt in Nordhessen eine zentrale geografische Lage hatte und über die notwendige Infrastruktur für Massenveranstaltungen verfügte. Zehntausende Veteranen aus dem gesamten Deutschen Reich reisten zu diesem Ereignis an. Die Veranstaltung umfasste Paraden, Aufmärsche, Kranzniederlegungen und Versammlungen, bei denen hochrangige NS-Funktionäre Reden hielten.

Das Feinzinkabzeichen selbst ist ein typisches Beispiel für die zahlreichen Veranstaltungsabzeichen, die im Dritten Reich produziert wurden. Feinzink war ein kostengünstiges Material, das sich hervorragend für die Massenproduktion eignete. Die Abzeichen wurden in der Regel von spezialisierten Herstellern wie Richard Sieper & Söhne aus Lüdenscheid oder anderen Firmen aus der Metallindustrie gefertigt. Die Gestaltung solcher Abzeichen folgte meist einem ähnlichen Muster: Sie zeigten lokale Wahrzeichen der Austragungsstadt, nationalsozialistische Symbole wie Hakenkreuze oder Adler, sowie Datumsangaben und Veranstaltungsbezeichnungen.

Die Nadel auf der Rückseite ermöglichte das Tragen des Abzeichens an der Kleidung, typischerweise am Revers oder an der Uniform. Für viele Veteranen waren solche Abzeichen begehrte Erinnerungsstücke, die ihre Teilnahme an bedeutenden Veranstaltungen dokumentierten. Sie wurden oft gesammelt und mit Stolz getragen, da sie die Zugehörigkeit zur Gemeinschaft der “alten Kämpfer” symbolisierten.

Der historische Kontext dieser Veranstaltung ist von besonderer Bedeutung: 1937 befand sich das NS-Regime in einer Phase der Konsolidierung und Vorbereitung auf den kommenden Krieg. Die Mobilisierung und ideologische Ausrichtung der Veteranen des Ersten Weltkriegs war ein wichtiger Bestandteil dieser Politik. Die Reichskriegertage dienten auch dazu, die Erinnerung an den Ersten Weltkrieg für die NS-Propaganda zu instrumentalisieren und die “Dolchstoßlegende” zu perpetuieren.

Nach 1945 wurden solche Abzeichen und Insignien durch die alliierten Besatzungsmächte im Rahmen der Entnazifizierung teilweise konfisziert oder vernichtet. Heute sind sie Sammlerstücke und historische Dokumente, die Einblick in die Organisationsstruktur und Propagandamaschinerie des NS-Regimes geben. Für Historiker und Sammler militärhistorischer Objekte bieten sie wichtige Informationen über die Massenveranstaltungen und die soziale Integration der Veteranen in den NS-Staat.

Die Zustandsbezeichnung “2” weist auf einen guten Erhaltungszustand hin, was bei Zinkabzeichen aus dieser Zeit bemerkenswert ist, da das Material anfällig für Korrosion und Zinkpest sein kann. Gut erhaltene Exemplare sind heute begehrte Objekte für Sammler militärhistorischer Memorabilia und dienen der wissenschaftlichen Erforschung der NS-Zeit.