Wehrmacht Heer 2 Überschübe für Schulterklappen Mannschaft Infanterie-Regiment "129"
Die vorliegenden Überschübe für Schulterklappen der Wehrmacht Heer repräsentieren ein charakteristisches Element der deutschen Militäruniform während des Zweiten Weltkriegs. Diese speziellen Überschübe gehörten zum Infanterie-Regiment 129 und waren für Mannschaftsdienstgrade bestimmt, erkennbar an der weißen Waffenfarbe der Infanterie.
Das Infanterie-Regiment 129 wurde ursprünglich am 15. Oktober 1935 in Wiesbaden als Teil der 45. Infanterie-Division aufgestellt. Diese Aufstellung erfolgte im Rahmen der allgemeinen Aufrüstung der Wehrmacht nach der Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht. Das Regiment bestand aus drei Bataillonen und war zunächst in der Wehrkreis XII (Wiesbaden) stationiert. Während seiner Existenz nahm das Regiment an verschiedenen Feldzügen teil, darunter der Westfeldzug 1940 und später Einsätze an der Ostfront.
Die Schulterklappen-Überschübe waren eine praktische Lösung innerhalb des deutschen Uniformsystems. Sie wurden über die eigentlichen Schulterklappen gezogen und dienten mehreren Zwecken. Hauptsächlich ermöglichten sie eine schnelle Identifizierung der Regimentszugehörigkeit, ohne dass die Grundschulterklappe ausgetauscht werden musste. Dies war besonders wichtig bei Versetzungen oder der Neuorganisation von Einheiten, was während des Krieges häufig vorkam.
Die weiße Waffenfarbe kennzeichnete die Infanterie seit der Einführung des Systems der Waffenfarben in der Wehrmacht. Diese Tradition hatte ihre Wurzeln in der preußischen und kaiserlichen Armee, wo unterschiedliche Farben verschiedene Truppengattungen kennzeichneten. Die Waffenfarben wurden an verschiedenen Stellen der Uniform angebracht: an Schulterklappen, Kragenspiegel, Ärmelpatten und anderen Abzeichen. Für die Infanterie war Weiß die traditionelle Farbe, während beispielsweise die Artillerie Rot, die Kavallerie Goldgelb und die Panzertruppe Rosa als Waffenfarben trugen.
Die hier beschriebenen Überschübe sind maschinengestickt auf feldgrauem Untergrund. Die maschinelle Fertigung war ab den späten 1930er Jahren Standard für die Massenproduktion von Uniformbestandteilen. Die Qualität der Stickerei und die Verarbeitung variierte je nach Herstellungszeitpunkt und Hersteller. Frühe Kriegsproduktionen zeigten oft noch höhere Qualitätsstandards, während spätere Fertigungen aus Kriegszeiten aufgrund von Materialknappheit und beschleunigter Produktion manchmal vereinfacht wurden.
Das feldgraue Material entspricht der standardmäßigen Uniformfarbe der Wehrmacht. Feldgrau wurde 1907/1910 in der kaiserlichen Armee eingeführt und blieb während der Weimarer Reichswehr und später in der Wehrmacht die Standardfarbe für Uniformen. Der genaue Farbton variierte im Laufe der Jahre und je nach Hersteller, bewegte sich aber im grünlich-grauen Spektrum.
Der Zustand 2 und die Bezeichnung als ungetragen sind für Sammler von besonderer Bedeutung. Dies deutet darauf hin, dass diese Überschübe entweder als Ersatzteile gelagert wurden oder nie zur Ausgabe kamen. Es war üblich, dass Soldaten Ersatzuniformteile erhielten oder diese selbst beschafften, da Uniformteile im Fronteinsatz natürlichem Verschleiß unterlagen.
Die Regimentsnummer “129” wurde auf den Überschüben in charakteristischer Weise dargestellt. Die Nummerierung erfolgte gemäß den Bekleidungsvorschriften der Wehrmacht, die detaillierte Angaben über Größe, Platzierung und Ausführung solcher Kennzeichnungen machten. Die Heeresdienstvorschrift (H.Dv.) und die Anzugsordnung (AO) regelten diese Details präzise.
Historisch betrachtet dokumentieren solche Uniformteile nicht nur die militärische Organisation, sondern auch die industrielle Fertigung, Logistik und Verwaltung der Wehrmacht. Jedes Regiment benötigte Tausende solcher Kleinteile, was eine erhebliche logistische Herausforderung darstellte. Die Herstellung erfolgte durch verschiedene Zulieferbetriebe, die oft mit speziellen Herstellercodes gekennzeichnet waren.
Heute sind solche Überschübe wichtige Studienobjekte für Militärhistoriker und Uniformforscher. Sie helfen dabei, die Organisation und Entwicklung einzelner Einheiten nachzuvollziehen und tragen zum Verständnis der Militärgeschichte bei. Für Sammler militärhistorischer Objekte stellen ungetragene und gut erhaltene Exemplare besondere Fundstücke dar, die einen authentischen Einblick in die materielle Kultur der Wehrmacht bieten.