Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei ( NSDAP ) - Mitgliedsabzeichen
Das Parteiabzeichen der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) stellt eines der bekanntesten und historisch bedeutsamsten Hoheitszeichen des nationalsozialistischen Deutschlands dar. Dieses emaillierte Mitgliedsabzeichen mit der RZM-Herstellernummer M1/101 repräsentiert die standardisierte Ausführung, die Parteimitglieder ab den frühen 1930er Jahren zu tragen verpflichtet waren.
Historische Entwicklung und Einführung
Die NSDAP führte ihr offizielles Parteiabzeichen erstmals im Mai 1920 ein, kurz nach der Umbenennung der Deutschen Arbeiterpartei (DAP) in NSDAP. Das Abzeichen zeigte ein schwarzes Hakenkreuz in einem weißen Kreis auf rotem Grund – Farben, die bereits in der Parteiflagge verwendet wurden. Diese Symbolik sollte nach Adolf Hitlers eigenen Worten in “Mein Kampf” die ideologische Ausrichtung der Partei verdeutlichen.
Ab 1933, nach der Machtübernahme, wurde das Tragen des Parteiabzeichens für alle NSDAP-Mitglieder zur Pflicht. Es entwickelte sich zu einem wichtigen Statussymbol im nationalsozialistischen Deutschland und signalisierte die politische Zugehörigkeit des Trägers zur herrschenden Partei.
Die Reichszeugmeisterei (RZM)
Um die Qualität und Authentizität der Parteiabzeichen zu kontrollieren, wurde die Reichszeugmeisterei (RZM) geschaffen. Diese Organisation, die dem Reichsschatzmeister der NSDAP unterstand, übernahm ab 1929 die zentrale Kontrolle über die Herstellung und den Vertrieb aller Parteiinsignien, Uniformen und Ausrüstungsgegenstände. Die RZM vergab Lizenznummern an autorisierte Hersteller, die ihre Produkte mit entsprechenden Kennzeichnungen versehen mussten.
Die Herstellermarkierung M1/101 identifiziert den spezifischen, von der RZM zugelassenen Produzenten. Das “M” stand dabei für “Metall” und kennzeichnete Hersteller von Metallabzeichen. Die nachfolgenden Nummern identifizierten die konkrete Herstellerfirma. Diese systematische Kennzeichnung sollte Fälschungen verhindern und die Qualitätsstandards sicherstellen.
Technische Ausführung
Das vorliegende Abzeichen ist in emaillierter Ausführung gefertigt – eine hochwertigere Variante im Vergleich zu den einfacheren, lackierten Versionen. Bei der Emailtechnik wurden Glaspulver auf den Metallträger aufgebracht und bei hohen Temperaturen eingebrannt. Dies führte zu einer dauerhaften, farbechten und widerstandsfähigen Oberfläche. Emaillierte Abzeichen galten als qualitativ überlegen und waren entsprechend teurer in der Herstellung.
Die Befestigung erfolgte mittels einer rückseitigen Nadelansteckvorrichtung, die es ermöglichte, das Abzeichen an der Zivilkleidung oder Uniform zu tragen. Die Nadel war in der Regel beweglich gelagert und durch einen Verschlussmechanismus gesichert.
Tragebestimmungen
Parteimitglieder waren verpflichtet, das Abzeichen bei allen offiziellen Anlässen sichtbar zu tragen. Es wurde üblicherweise auf der linken Seite der Kleidung, etwa in Höhe des Herzens, angebracht. Die genauen Tragevorschriften wurden in verschiedenen Erlassen und Anordnungen der Parteiführung festgelegt. Das unbefugte Tragen des Abzeichens durch Nichtmitglieder war streng verboten und konnte strafrechtlich verfolgt werden.
Mitgliedsnummern und Bedeutung
Besonders begehrt waren niedrige Mitgliedsnummern, die eine frühe Parteizugehörigkeit dokumentierten. Mitglieder, die der NSDAP vor der Machtübernahme 1933 beigetreten waren, galten als “Alte Kämpfer” und genossen besonderes Ansehen. Einige Abzeichen waren mit der individuellen Mitgliedsnummer graviert, was ihre Zuordnung zu einer bestimmten Person ermöglichte.
Historische Einordnung und Nachkriegszeit
Nach dem 8. Mai 1945 und der bedingungslosen Kapitulation des Deutschen Reiches verboten die Alliierten sämtliche nationalsozialistische Organisationen, einschließlich der NSDAP. Das Zeigen nationalsozialistischer Symbole wurde unter Strafe gestellt. In der Bundesrepublik Deutschland regelt § 86a des Strafgesetzbuches das Verbot des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.
Heute besitzen NSDAP-Abzeichen ausschließlich historischen Dokumentationswert. Sie werden in Museen, wissenschaftlichen Sammlungen und von Militaria-Sammlern verwahrt, wobei der Erwerb und Besitz in Deutschland nur zu Zwecken der staatsbürgerlichen Aufklärung, der Abwehr verfassungswidriger Bestrebungen, der Kunst, der Wissenschaft, der Forschung oder der Lehre gestattet ist.
Zustandsklassifizierung
Die Bewertung mit Zustand 2 entspricht der üblichen Klassifizierung in der Militaria-Sammlerwelt, bei der Zustand 1 einen neuwertig erhaltenen Gegenstand beschreibt. Zustand 2 bezeichnet demnach ein gut erhaltenes Stück mit geringen Gebrauchsspuren, bei dem die wesentlichen Details und die Emailoberfläche weitgehend intakt sind.