Panzerkampfabzeichen in Silber - Otto Schickle
Das Panzerkampfabzeichen in Silber gehört zu den bedeutendsten Auszeichnungen der deutschen Panzerwaffe während des Zweiten Weltkriegs. Diese besondere Ausführung wurde von der Firma Otto Schickle aus Pforzheim hergestellt, einem der bekanntesten Hersteller militärischer Auszeichnungen dieser Zeit.
Das Panzerkampfabzeichen wurde am 20. Dezember 1939 durch Generaloberst Walther von Brauchitsch, den damaligen Oberbefehlshaber des Heeres, gestiftet. Die Auszeichnung sollte die besonderen Leistungen und den Kampfeinsatz der Besatzungen von Panzerkampfwagen würdigen. Ursprünglich gab es drei Stufen: Bronze, Silber und für besonders herausragende Leistungen eine Sonderstufe.
Die Silberstufe wurde an Panzerbesatzungen verliehen, die an mindestens drei verschiedenen Panzerkampftagen teilgenommen hatten oder durch Verwundung im Panzerkampf ausgeschieden waren. Die Verleihungskriterien wurden im Laufe des Krieges mehrfach angepasst, wobei die Anforderungen aufgrund der sich verändernden Kriegslage variierten.
Das Abzeichen zeigt einen frontal dargestellten Panzerkampfwagen, der von einem ovalen Eichenlaubkranz umgeben ist. Das Design stammt von dem Berliner Bildhauer Ernst Wilhelm Peekhaus. Die künstlerische Gestaltung sollte die Kraft und Entschlossenheit der Panzerwaffe symbolisieren. Der Panzer ist detailliert ausgearbeitet und zeigt charakteristische Merkmale der damaligen deutschen Panzermodelle.
Otto Schickle war einer der führenden Hersteller von militärischen Auszeichnungen und Ehrenzeichen während der Zeit des Dritten Reiches. Die Firma mit Sitz in Pforzheim, dem traditionellen Zentrum der deutschen Schmuck- und Medaillenindustrie, produzierte eine Vielzahl verschiedener Abzeichen und Orden. Schickle-Stücke zeichnen sich durch ihre charakteristische Herstellungsqualität aus. Die Firma verwendete typischerweise Feinzink als Material und fertigte die Abzeichen im hohlgeprägten Verfahren, was eine besondere dreidimensionale Tiefe und Details ermöglichte.
Die Hohlprägung war ein aufwendiges Herstellungsverfahren, bei dem das Material von beiden Seiten bearbeitet wurde, um eine plastische Wirkung zu erzielen. Dies unterschied sich von einfacheren Flachprägungen und verlieh den Abzeichen ihre charakteristische Qualität und ihr Gewicht. Schickle-Abzeichen tragen oft keine Herstellermarkierung, können aber anhand spezifischer Konstruktionsmerkmale und Stildetails identifiziert werden.
Die Herstellung von Panzerkampfabzeichen erfolgte durch verschiedene Firmen, wobei jeder Hersteller leichte Variationen in Design und Ausführung aufwies. Neben Otto Schickle gehörten Firmen wie Friedrich Linden aus Lüdenscheid, Rudolf Souval aus Wien und Hermann Aurich aus Dresden zu den bekannten Produzenten. Diese Vielfalt der Hersteller war notwendig, um den hohen Bedarf während des Krieges zu decken.
Das verwendete Material variierte im Kriegsverlauf. Frühe Stücke wurden oft aus Buntmetall oder versilbertem Material gefertigt, während spätere Produktionen kriegsbedingt auf Feinzink (Zamak) zurückgriffen. Dieses Material war kostengünstiger und ressourcenschonender, konnte aber dennoch die erforderliche Qualität liefern. Die silberne Oberfläche wurde durch verschiedene Verfahren wie Versilberung oder silberfarbene Lackierung erzielt.
Die Trageweise des Abzeichens war genau geregelt. Es wurde auf der linken Brustseite der Uniform getragen, unterhalb der Ordenspange und oberhalb der Brusttasche. Die Befestigung erfolgte mittels einer horizontalen Nadel auf der Rückseite. Das Abzeichen durfte sowohl auf der Felduniform als auch auf der Ausgehuniform getragen werden und blieb ein Leben lang im Besitz des Trägers.
Für Sammler und Militärhistoriker sind Panzerkampfabzeichen heute wichtige Studienobjekte zur Erforschung der Militärgeschichte und der Herstellungstechniken dieser Zeit. Der Erhaltungszustand wird typischerweise in einer Skala von 1 (ungetragen) bis 4 (stark getragen) bewertet. Zustand 2 bezeichnet ein getragenes Stück mit normalen Gebrauchsspuren, bei dem die Details noch gut erkennbar sind, aber Alterungs- und Trageerscheinungen vorhanden sind.
Die historische Einordnung dieser Objekte erfordert ein differenziertes Verständnis. Als militärhistorische Artefakte dokumentieren sie einen spezifischen Aspekt der Militärgeschichte und der materiellen Kultur dieser Zeit. Ihre Erforschung trägt zum Verständnis der Organisation, der Belohnungssysteme und der industriellen Produktion während des Zweiten Weltkriegs bei.