Österreich Goldene Jubiläums-Erinnerungsmedaille

"Signum Memoriae", ohne Band, Zustand 2-
380276
20,00

Österreich Goldene Jubiläums-Erinnerungsmedaille

Die Goldene Jubiläums-Erinnerungsmedaille (Signum Memoriae) zählt zu den bedeutendsten Auszeichnungen der österreichisch-ungarischen Monarchie und verkörpert die imperiale Tradition der Habsburger in ihrer Spätphase. Diese Medaille wurde anlässlich besonderer Jubiläen und Gedenkfeiern verliehen und dokumentiert die enge Verbindung zwischen Herrscherhaus und Untertanen im multinationalen Vielvölkerstaat. Historischer Hintergrund Die Goldene Jubiläums-Erinnerungsmedaille wurde in der Regel zu bedeutenden Jahrestagen der Regierungszeit österreichischer Kaiser verliehen. Besonders hervorzuheben ist das 50-jährige Regierungsjubiläum Kaiser Franz Josephs I. im Jahr 1848, das 1898 mit außerordentlichem Prunk begangen wurde. Franz Joseph I. (1830-1916) war seit dem 2. Dezember 1848 Kaiser von Österreich und seit 1867 König von Ungarn. Seine bemerkenswert lange Regierungszeit von 68 Jahren prägte die österreichisch-ungarische Monarchie bis zu ihrem Untergang nach dem Ersten Weltkrieg. Die Bezeichnung “Signum Memoriae” (lateinisch für “Zeichen der Erinnerung”) unterstreicht den Gedenkcharakter dieser Auszeichnung. Sie wurde nicht primär für militärische Verdienste verliehen, sondern als Erinnerung an bedeutende dynastische Ereignisse und zur Ehrung langjähriger treuer Dienste. Stiftung und Verleihungskriterien Die Jubiläums-Erinnerungsmedaillen wurden durch kaiserliche Entschließungen gestiftet und folgten präzisen Verleihungsstatuten. Die goldene Ausführung stellte die höchste Stufe dar, gefolgt von silbernen und bronzenen Varianten. Empfänger der goldenen Medaille waren typischerweise hochrangige Militärs, Beamte, Mitglieder des Hofstaates und verdiente Zivilpersonen, die dem Kaiserhaus über Jahrzehnte gedient hatten. Besonders beim Jubiläum von 1898 wurden Hunderttausende von Medaillen in verschiedenen Ausführungen geprägt und verliehen. Die Verleihung erfolgte systematisch an alle Angehörigen der k.u.k. Streitkräfte, der Beamtenschaft und weitere Personenkreise, die in einem Dienstverhältnis zur Monarchie standen. Gestaltung und Symbolik Die Medaille zeigt auf der Avers-Seite üblicherweise das Porträt des Kaisers mit der Umschrift seines Titels. Die Revers-Seite trägt häufig die Aufschrift “Signum Memoriae” sowie das Datum des gefeierten Ereignisses. Die künstlerische Gestaltung folgte den klassischen Traditionen österreichischer Medaillenkunst des 19. Jahrhunderts mit fein ziselierten Details und erhabenem Relief. Die goldene Ausführung wurde aus hochwertigem Metall gefertigt, wobei der tatsächliche Goldgehalt je nach Prägezeit variieren konnte. Die Medaille wurde ursprünglich an einem charakteristischen Band getragen, dessen Farben oft die österreichischen Staatsfarben (Schwarz-Gelb) oder spezifische Jubiläumsfarben zeigten. Trageweise und Protokoll Die Jubiläums-Erinnerungsmedaille wurde zu offiziellen Anlässen an der Uniform oder am Zivilanzug getragen. Bei militärischen Trägern fand sie ihren Platz in der Ordensspange gemäß der protokollarisch festgelegten Reihenfolge. Das vorliegende Exemplar wird ohne Band beschrieben, was bei Sammlerstücken nicht ungewöhnlich ist, da Bänder im Laufe der Jahrzehnte oft verloren gingen oder durch Lichteinwirkung zerstört wurden. Die Monarchie in ihrer Spätphase Die Verleihung solcher Medaillen muss im Kontext der zunehmenden inneren Spannungen der Donaumonarchie gesehen werden. Während das Kaiserhaus versuchte, durch dynastische Feiern und Auszeichnungen die Einheit des Vielvölkerstaates zu demonstrieren, wuchsen nationalistische Bestrebungen in den verschiedenen Kronländern. Die Jubiläumsmedaillen waren Teil einer bewussten Symbolpolitik, die Loyalität zum Herrscherhaus über ethnische und sprachliche Grenzen hinweg fördern sollte. Sammlerwert und Erhaltung Heute sind diese Medaillen begehrte Objekte militärhistorischer Sammlungen. Der Zustand wird nach einem etablierten System bewertet, wobei “Zustand 2” auf ein gut erhaltenes Stück mit nur geringen Gebrauchsspuren hinweist. Die goldene Ausführung ist aufgrund ihrer Seltenheit besonders wertvoll. Sammler und Historiker schätzen diese Objekte als authentische Zeugnisse der untergegangenen Habsburgermonarchie. Die wissenschaftliche Erforschung dieser Auszeichnungen trägt zum Verständnis der Repräsentationskultur und Herrschaftspraxis der späten österreichisch-ungarischen Monarchie bei. Sie dokumentieren ein Ehrungssystem, das soziale Hierarchien abbildete und gleichzeitig dynastische Kontinuität zu vermitteln suchte, während das Reich selbst bereits seinem Ende entgegenging.