Nationalsozialistische Frauenschaft ( NSF ) - Mitgliedsabzeichen 5. Form

27 mm, mit RZM-Hersteller 46, an Nadel, Zustand 2.
307676
40,00

Nationalsozialistische Frauenschaft ( NSF ) - Mitgliedsabzeichen 5. Form

Das Mitgliedsabzeichen der Nationalsozialistischen Frauenschaft (NSF) - 5. Form

Die Nationalsozialistische Frauenschaft (NSF) war die wichtigste nationalsozialistische Frauenorganisation im Deutschen Reich von 1931 bis 1945. Als Teilorganisation der NSDAP diente sie der ideologischen Ausrichtung und Mobilisierung deutscher Frauen im Sinne der nationalsozialistischen Weltanschauung.

Das hier beschriebene Mitgliedsabzeichen in der 5. Form mit einem Durchmesser von 27 mm und der RZM-Herstellermarkierung 46 stellt ein typisches Exemplar der späteren Produktionsperiode dar. Die Reichszeugmeisterei (RZM) wurde 1929 als zentrale Beschaffungsstelle der NSDAP gegründet und kontrollierte die Herstellung und den Vertrieb aller Parteiabzeichen und -uniformen. Die Herstellernummer 46 ermöglicht eine genaue Zuordnung zum produzierenden Betrieb, da die RZM ein streng reglementiertes Vergabesystem unterhielt.

Die NSF entstand 1931 aus verschiedenen nationalsozialistischen Frauengruppen und wurde von Gertrud Scholtz-Klink ab 1934 als “Reichsfrauenführerin” geleitet. Die Organisation war hierarchisch strukturiert und gliederte sich in Gau-, Kreis-, Orts- und Zellenebenen. Bis 1935 hatte die NSF bereits über zwei Millionen Mitglieder, eine Zahl, die bis Kriegsende weiter anstieg.

Das Mitgliedsabzeichen durchlief mehrere Entwicklungsstufen, die als “Formen” bezeichnet wurden. Die 5. Form gehört zu den späteren Varianten und wurde während des Zweiten Weltkrieges getragen. Diese Abzeichen wurden aus verschiedenen Materialien gefertigt, wobei kriegsbedingte Materialknappheit zunehmend zu Vereinfachungen führte. Die Nadelbefestigung auf der Rückseite ermöglichte das Tragen an der Kleidung, typischerweise an der linken Brustseite.

Die NSF hatte als Hauptaufgabe die Verbreitung der nationalsozialistischen Ideologie unter deutschen Frauen. Schwerpunkte bildeten die Schulung im Sinne der NS-Rassenlehre, die Förderung des nationalsozialistischen Frauenbildes als Mutter und Hausfrau sowie die Organisation sozialer Dienste. Während des Krieges übernahm die NSF zunehmend praktische Aufgaben wie die Organisation von Sammlungen, Betreuungsdienste und die Unterstützung der Kriegswirtschaft.

Die RZM-Kennzeichnung garantierte die offizielle Autorisierung des Abzeichens. Nicht gekennzeichnete oder gefälschte Abzeichen waren verboten und konnten zu Sanktionen führen. Das strikte Kontrollsystem der RZM diente auch wirtschaftlichen Zwecken, da nur autorisierte Hersteller von den lukrativen Aufträgen profitieren konnten. Die Hersteller mussten strenge Qualitätsstandards einhalten und wurden regelmäßig kontrolliert.

Der Erhaltungszustand 2 deutet auf ein gut erhaltenes Exemplar hin, das moderate Gebrauchsspuren aufweist. Solche Abzeichen wurden täglich getragen und sind daher oft in unterschiedlichem Erhaltungszustand überliefert. Die Patina und Gebrauchsspuren erzählen von der individuellen Geschichte des Trägers und der Zeit ihrer Verwendung.

Aus historischer Perspektive sind diese Abzeichen wichtige Sachzeugen der nationalsozialistischen Herrschaft und der Einbindung von Frauen in das System. Sie dokumentieren die organisatorische Struktur, die Propagandamaschinerie und die materielle Kultur des NS-Regimes. Heute befinden sich solche Objekte in musealen Sammlungen und dienen der historischen Forschung und Aufklärung über die nationalsozialistische Diktatur.

Die wissenschaftliche Beschäftigung mit solchen Objekten erfordert einen kritischen und kontextualisierten Umgang. Sie sind Zeugnisse eines verbrecherischen Systems, das für den Tod von Millionen Menschen, den Zweiten Weltkrieg und den Holocaust verantwortlich war. Ihre Bewahrung und Dokumentation dient ausschließlich der historischen Bildung und Mahnung.