Miniaturspange 1957 eines Veteranen des 2. Weltkriegs - 4 Auszeichnungen
Diese Miniaturspange aus dem Jahr 1957 repräsentiert die militärische Laufbahn eines deutschen Veteranen des Zweiten Weltkriegs und dokumentiert seinen Dienst durch vier bedeutende Auszeichnungen. Mit einer Breite von 9 mm gehört sie zu den typischen Miniaturausführungen, die in der Bundesrepublik Deutschland nach 1957 getragen werden durften, nachdem die Gesetzgebung bezüglich der Tragegenehmigung von Orden und Ehrenzeichen aus der Zeit des Nationalsozialismus neu geregelt worden war.
Die Spange trägt vier Auszeichnungen in chronologischer Anordnung, die zusammen ein aussagekräftiges Bild des militärischen Dienstes ihres Trägers vermitteln. Das Eiserne Kreuz 2. Klasse wurde am 1. September 1939 durch Adolf Hitler erneuert und war eine der am häufigsten verliehenen deutschen Tapferkeitsauszeichnungen. Es wurde für Tapferkeit vor dem Feind oder herausragende militärische Verdienste verliehen. Die Auszeichnung hatte ihre Ursprünge in den Befreiungskriegen von 1813 und wurde in jedem großen deutschen Konflikt neu aufgelegt.
Das Verwundetenabzeichen in Silber dokumentiert, dass der Träger drei- bis viermal verwundet wurde oder eine schwere Verwundung erlitt. Dieses Abzeichen wurde am 1. September 1939 ebenfalls erneuert und in drei Stufen verliehen: Schwarz für ein bis zwei Verwundungen, Silber für drei bis vier Verwundungen, und Gold für fünf oder mehr Verwundungen. Die Verleihung erfolgte nicht automatisch, sondern musste beantragt werden und erforderte entsprechende Dokumentation durch Lazarettaufenthalte oder ärztliche Bescheinigungen.
Das Infanterie-Sturmabzeichen in Silber wurde am 20. Dezember 1939 von Oberbefehlshaber des Heeres Generalfeldmarschall von Brauchitsch gestiftet. Es wurde an Infanteristen und zugeordnete Einheiten verliehen, die an mindestens drei Infanterieangriffen an verschiedenen Tagen teilgenommen hatten. Alternativ konnte es für Verwundung während eines Infanterieangriffs oder für besondere Tapferkeit verliehen werden. Das Abzeichen symbolisierte die besonders gefährliche Rolle der Infanterie im Kampf und genoss hohes Ansehen unter den Soldaten.
Die Ostmedaille, umgangssprachlich auch “Gefrierfleischorden” genannt, wurde am 26. Mai 1942 gestiftet. Sie wurde an alle Angehörigen der Wehrmacht und ihrer Verbündeten verliehen, die zwischen dem 15. November 1941 und dem 15. April 1942 mindestens 14 Tage an der Ostfront im Einsatz waren oder dort verwundet wurden. Diese Auszeichnung erinnert an den ersten katastrophalen Winter des Russlandfeldzugs, in dem deutsche Truppen unter extremen Bedingungen bei Temperaturen von bis zu minus 40 Grad Celsius kämpfen mussten. Über drei Millionen dieser Medaillen wurden verliehen.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs waren das Tragen und Zeigen von Orden und Ehrenzeichen aus der NS-Zeit zunächst verboten. Das Gesetz über Titel, Orden und Ehrenzeichen vom 26. Juli 1957 regelte erstmals in der Bundesrepublik Deutschland die Rechtslage neu. Gemäß diesem Gesetz durften Orden und Ehrenzeichen aus der Zeit vor 1945 nur in veränderter Form getragen werden, bei der alle NS-Symbole wie Hakenkreuze entfernt wurden. Diese sogenannten “entnazifizierten” Ausführungen wurden von 1957 an legal getragen.
Die vorliegende Miniaturspange wurde speziell für das Tragen bei weniger formellen Anlässen oder an der Zivilkleidung gefertigt. Im Gegensatz zu den regulären Ordensspangen, die bei Uniformen getragen wurden, waren Miniaturen etwa ein Drittel bis zur Hälfte der Originalgröße. Sie wurden an einer langen Nadel befestigt, wie bei diesem Exemplar beschrieben, und konnten am Revers eines Anzugs getragen werden. Die Herstellung solcher Miniaturen war ein spezialisiertes Handwerk, und verschiedene Firmen wie Steinhauer & Lück in Lüdenscheid fertigten diese Stücke nach 1957 an.
Die Zusammenstellung dieser vier Auszeichnungen erzählt die Geschichte eines Soldaten, der aktiv an Kampfhandlungen teilnahm, mehrfach verwundet wurde, besonders im Infanteriekampf hervortat und den harten Winter 1941/42 an der Ostfront überlebte. Solche Ordensspangen sind wichtige zeitgeschichtliche Dokumente, die individuelle Schicksale im Kontext des größten militärischen Konflikts der Menschheitsgeschichte bewahren. Der angegebene Zustand 2 deutet auf ein gut erhaltenes Stück mit geringen Gebrauchsspuren hin, was für ein über 60 Jahre altes Objekt bemerkenswert ist.