Italien Erinnerungskreuz des Italienischen Expeditionskorps in Rußland C.S.I.R. an den Feldzug 1941/42
Dazu die passende Miniatur, diese ohne Band.
Das Erinnerungskreuz des Italienischen Expeditionskorps in Russland (Croce commemorativa del Corpo di Spedizione Italiano in Russia - C.S.I.R.), auch als “Eiskreuz” oder “Schneekreuz” bekannt, dokumentiert einen der bedeutendsten und dramatischsten Abschnitte der italienischen Militärgeschichte im Zweiten Weltkrieg. Diese Auszeichnung wurde wahrscheinlich im August 1942 vom Königreich Italien unter faschistischer Herrschaft gestiftet und würdigte die Soldaten, die während der ersten Phase von Mussolinis osteuropäischem Abenteuer an der Seite der deutschen Wehrmacht kämpften.
Die historischen Wurzeln dieser Auszeichnung liegen in Benito Mussolinis Entscheidung vom 10. Juli 1941, das CSIR zu gründen, um nach dem Beginn des Unternehmens Barbarossa Solidarität mit Nazi-Deutschland zu demonstrieren. Das Expeditionskorps bestand ursprünglich aus etwa 62.000 Mann in drei Divisionen: der 3. Kavalleriedivision “Principe Amedeo Duca d'Aosta”, der 9. Infanteriedivision “Pasubio” und der 52. Infanteriedivision “Torino”. Diese Truppen trafen zwischen Juli und August 1941 an der Ostfront ein und operierten im südlichen Russland und der Ukraine unter deutschem Kommando.
Das CSIR war an bedeutenden Gefechten am Bug, am Dnjestr, bei Petrikowka, Stalino (dem heutigen Donezk) und entlang des Don beteiligt. Das Korps überstanden den harten Winter 1941-1942 relativ gut, was angesichts der extremen klimatischen Bedingungen bemerkenswert war. Im Juli 1942 wurde das CSIR in die neu aufgestellte, erheblich verstärkte italienische 8. Armee (ARMIR) als XXXV. Armeekorps eingegliedert, womit die ursprüngliche CSIR-Phase endete, die durch dieses Kreuz gewürdigt wurde.
Die Auszeichnung selbst wurde vom angesehenen italienischen Hersteller Lorioli (Fratelli Lorioli Milano) produziert, einem der renommiertesten Produzenten militärischer Orden in Italien. Das Kreuz weist die Form eines Tatzenkreuzes auf und besteht aus einer Zinklegierung (Zama), einer silberfarbenen Zinklegierung mit versilberter Oberfläche. Der zentrale Bereich ist mit weißer Emaillfarbe versehen. Mit seinen Abmessungen von 41,3 mm Breite und Höhe ist es eine typische Trageauszeichnung der Epoche.
Die Rückseite des Kreuzes trägt bedeutungsvolle Inschriften, die die geografische und zeitliche Ausdehnung des Feldzugs dokumentieren. Die russischen Flussnamen “DNJEPR, DONETZ” erscheinen oben, “BUG” links und “DON” rechts, während unten die Daten “LUGLIO 941, LUGLIO 942” (Juli 1941 bis Juli 1942) die Feldzugsperiode markieren. Im Zentrum findet sich die Abkürzung “C.S.I.R.”, und im unteren Bereich sind die Herstellerangaben “LORIOLI MILANO ROMA” sowie “A. PICOZZI MILANO” eingeprägt. Das Kreuz wird an einem Band mit schwarzen und weißen Streifen getragen.
Die Vergabekriterien waren klar definiert: Das Kreuz wurde an italienisches Militärpersonal verliehen, das beim CSIR gedient und am Feldzug an der Ostfront während der Zeit von Juli 1941 bis Juli 1942 teilgenommen hatte. Die Auszeichnung umfasste die Teilnahme an der ersten Phase der Operation Barbarossa an der Seite deutscher Truppen in Russland und der Ukraine und würdigte insbesondere den Dienst während der Winterkampagne 1941-1942. Es handelte sich um eine einheitliche Auszeichnungsklasse ohne dokumentierte Grade oder Varianten.
Das Schicksal der italienischen Truppen in Russland nahm eine tragische Wendung. Die italienische 8. Armee (ARMIR), die die ehemaligen CSIR-Einheiten einschloss, erlitt während der sowjetischen Winteroffensive vom Dezember 1942 bis Januar 1943 nach der Einschließung bei Stalingrad katastrophale Verluste. Die Überreste wurden bis April 1943 nach Italien zurückgezogen. Diese Katastrophe trug zum Fall von Mussolinis Regime bei. Im März 1943 wurde nachträglich ein separates Abzeichen für die “Russlandfront” (Fronte Russo) gestiftet, das den breiteren Einsatz an der Ostfront zwischen dem 22. Juni 1941 und dem 5. Juni 1943 würdigte und sowohl CSIR- als auch ARMIR-Personal einschloss.
Für Sammler militärischer Auszeichnungen repräsentiert das CSIR-Erinnerungskreuz ein wichtiges Zeugnis der italienischen Beteiligung am Ostfeldzug. Das hier beschriebene Exemplar aus Feinzink, teilweise weiß lackiert am schwarz-weißen Band, befindet sich im Zustand 2 und wird von einer passenden Miniatur ohne Band begleitet. Solche Stücke dokumentieren nicht nur die materielle Kultur des Faschismus, sondern auch das menschliche Leid und die militärischen Ambitionen, die Zehntausende italienischer Soldaten in die eisigen Weiten Russlands führten.